Spielberichte

"Wir hätten das Spiel gewinnen können" – Weikersdorf lässt sich in Unterzahl nicht belohnen

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SV Weikersdorf
Scheiblingkirchen II

In der 1. Klasse Süd hat sich SV Weikersdorf am Samstag mit USV Scheiblingkirchen II 2:2 getrennt, und gerade deshalb blieb bei Trainer Wolfgang Hatzl ein zwiespältiges Gefühl zurück. Seine Mannschaft spielte nach der Roten Karte gegen Marco Cech ab der 20. Minute lange in Unterzahl, ging aber dennoch zweimal in Führung und hatte laut Hatzl sogar die besseren Chancen auf den Sieg.

Mehrere Fußbälle in einem Netz und Aufwärmleibchen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Frühe Führung, dann der Bruch

Der Trainer sprach nach dem Abpfiff von einem Spiel "mit einem lachenden und einem weinenden Auge". Das lachende Auge, so erklärte Hatzl, sei die Leistung seiner Elf gewesen, das weinende das Ergebnis. Weikersdorf hatte gut ins Spiel gefunden, nutzte nach zehn Minuten einen Fehler der Gäste, als Marco Dominkus auf Christopher Hatzl spielte und dieser überlegt zum 1:0 einschoss. Noch schwerer wog dann die Szene nach gut zwanzig Minuten. "Wir haben beim Stand von 1:0 das Spiel in einer Phase im Griff gehabt", sagte Hatzl, ehe ein individueller Fehler in der Rückwärtsbewegung zur Roten Karte gegen Marco Cech führte. In der kurzen Unsicherheit danach wurde Scheiblingkirchen stärker und kam durch Jonas Walli zum 1:1, doch Weikersdorf fing sich wieder. Vor der Pause hatte Maximilian Rottensteiner zunächst noch eine gute Möglichkeit, ehe er in der 44. Minute doch noch das 2:1 für die Gastgeber erzielte. Damit ging es mit einer Führung in die Halbzeit, obwohl die Weikersdorfer schon lange einen Mann weniger am Feld hatten.

Unterzahl und trotzdem näher am dritten Tor

Wer nach der Pause einen Sturmlauf der Gäste erwartet hatte, bekam aus Sicht des Weikersdorfer Trainers ein anderes Bild zu sehen. "Das Gegenteil war der Fall", sagte Hatzl, und genau das war der Punkt, der ihm trotz des Remis Zuversicht gab. Seine Mannschaft blieb auch in Unterzahl am Drücker und hatte die Möglichkeiten, die Partie endgültig auf ihre Seite zu ziehen. Andreas Gruber brachte einen Kopfball aufs Tor, ein Verteidiger klärte noch auf der Linie. Kurz darauf scheiterte Marco Dominkus alleine vor dem Tormann, wenig später hielt dieser auch einen Halbvolley von Christopher Hatzl. Die größte vergebene Chance beschrieb Hatzl in der 75. Minute, als Rottensteiner nach einem Solo von Dominkus frei zum Schuss kam, aber am langen Eck vorbeischoss. Statt des möglichen 3:1 fiel zwei Minuten später das 2:2 durch Christoph Kremsl, für Hatzl besonders bitter: "Mit dem einzigen Torschuss von Scheiblingkirchen nach der Pause haben wir den Ausgleich bekommen."

Mentalität als größter Pluspunkt

Genau darin lag für den Weikersdorfer Trainer der Kern dieses Nachmittags. Nicht die Unterzahl an sich war für ihn der Hauptgrund, dass am Ende zwei Punkte fehlten, sondern die Chancenverwertung. "Wir hatten genug Chancen, um das dritte Tor vorzeitig zu erzielen und das Spiel vorzeitig zu entscheiden", sagte Hatzl. Dass seine Mannschaft über weite Strecken trotzdem die aktivere blieb, wertete er als starkes Zeichen. "Die Mentalität hat besonders gut funktioniert", betonte der Trainer. Fast siebzig Minuten mit einem Mann weniger seien nicht nur kräftezehrend, sondern vor allem Kopfsache. Umso mehr gefiel ihm, wie geschlossen seine Elf arbeitete. "Für einen Zuschauer war die Unterzahl im Spiel nicht wirklich erkennbar", sagte Hatzl. Auch den Gegner ordnete er fair ein. Scheiblingkirchen sei "sehr kampfkräftig" und ein starker Gegner gewesen, habe an diesem Tag aber auch das notwendige Glück auf seiner Seite gehabt.

Enttäuschung und Zuversicht zugleich

Natürlich blieb aus Weikersdorfer Sicht auch Gesprächsstoff zurück. Hatzl sprach von zwei elfmeterverdächtigen Situationen in der Schlussphase, zudem bezeichnete er den Freistoß vor dem 2:2 als fragwürdig. Große Schuldzuweisungen vermied er allerdings. Die Rote Karte gegen Marco Cech habe er "korrekt" gesehen, sagte der Trainer, und genau deshalb richtete sich sein Blick nach dem Abpfiff eher auf die eigene Leistung als auf verpasste Möglichkeiten. "Wir sind heute sicher alle enttäuscht, weil wir nur unentschieden gespielt haben", meinte Hatzl, stellte aber sofort die zweite Seite daneben: "Es ist auch sehr positiv, wenn man in Unterzahl mit einem Unentschieden gegen Scheiblingkirchen hadern kann." Nach vier Runden stehen beide Mannschaften nun bei sieben Punkten, Weikersdorf bleibt damit oben dabei. Vor allem aber nahm der Trainer aus diesem 2:2 das Gefühl mit, dass Teamgeist und Leistung stimmen. "Das gibt Zuversicht für die Zukunft", sagte Hatzl.

1. Klasse Süd: Weikersdorf : Scheiblingkirchen II - 2:2 (2:1)

  • 77
    Christoph Kremsl 2:2
  • 44
    Maximilian Rottensteiner 2:1
  • 25
    Jonas Walli 1:1
  • 10
    Christopher Hatzl 1:0