In der 6. Runde der 1. Klasse Süd hat sich SV Weikersdorf zuhause gegen SK Raika Wiesmath knapp mit 1:0 durchgesetzt. Das Ergebnis war enger, als es Trainer Wolfgang Hatzl nach dem Spiel eigentlich lieb sein konnte, denn seine Mannschaft hatte die Partie über weite Strecken im Griff, ließ aber zahlreiche Möglichkeiten liegen. So blieb ein Spiel lange offen, das aus Sicht des Weikersdorf-Coachs früher entschieden sein müssen.

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Von Beginn an war die Richtung laut Hatzl klar. „Wiesmath ist durchgehend tief gestanden und hat tief verteidigt, und wir haben versucht, Lösungen zu finden, um die Abwehrkette auszuspielen“, schilderte der Trainer die Aufgabe, die seine Mannschaft über weite Strecken zu lösen hatte. In der Anfangsphase agierte Weikersdorf nach seiner Einschätzung noch etwas vorsichtig und mit zu wenig Zug nach vorne. Nach 21 Minuten fiel dann aber doch die Führung: Mario Cerny brachte den Ball zur Mitte, Maximilian Rottensteiner verwertete per Kopf zum 1:0. Es war jener Treffer, der den Gastgebern zwar den Vorsprung brachte, aber noch nicht die Ruhe, weil Weikersdorf trotz Übergewicht weiter nachlegen musste.
Gerade in der ersten Halbzeit hätte der SV den Grundstein für einen deutlich ruhigeren Nachmittag legen können. Hatzl sprach davon, dass seine Elf „Chance um Chance vergeben“ habe und die Vorentscheidung eigentlich schon deutlich früher möglich gewesen wäre. Besonders in Erinnerung blieben ihm dabei gute Situationen von Maximilian Rottensteiner und Marco Dominkus, die alleine vor dem Tor zum Abschluss kamen. Dazu kamen zwei Möglichkeiten von Andreas Gruber nach Eckbällen sowie noch eine weitere Szene, in der Rottensteiner nach Vorarbeit von Michael Kneissl über das Tor schoss. Weil Weikersdorf diese Phase nicht besser nutzte, blieb der knappe Vorsprung zur Halbzeit bestehen, obwohl die Hausherren das Spiel in dieser Zeit klar auf ihrer Seite hatten.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Grundmuster der Partie laut Hatzl zunächst wenig. Wiesmath hatte nun zwar „optisch etwas mehr vom Spiel“, doch die besseren Möglichkeiten blieben auf Seiten der Gastgeber. Marco Dominkus setzte einen freien Abschluss aus rund zehn Metern über das Tor, später wurde er bei einer weiteren Chance geblockt. Dazu kam ein Lauf von Maximilian Rottensteiner alleine auf den Tormann, den der Wiesmather Keeper mit einer Fußabwehr bereinigte, und auch ein Volley von Mario Cerny fand nicht den Weg ins Tor, weil er abgeblockt wurde. In der 64. Minute wurde es noch einmal eng, als eine Hereingabe abgewehrt wurde und über Latte und Stange sprang. Dazu kam noch ein Treffer, der wegen Abseits nicht zählte. Weikersdorf blieb also am Drücker, ohne sich für den Aufwand entscheidend zu belohnen.
Genau deshalb blieb die Begegnung bis in die Schlussphase offen. „Es war aufgrund dessen, dass wir so viele Chancen vergeben haben, bis zum Schluss spannend“, sagte Hatzl, der den Sieg in Summe trotzdem als verdient einstufte. Erst in den letzten Minuten bekam Wiesmath etwas Oberhand und wurde mit hohen Bällen, weiten Einwürfen und Standards gefährlicher, doch Weikersdorf verteidigte den Vorsprung sauber weg. „Die Stärke war heute darin, dass wir wenig Torgefahr zugelassen haben“, meinte der Trainer, der auch den Unparteiischen als „unauffällig“ beschrieb. Beim Blick nach vorne war seine Antwort auf die Frage nach dem größten Verbesserungspotenzial kurz und deutlich: „In der Chancenauswertung.“ Mit dem Heimsieg hält sich Weikersdorf nach sechs Runden mit elf Punkten im oberen Bereich der Tabelle.