In der 1. Klasse Süd hat die SVg Pitten die Saison auf Rang zwei abgeschlossen und sich mit einem starken Schlussspurt noch einmal deutlich nach vorne geschoben. Für Sportlichen Leiter Helmut Holzer fällt der Rückblick insgesamt positiv aus, auch wenn er klar sagt, warum am Ende der ganz große Wurf ausgeblieben ist: Nach dem Trainerwechsel brauchte die Mannschaft Anlaufzeit, dazu kamen Verletzungen.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Der zweite Tabellenplatz mit 46 Punkten liest sich am Ende stark, und gerade die letzten Wochen unterstreichen, warum die SVg Pitten bis zum Schluss vorne mitmischte. Auf das 1:1 gegen SC Pottenstein folgten vier Siege in Serie, darunter ein 3:0 bei Scheiblingkirchen II, ein 4:1 gegen SV Bad Erlach, ein 3:1 in Oberwaltersdorf und zum Abschluss ein 5:2 gegen SK Wiesmath. Genau diese Schlussphase passt zu dem Eindruck, den Holzer im Rückblick schildert. „Nach dem Trainerwechsel hatten wir am Anfang ein bisschen Probleme, uns auf die neuen Gegebenheiten einzustellen“, sagt er. Dass die Mannschaft trotzdem in der Tabelle immer wieder nach oben kam und am Ende sogar Zweiter wurde, zeigt aber auch, wie stabil sich das Team im weiteren Verlauf entwickelt hat. Der Blick auf die Platzierungen bestätigt das: Nach einem Start mit Ausschlägen bis auf Rang acht arbeitete sich die SVg Pitten wieder nach vorne und hielt sich über weite Strecken im Spitzenfeld.
Holzer sieht den Knackpunkt der Saison nicht in einer einzelnen Phase, sondern in der Gesamtheit mehrerer Faktoren. Einerseits sei die Mannschaft nach dem Umbruch im Trainerbereich Schritt für Schritt besser in Fahrt gekommen. Andererseits habe es personelle Rückschläge gegeben, die sich im Rennen um ganz vorne bemerkbar machten. „Das Ganze wurde dann immer besser, und die Mannschaft ist enger zusammengewachsen“, sagt Holzer. Gerade dieser Satz erklärt, warum der Funktionär mit der Entwicklung grundsätzlich zufrieden ist. Gleichzeitig spricht er aber auch offen an, was gefehlt hat: „Wir hatten einige Verletzungen, und dadurch haben wir es nicht geschafft, ganz vorne zu stehen.“ Dass die SVg Pitten trotz dieser Ausfälle auf Rang zwei landete, führt Holzer auch auf die funktionierende Einheit zurück. Vor allem die jungen Spieler hätten ihren Beitrag geleistet. „Einige junge Spieler haben den Aufstieg in die Kampfmannschaft sehr schnell verkraftet und sehr gut performt. Sie haben ihren Teil zu den Siegen beigetragen, und das war sehr erfreulich“, sagt er.
Im Kader der SVg Pitten wird sich im Sommer dennoch einiges verändern. Mit Patrik Wagner verliert der Verein den Kapitän und eine prägende Figur, weil er seine Karriere beendet. Auch David Labat hört auf, während Samuel Glöckel und Maximilian Breitsching den Verein verlassen werden. Damit gehen der Mannschaft Erfahrung und gewachsene Struktur verloren, was den Sommer für die Verantwortlichen umso wichtiger macht. Holzer skizziert bereits, in welche Richtung die Planungen laufen. "Alex Kuhan und Alin-Alexandru Pop werden zum Team stoßen und viel Routine mitbringen, während Jakub Slezak aus seinem Reha-Prozess zurückkommt. Felix Gerenschier kehrt aus Sigleß zurück, und auch Mika Hahn wird nach seiner Zeit in der AKA Burgenland und zuletzt bei Bad Sauerbrunn wieder zu seinem Jugendverein zurückkehren", sagt er. Dazu werden nach seinen Angaben auch noch weitere interessante junge Perspektivspieler dazustoßen. Der Kader wird sehr breit aufgestellt sein, die U23 soll dazu qualitativ deutlich aufgewertet werden und gezielt als Entwicklungsplattform für die jungen Spieler dienen. Auch abseits der Mannschaft ist die Linie klar. Das Trainerteam der Kampfmannschaft bleibt natürlich bestehen. Dazu wird die sportliche Leitung breiter aufgestellt, und auch bei der U23 gibt es laut Holzer eine neue Lösung mit einem Trainertrio. Im Verein gibt es also keinerlei Unruhe, vielmehr ist große Aufbruchstimmung zu erkennen und setzt die SVg Pitten auf eine gewisse Kontinuität, gezielte Anpassungen und die Entwicklung der zahlreichen jungen Talente.
Ein wichtiger Punkt für den Start in die neue Spielzeit ist also die personelle Lage. Hier kommt aus Sicht der SVg Pitten eine positive Nachricht. Jakub Slezak befindet sich nach seiner Verletzung auf dem Weg zurück, und Holzer klingt bei diesem Thema zuversichtlich. „Er macht gute Fortschritte, und wir denken, dass er mit Saisonstart topfit sein wird“, sagt der Sportliche Leiter. Abgesehen davon seien die übrigen Spieler derzeit soweit gesund. Auch der Blick auf die Konkurrenz zeigt, dass Holzer die Liga realistisch einschätzt. Besonders SV Weikersdorf habe ihn zum Ende hin beeindruckt. „Weikersdorf hat am Schluss sehr gut gespielt und ihre Spiele teilweise sehr souverän gewonnen. Aber natürlich gehen unsere Glückwünsche an den SV Grimmenstein, der sich völlig verdient zum Meister gekürt hat“, sagt er. Für die SVg Pitten bedeutet das im Umkehrschluss, dass der zweite Platz zwar ein starkes Ergebnis ist, aber eben auch nur dann zu halten oder sogar zu verbessern sein wird, wenn die Mannschaft vom ersten Spieltag an schneller im Rhythmus ist als noch zuletzt. Der Endspurt macht Mut, die Aussagen von Holzer liefern aber genauso klar die Aufgaben für den Sommer.