Spielberichte

„Wir waren über 70 Minuten die bessere Mannschaft“ – Bad Erlach legt nach dem 1:1 noch entscheidend zu

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
SV Bad Erlach
Oberwaltersdorf

In der 1. Klasse Süd setzte sich SV Bad Erlach am Freitagabend mit 3:1 gegen ASK Oberwaltersdorf durch und belohnte sich damit für einen Auftritt, den Trainer Mario Pürrer über weite Strecken als klar überlegen sah. Nach einem torlosen ersten Durchgang kippte die Partie in der zweiten Hälfte kurz, ehe Bad Erlach nach dem 1:1 noch einmal nachlegte und die Punkte mit einem späten Doppelschlag fixierte.

Mehrere Fußbälle in einem Netz und Aufwärmleibchen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Lange überlegen, aber vor der Pause ohne Ertrag

Für Pürrer begann der Abend eigentlich so, wie er es sich vorgestellt hatte. „Über das ganze Spiel waren wir die überlegene Mannschaft“, sagte der Bad-Erlach-Trainer nach dem Schlusspfiff und verwies vor allem auf die erste Halbzeit, in der seine Elf schon genug Möglichkeiten vorfand, um früher in Führung zu gehen. Dass es dennoch mit einem 0:0 in die Kabinen ging, lag aus seiner Sicht vor allem an der fehlenden Konsequenz im Abschluss. „Wir hatten in der ersten Halbzeit einige gute Chancen, die wir leider nicht genutzt haben“, so Pürrer. Noch deutlicher wurde er bei der Einordnung dieser Phase, als er von „wirklich drei großen Chancen“ sprach, bei denen seine Mannschaft alleine vor dem Tormann auftauchte. Dazu passte auch sein Lob für den Gästeschlussmann, der laut Pürrer „sehr gut gehalten hat und einen sehr guten Tag hatte“. Bad Erlach hatte also früh mehr vom Spiel, ließ aber genau in jener Phase den Ertrag liegen, der die Partie möglicherweise schon früher klar in die eigene Richtung gelenkt hätte.

Nach Blazanovic’ Führung wird es durch den Elfmeter noch einmal eng

Nach dem Seitenwechsel kam Bad Erlach dann doch zu dem Treffer, auf den die Gastgeber schon länger hingearbeitet hatten. In der 57. Minute brachte Fabio Blazanovic den SV mit 1:0 in Front, und genau dieser Treffer war für Pürrer ein Schlüsselmoment. „Natürlich war das erste Tor für uns etwas Entscheidendes, weil wir das Spiel damit eigentlich in unserer Hand hatten“, erklärte er. Aus seiner Sicht war das nicht nur die Belohnung für die bis dahin bessere Leistung, sondern auch ein Moment der Erleichterung nach den ausgelassenen Chancen vor der Pause. Gleichzeitig schilderte der Trainer aber auch jene zweite Halbzeitphase, in der seine Mannschaft die Kontrolle verlor. „Wir hatten zwanzig Minuten, wo wir unser Spiel aus der Hand gegeben haben. Da war Oberwaltersdorf sehr stark“, sagte Pürrer. In diese Phase fiel auch der Ausgleich: Nach einem Elfmeter traf Lukas Laha in der 66. Minute zum 1:1. Der Coach sah die Ursache dabei im eigenen Verhalten im Strafraum. „Wir hatten nicht so ein gutes Zweikampfverhalten im Sechzehner, haben dann das Foul gemacht, was auch ein Elfmeter war, und leider das 1:1 bekommen.“ Damit war eine Partie, die Bad Erlach vorher gut im Griff gehabt hatte, plötzlich wieder völlig offen.

Schröder und Duran sorgen nach der Umstellung für die Entscheidung

Gerade deshalb war für Pürrer die Reaktion seiner Mannschaft auf den Ausgleich ein ganz wesentlicher Punkt dieses Abends. Er ließ keinen Zweifel daran, dass er sich mit dem Remis nicht zufriedengeben wollte. „Ich hatte auch eine Systemumstellung vorgenommen nach dem 1:1. Ich wollte unbedingt gewinnen“, sagte der Trainer. Entscheidend war für ihn, dass die Mannschaft diesen Gedanken sofort aufnahm und auf dem Platz umsetzte. „Da hat die Mannschaft natürlich auch gezeigt, dass sie das wollen und sehr gut umgesetzt alles.“ Bad Erlach fand also wieder in die Ordnung zurück, hielt sich wieder enger an den Matchplan und blieb in der Schlussphase am Drücker. In der 83. Minute stellte Leonard Schröder auf 2:1, vier Minuten später legte Burak Duran das 3:1 nach und machte den Heimsieg endgültig fix. Pürrer führte diese späte Entscheidung nicht nur auf die Tore selbst zurück, sondern auf das Gesamtbild seiner Mannschaft. „Den Matchplan, den wir an den Platz gebracht haben, den Willen, dass wir gewinnen wollen, den Einsatz – wir waren wirklich über siebzig Minuten die bessere Mannschaft.“ Dass Oberwaltersdorf dennoch lange im Spiel blieb, verschwieg er nicht. „Als neutraler Zuseher war das sicher ein sehr gutes Spiel und schön anzuschauen“, meinte der Trainer, der den Gästen insgesamt ebenfalls eine gute Leistung attestierte.

Gute Stimmung als Schub für die nächsten Aufgaben

Nach dem Schlusspfiff überwog bei Bad Erlach nicht nur die Erleichterung über die drei Punkte, sondern auch die Freude über das, was rund um den Platz zu spüren war. Pürrer sprach von einem besonderen Moment, als seine Mannschaft nach dem 3:1-Erfolg zu den Zuschauern ging. „Gänsehaut nach dem Sieg, wie wir zu den Zuschauern hingegangen sind. Das war wirklich ein sehr gutes Gefühl und eine sehr schöne Atmosphäre“, sagte er. Gerade diese Verbindung zwischen Mannschaft und Publikum will der Trainer nun mitnehmen, denn für ihn war klar erkennbar, dass die Unterstützung ankommt. „Man sieht, dass die Zuschauer richtig mitfiebern, uns anfeuern und motiviert sind.“ Diskussionsstoff gab es aus seiner Sicht kaum. Viel wichtiger war ihm aber der Blick nach vorne: Bad Erlach steht nach drei Runden mit sieben Punkten an der Spitze, und Pürrer machte gleich deutlich, dass der Fokus schnell weitergeht. Schon zu Wochenbeginn soll wieder an den nächsten Aufgaben gearbeitet werden, damit seine Mannschaft auch am kommenden Freitag ähnlich geschlossen auftritt wie über weite Strecken gegen Oberwaltersdorf.

1. Klasse Süd: Bad Erlach : Oberwaltersdorf - 3:1 (0:0)

  • 87
    Burak Duran 3:1
  • 83
    Leonard Schröder 2:1
  • 66
    Lukas Laha 1:1
  • 57
    Fabio Blazanovic 1:0