In der 1. Klasse Süd hat der SC Pfaffstätten den SV Bad Erlach mit 3:2 niedergerungen und den Gästen damit noch den Sieg genommen, in einer Partie, in der sie nach Einschätzung von Trainer Mario Pürrer mehr Spielanteile hatten. Bad Erlach drehte das Spiel nach der Pause sogar zwischenzeitlich, leistete sich laut Pürrer aber Eigenfehler, ließ einen Elfmeter ungenutzt und kassierte schließlich noch den Treffer in der Nachspielzeit.

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Mario Pürrer sah sein Team über weite Strecken nicht unterlegen, im Gegenteil. "Wir hatten auf jeden Fall mehr Spielanteile", sagte der Trainer von Bad Erlach nach dem 2:3 in Pfaffstätten. Die Gäste hatten sich auf einen Gegner eingestellt, der im Vergleich zu den vergangenen Auftritten vorsichtiger agieren und vor allem auf Umschalten setzen würde. "Wir haben ungefähr gewusst, dass der Gegner eher auf Abwarten spielt und dann auf Umschalten", erklärte Pürrer. Ganz aufging dieser Plan aber nicht von Beginn an, denn zunächst brachte Martin Staudinger die Gastgeber in der 17. Minute mit 1:0 in Führung. Bad Erlach antwortete allerdings rasch, Bernd Besenlehner traf in der 24. Minute zum 1:1, mit dem es auch in die Pause ging. Nach dem Seitenwechsel schien das Spiel dann in die Richtung der Gäste zu kippen, als Besenlehner mit seinem zweiten Treffer in der 56. Minute auf 2:1 stellte. Doch Pfaffstätten blieb im Spiel, glich durch Daniel Nagy in der 63. Minute wieder aus und hatte in der Schlussphase schließlich noch das letzte Wort, als Noel Ernst Stefan Hubalik in der Nachspielzeit das 3:2 erzielte.
So klar Pürrer den verschossenen Elfmeter als wichtigen Moment ansprach, so deutlich wollte er die Niederlage nicht allein daran festmachen. "Von der mentalen Ebene her war unser verschossener Elfmeter ein Knackpunkt", sagte er. Gleichzeitig schob er sofort nach: "Aber wir dürfen nicht alles nur auf den Elfmeter beziehen." Genau darin lag seine Analyse nach dem Spiel. Bad Erlach hatte aus seiner Sicht offensiv vieles richtig gemacht, aber eben nicht alles. "Unsere zwei Tore waren natürlich sehr wichtig, keine Frage, aber es gab einige andere Situationen auch, wo wir das eine oder andere Tor machen hätten müssen", so Pürrer. Dass es am Ende nicht für Zählbares reichte, führte er daher nicht nur auf die ausgelassene Strafstoßchance zurück, sondern auch auf Fehler in anderen Phasen. "Leider haben wir auch ein paar Eigenfehler gemacht, wo das eine oder andere auch zum Gegentor geführt hat." Selbst beim Blick auf die Schiedsrichterleistung wollte der Bad-Erlach-Coach nicht ausweichen. Er meinte zwar, der Unparteiische hätte "vielleicht eine Linie fahren müssen", stellte aber ebenso klar: "Schiedsrichter ist sekundär. Wichtig waren wir."
Besonders interessant war dabei, wie Pürrer die Partie im größeren Zusammenhang einordnete. Der Trainer hatte seine Mannschaft nach eigenen Worten schon unter der Woche vor dem Gegner gewarnt, obwohl Pfaffstätten in den vergangenen Spielen nicht überzeugt hatte. Genau darin sah er im Nachhinein auch einen Unterschied zwischen den beiden Teams. "Ich habe die Mannschaft unter der Woche vor Pfaffstätten gewarnt", sagte er und ergänzte, dass diesmal "ein anderes Pfaffstätten" auf dem Platz gestanden sei. Seine Erklärung fiel dann sehr offen aus: "Ich glaube trotzdem, dass wir das Spiel ein bisschen auf die leichte Schulter genommen haben." Auch deshalb sprach er davon, dass die Gastgeber den Sieg "durch die Spielweise" verdient hätten. Ganz ohne Selbstkritik wollte er die Leistung seiner Mannschaft aber nicht stehen lassen. "Wir haben unseren Spielplan in der ersten Halbzeit gut umgesetzt", sagte Pürrer, sah insgesamt sogar, dass sein Team "offensiv unseren Plan zu achtzig Prozent erfüllt" habe. Die restlichen zwanzig Prozent seien aber genau jene Punkte, an denen nun gearbeitet werden müsse. "Es waren zwei Aspekte dabei, die nicht so gut funktioniert haben", erklärte er, ohne sich in Ausreden zu verlieren. Statt lange zu jammern, richtete er den Blick sofort nach vorne: "Jetzt heißt es nach vorne schauen und uns auf das nächste Spiel bestens vorbereiten."