Spielberichte

„Die jungen Spieler haben richtig Moral gezeigt“ – Heidenreichstein-Coach Simon sieht trotz Rückschlägen Positives

Heidenreichstein

In der 1. Klasse Waldviertel geht FC Autohaus Hörmann Heidenreichstein nach Platz 13 und den verlorenen Relegationsspielen mit gemischten Gefühlen in die Vorbereitung. Trainer Adolf Simon, der die Mannschaft erst in den letzten fünf Spielen übernommen hatte, verweist einerseits auf verpasste Ziele unter schwierigen Umständen, andererseits aber auch auf ein starkes Zeichen aus den eigenen Reihen. Vor allem die jungen Spieler haben bei ihm Eindruck hinterlassen.

Schiedsrichter macht eine Notiz, hinter ihm liegt der Spielball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Späte Übernahme und ein Ziel, das nur halb aufging

Adolf Simon blickt auf eine Phase zurück, in der bei FC Autohaus Hörmann Heidenreichstein in kurzer Zeit vieles zusammengekommen ist. Der Trainer übernahm die Mannschaft erst in den letzten fünf Spielen und musste damit praktisch sofort unter Wettbewerbsdruck arbeiten. Entsprechend klar beschreibt er auch den Auftrag, mit dem er in diese Aufgabe gegangen ist: "Unser gesetztes Ziel war die Relegation, dass wir sie erreichen." Dieses Ziel wurde erreicht, was Simon durchaus als einen Schritt wertet. Dass am Ende trotzdem kein Happy End stand, hängt aus seiner Sicht eng mit der personellen Situation zusammen. "Die Relegationsspiele haben wir erreicht, aber leider haben wir sie aufgrund vieler Verletzter und Ausfälle verloren", sagt er. Damit ist auch der Grundton seines Rückblicks gesetzt: Es war keine Phase, in der alles gegen den Verein lief, aber eben eine, in der die Voraussetzungen für den ganz großen Schritt nicht mehr gepasst haben.

Im Kader bleibt viel zusammen, Simon setzt auf Kontinuität

Gerade deshalb ist für den Trainer wichtig, dass der Verein im Sommer nicht auseinandergefallen ist. Im Gegenteil: Simon betont ausdrücklich, dass viele Spieler dem Klub die Treue gehalten haben. "Gott sei Dank haben die meisten Spieler das Herz für den FC Autohaus Hörmann Heidenreichstein behalten und sind geblieben", sagt er. Das ist für einen Verein in dieser Lage keine Nebensache, sondern eine zentrale Nachricht für die nächsten Monate. Einen konkreten Abgang nennt Simon mit Laurin Sowa, den er als rechten Außenverteidiger beschreibt. Auf der anderen Seite tut sich im Kader aber auch etwas. Ein junger Stürmer aus der zweiten Mannschaft in Gmünd kehrt zurück, dazu kommen Andre Berki und Andre Tomovic, außerdem sollen noch zwei weitere junge Spieler dazustoßen. Auch auf der Trainerbank gibt es keine neue Baustelle. Simon bleibt im Amt und sieht gerade darin einen wichtigen Punkt für die Stabilität: Dass er nach seiner Übernahme weitermacht, war aus seiner Sicht mit ein Grund dafür, dass viele Spieler geblieben sind und den gemeinsamen Weg fortsetzen wollen.

Junge Spieler geben das beste Signal für den Neustart

Am meisten Zuversicht zieht Simon aber nicht aus Namen oder Transfers, sondern aus dem, was er zuletzt bei den eigenen Nachwuchskräften gesehen hat. Obwohl die Relegationsspiele verloren gingen, ist ihm ein Detail besonders in Erinnerung geblieben. "Die jungen eigenen Spieler haben richtig Moral gezeigt", sagt er, und dieser Satz wirkt bei ihm nicht wie eine Floskel, sondern wie eine echte Erkenntnis aus diesen Wochen. Simon erzählt, dass sogar ein 15-jähriger Spieler mit dabei war und die jungen Kräfte ihre Sache vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht hätten. Gerade daraus leitet er seine Hoffnung für die kommende Saison ab. "Das stimmt mich sehr positiv", sagt der Trainer und ergänzt, dass daraus wieder eine gute Mannschaft entstehen könne, wenn die jungen Spieler verfügbar bleiben und "das Herz am richtigen Fleck haben". Gleichzeitig weiß er, dass der sportliche Start auch davon abhängen wird, wie schnell angeschlagene Schlüsselspieler zurückkommen. Simon spricht von mehreren wichtigen Ausfällen und verbindet das gleich mit einer klaren Hoffnung: "Das sind lauter Schlüsselspieler, und ich hoffe, dass sie zum Saisonstart fit sind."

Ein Verein, der wieder in ruhigere Wochen kommen will

Dass Simon bei aller Vorsicht dennoch nach vorne schaut, hängt auch mit seinem Blick auf das Umfeld zusammen. Er nennt 1. SV Vitis als jene Mannschaft, die ihn in der Liga besonders beeindruckt hat, und begründet das nicht zuerst mit Tabellenpunkten, sondern mit dem, was im Verein zusammenpasst. "Vitis hat eine überragende Saison gespielt. Dort ist Ruhe im Verein, und mit guter Kameradschaft haben sie eine gute Saison hingelegt", sagt er. Genau diese Mischung aus Ruhe, Zusammenhalt und klarer Linie scheint auch für FC Autohaus Hörmann Heidenreichstein das große Thema für die nächsten Wochen zu sein. Sportlich geht es darum, die Verletzten wieder fit zu bekommen, die Rückkehrer einzubauen und den jungen Spielern weiter Platz zu geben. Dazu kommt das Vereinsleben abseits des Rasens, das Simon mit der anstehenden Bahama-Mama-Party ebenfalls anspricht. Es ist ein Hinweis darauf, dass in Heidenreichstein nicht nur an der Mannschaft gearbeitet wird, sondern am gesamten Miteinander. Nach einem Sommer mit Rückschlägen ist genau das wohl die Basis, auf der der nächste Anlauf gelingen soll.