Spielberichte

"Im letzten Drittel waren wir zu verkrampft" – Weikersdorf geht trotz vieler guter Phasen leer aus

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SC Hochwolkersdorf
SV Weikersdorf

In der 1. Klasse Süd musste sich der SV Weikersdorf am Samstag beim SC Hochwolkersdorf mit 1:2 geschlagen geben. Das Ergebnis tat den Gästen besonders weh, weil sie laut sportlichem Leiter Matthias Stögmüller über weite Strecken die aktivere Mannschaft waren. Entscheidend seien das frühe Gegentor, ein tief verteidigender Gegner und zu wenig Konsequenz im letzten Drittel gewesen. Der Ausgleich durch Marco Dominkus brachte Weikersdorf noch einmal zurück, ehe ein später Treffer die Partie wieder kippte.

Gestapelte Bälle auf Rasen

Foto von Pedram Raz auf Unsplash

Früher Rückstand spielt dem Gastgeber in die Karten

Der Nachmittag nahm aus Weikersdorfer Sicht früh eine unangenehme Richtung. Schon in der 11. Minute brachte Elias Meisl die Gastgeber mit 1:0 in Führung, und genau dieser Treffer war für Stögmüller der Punkt, der den Plan der Heimischen noch besser aufgehen ließ. "Das frühe Gegentor hat dem Gegner natürlich eher in die Karten gespielt als uns", sagte der sportliche Leiter nach dem Schlusspfiff. Hochwolkersdorf stand von Beginn an tief, wartete auf Umschaltmomente und musste nach der Führung noch weniger Risiko nehmen. Weikersdorf fand anfangs gegen diesen Block nur schwer Lösungen, kam laut Stögmüller aber mit Fortdauer besser in die Partie hinein. Zur Pause blieb es dennoch beim 1:0, obwohl der Weikersdorfer Funktionär den Auftritt seiner Mannschaft grundsätzlich positiv sah. "Es war eine gute Partie von uns", hielt er fest, auch wenn sich das im Zwischenstand noch nicht niederschlug.

Viel Kontrolle, aber zu wenig Durchschlagskraft vor dem Tor

Gerade deshalb wollte Stögmüller die Niederlage nicht als schwachen Auftritt seiner Mannschaft verstanden wissen. Im Gegenteil: "Wir haben den Gegner über 90 Minuten eigentlich kontrolliert. Wir haben ihn bespielt, wir haben unser Spiel durchgebracht und uns immer wieder Momente kreiert." Was aus seiner Sicht fehlte, war nicht Einsatz, Laufbereitschaft oder Ordnung im Spiel, sondern die letzte Klarheit rund um den Sechzehner. "Es war ein bissl zu verkrampft im letzten Drittel und zu verkopft in manchen Situationen", meinte er. Weikersdorf sei laufstark gewesen, in der Restverteidigung gut gestanden und auch bei den Ballgewinnen sofort präsent gewesen. Gegen einen Gegner, der "mit allem verteidigt hat, was er gehabt hat", reichte das diesmal aber nicht. Stögmüller sprach von guten Situationen und ordentlichen Phasen, in denen seine Mannschaft den Gegner dort hatte, "wo es für unser Spiel gut war". Nur jener Tick an Konsequenz, Zielstrebigkeit und Giftigkeit, den es gegen einen tief stehenden Gegner braucht, sei diesmal nicht in der gewünschten Form da gewesen.

Dominkus bringt Weikersdorf zurück, Handler setzt den späten Stich

Die Gäste arbeiteten dennoch weiter an ihrer Chance, noch etwas mitzunehmen, und belohnten sich in der 74. Minute mit dem Ausgleich durch Marco Dominkus. Damit war die Partie wieder offen, doch Weikersdorf konnte diesen Moment nicht für eine Wende nützen. Nur acht Minuten später stellte Stefan Handler auf 2:1 für Hochwolkersdorf. Stögmüller ordnete auch dieses Gegentor klar ein: "Uns ist zwar das 1:1 gelungen, aber wir haben dann eben wieder aus einer Standardsituation ein Tor bekommen." In seiner Wahrnehmung war genau das das Spiegelbild dieses Abends. Hochwolkersdorf setzte seinen Plan durch und nutzte die entscheidenden Momente eiskalt. "Der Gegner hatte de facto eine Chance und dann noch eine Standardsituation, die er nutzt", sagte er. Dazu passte für ihn auch, dass die Tore der Gastgeber ausgerechnet früh und spät fielen. Dazwischen war Weikersdorf zwar im Spiel, brachte aus guten Ansätzen und ordentlichen Phasen aber zu wenig Zählbares heraus.

Keine Vorwürfe, der Blick geht schon Richtung nächstes Heimspiel

Trotz der Niederlage klang beim Weikersdorfer Funktionär kaum Resignation mit. Er sprach von einer "harten, aber fairen Partie" ohne Aufreger und stellte auch dem Schiedsrichter ein ordentliches Zeugnis aus. Vor allem aber stärkte er seiner Mannschaft den Rücken. "Es gibt eigentlich keinen negativen Aspekt", sagte Stögmüller und verwies auf gute läuferische Werte, eine ordentliche kämpferische Leistung und viele saubere Momente gegen den Ball. Unterm Strich bleibt für den SV nach drei Runden bei sechs Punkten zwar ein Dämpfer, am grundsätzlichen Kurs will man aber nichts ändern. "Wir werden unseren Weg weitergehen. Ich glaube, man sieht in den ersten drei Spielen, dass wir sicher auf einem guten Weg sind", betonte er. Verbesserungspotenzial sieht er dennoch, gerade in der letzten Zone. Viel Zeit zum Hadern bleibt ohnehin nicht, denn der volle Fokus richtet sich bereits auf das Heimspiel gegen Scheiblingkirchen II.

1. Klasse Süd: Hochwolkersdorf : Weikersdorf - 2:1 (1:0)

  • 82
    Stefan Handler 2:1
  • 74
    Marco Dominkus 1:1
  • 11
    Elias Meisl 1:0