In der 1. Klasse Süd hat SC Pfaffstätten beim 1:1 gegen SC Hochwolkersdorf vieles richtig gemacht und sich am Ende doch nicht voll belohnt. Trainer Thomas Markytan sah seine Mannschaft lange klar überlegen, haderte aber mit der Chancenverwertung und mit jener Nervosität, die nach dem Ausgleich immer stärker zu spüren war. So blieb unter dem Strich ein Punkt, der sich aus Sicht der Heimischen nicht ganz rund anfühlte.

Foto von My Profit Tutor auf Unsplash
Der Trainer des SC Pfaffstätten hatte nach dem Schlusspfiff keinen Zweifel daran, wie die Partie über weite Strecken gelaufen war. „75 Minuten haben wir ein sehr starkes Spiel gemacht mit klarer Überlegenheit“, sagte Thomas Markytan und sprach damit einen Auftritt an, in dem seine Mannschaft spielerisch und läuferisch vieles richtig machte. Auch gegen den Ball gefiel ihm der Auftritt, abgesehen von jenem einen Fehler, der später teuer werden sollte. Pfaffstätten hatte nach seiner Einschätzung „die besseren Ideen am Platz“ und fand immer wieder gute Lösungen nach vorne. In diese Phase passte auch die Führung in der 22. Minute, als Daniel Nagy zum 1:0 traf. Markytan hob dabei nicht nur den Abschluss hervor, sondern vor allem die Entstehung: Mathias Schneider spielte auf Simon Hofstädter, der auf seiner Seite an seinem Gegenspieler vorbeikam und Daniel Nagy bediente, der den Ball am Tormann vorbei ins lange Eck schlenzte. Für den Trainer war das „ein herausragendes und schön herausgespieltes Tor“.
Was den SC Pfaffstätten an diesem Abend ärgerte, war nicht die eigene Leistung in den ersten Phasen, sondern die fehlende Belohnung dafür. „Leider haben wir in dieser Phase zu wenig Tore gemacht und unsere klaren Torchancen nicht genutzt“, sagte Markytan, und genau das zog sich wie ein roter Faden durch das Spiel. Nach der Führung gelang es den Heimischen nicht, den Vorsprung auszubauen, obwohl laut Trainer genug Möglichkeiten da gewesen wären. Stattdessen fiel in der 39. Minute der Ausgleich durch Christian Kleinrath, und Markytan sprach von einem Treffer, der „aus dem Nichts“ gekommen sei und wie ein Weckruf wirkte. Nach dem Seitenwechsel gab es weitere Szenen, die das 2:1 hätten bringen können. Simon Hofstädter kam nach einer Aktion über Markytan Marco aus schwieriger Position zum Abschluss, der Tormann parierte. Noch klarer wurde es bei einer weiteren guten Aktion in die Mitte, als Daniel Nagy perfekt getroffen wurde, der Torhüter aber stark zur Seite abwehrte. Die größte Möglichkeit beschrieb Markytan selbst als prägend für den Abend: Pfaffstätten lief alleine auf den Tormann zu, lupfte den Ball über ihn, doch der Ball sprang von der Latte auf die Linie und konnte noch geklärt werden. „Uns hat die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor gefehlt“, brachte es der Trainer auf den Punkt.
Je länger das Spiel dauerte, desto mehr änderte sich aus Sicht von Thomas Markytan das Bild. Was davor nach Kontrolle und Überlegenheit ausgesehen hatte, wurde in der Schlussphase zäher und unsicherer. „Dann war Angst zu spüren und die Spieler haben sich hineindrücken lassen und extrem nervös gewirkt bis zum Schluss“, sagte er. Der SC Hochwolkersdorf verteidigte aus seiner Sicht kompakt, lief mit hohem Tempo an und fand vor allem in den letzten Minuten immer besser in die Partie. Markytan sah dabei vor allem die Routine des Gegners, der ab der 75. Minute „das Spiel extrem gut kontrolliert“ habe, fast jeden Zweikampf gewann und die Unsicherheit der Heimischen gut ausnutzte. Gefährlich wurde es dabei immer wieder durch Standards, die der Trainer ausdrücklich als Stärke des Gegners hervorhob. Ein Freistoß landete sogar im Tor, wurde vom Schiedsrichter wegen Abseits aberkannt. Markytan sprach von einer knappen, aber richtigen Entscheidung. Überhaupt hatte er für die Leitung der Partie nur Lob übrig: „Da gibt es nichts zu diskutieren. Der Schiedsrichter hat das fantastisch geleitet.“
So blieb es beim 1:1, und beide Mannschaften halten nach zwei Runden nun bei einem Punkt. Für den SC Pfaffstätten war es ein Abend, an dem sich Leistung und Ergebnis nicht ganz deckten. Markytan sah viele Dinge, auf denen sich aufbauen lässt, gerade in den ersten 75 Minuten mit viel Arbeit gegen den Ball, guten Ideen im Ballbesitz und einem schön herausgespielten Tor. Genauso klar sprach er aber auch an, was noch fehlt, um in dieser Liga aus solchen Spielen mehr mitzunehmen. „Uns hat gegen Ende die Ruhe am Ball gefehlt. Wir hätten uns noch einmal eine Situation zutrauen und Ballbesitz versuchen müssen, statt den Ball gleich tief zu schlagen“, sagte der Trainer. Genau dort liegt nach diesem 1:1 wohl der wichtigste Punkt: Der SC Pfaffstätten hat gezeigt, dass er in dieser Liga mithalten und Spiele kontrollieren kann, muss sich für starke Phasen aber konsequenter belohnen und in engen Schlussminuten stabiler bleiben.