In der 1. Klasse Waldviertel hat USC Schweiggers die abgelaufene Saison auf Rang zehn mit 32 Punkten beendet. Sportlicher Leiter Thomas Reif sieht trotz eines schwierigen Halbjahres mit vielen Ausfällen ein stabiles Fundament, macht aber auch klar, wo für die kommende Spielzeit angesetzt werden muss. Vor allem im Angriff soll sich deutlich mehr tun, während im Sommer auch personell einiges in Bewegung kommt.
Reif blickt auf eine Saisonhälfte zurück, in der USC Schweiggers laut eigener Einschätzung vor allem mit personellen Problemen zu kämpfen hatte. „Wir haben wirklich viele Ausfälle gehabt und dahingehend wird sich das ab Sommer wieder ein bisschen vereinfachen. Es kommen ein paar zurück, somit wird es wieder leichter“, sagt der sportliche Leiter. Gerade deshalb misst er der mannschaftlichen Arbeit gegen den Ball großen Wert bei. „Eindeutig unsere Defensivleistung“ habe für ihn gut funktioniert, betont Reif, und er führt das noch genauer aus: „Wir stehen hinten sehr gut, kontrollieren somit auch hinten das Spiel und verteidigen ganz gut.“ Genau dort sieht er also das Fundament, auf dem USC Schweiggers auch in der neuen Saison aufbauen will. Gleichzeitig spart er die große Baustelle aber nicht aus. „Was besser gemacht werden muss, ist eindeutig die Offensive“, sagt Reif klar. Dass seine Mannschaft zu den Teams mit den wenigsten Treffern der Liga gehörte, sei kein Randthema, sondern ein zentrales Problem gewesen. Für ihn ist das auch keine Frage einzelner Spieler, sondern eine Aufgabe für das gesamte Team: „Das ist eine Mannschaftsthematik, die vom Verteidiger bis zum Stürmer besser werden muss.“
Zur Sommerpause wird sich der Kader jedenfalls verändern. Reif kündigt mehrere Abgänge an. Elias Dorr wechselt nach Schrems, Julian Strohmayer geht nach Kirchberg, Jaromir Mytocka nach Obritz und ebenfalls verlässt uns Christian Bruckner. Damit verliert USC Schweiggers in mehreren Mannschaftsteilen Spieler, auch wenn der Verein parallel bereits an der neuen Saison arbeitet. „Aktuell sind wir noch in Spielergesprächen und es werden noch Spieler zu uns kommen, aber ich kann diese noch nicht nennen“, erklärt Reif. Klar ist damit: Der Kader für die kommende Saison ist noch nicht fertig, die Verantwortlichen wollen aber reagieren. Zusätzlich gibt es auch auf der Trainerbank eine Veränderung. Der Vertrag mit dem bisherigen Trainer wurde nicht verlängert, ab Sommer übernimmt ein neuer Haupttrainer. Auch das zeigt, dass beim Tabellenzehnten nicht einfach nur weitergemacht wird, sondern dass sich in diesem Sommer einiges neu ordnet.
Ein weiterer Punkt, der für die nächsten Wochen wichtig wird, ist die personelle Lage bei mehreren angeschlagenen oder länger verletzten Spielern. Reif nennt dabei mit Christopher Kurz, Thomas Steinbauer, Lukas Kasper und Tobias Fuchs gleich vier Akteure, die aktuell an ihrem Comeback arbeiten oder noch nicht bei voller Belastung sind. „Christopher Kurz arbeitet nach wie vor am Comeback nach seinem Kreuzbandriss“, sagt Reif. Bei Thomas Steinbauer gibt es weiterhin Knieprobleme, Lukas Kasper hat mit Ferse und Sprunggelenk zu tun, und auch Tobias Fuchs ist nach einem Kreuzbandriss noch nicht wieder so weit. Für den Start in die Vorbereitung gibt es dabei zumindest in zwei Fällen vorsichtigen Optimismus. „Kurz und Kasper werden vermutlich zum Trainingsstart beginnen“, so Reif. Bei Steinbauer bleibt es dagegen noch ein Fragezeichen, während Tobias Fuchs „noch ein bisschen Zeit benötigen“ wird. Gerade mit Blick auf die vielen Ausfälle der letzten Monate bekommt dieser Teil der Vorbereitung damit zusätzliches Gewicht.
Dass Reif trotz offener Baustellen nicht in Alarmstimmung verfällt, hängt auch mit seinem Blick auf die Mannschaft zusammen. Einen einzelnen Spieler will er bewusst nicht herausheben. „Bei uns ist nicht ein Spieler unser Star, sondern die ganze Mannschaft ist wichtig“, sagt er, und damit beschreibt er ziemlich genau den Weg, den USC Schweiggers auch in der neuen Saison gehen will. Jeder Einzelne müsse seine Aufgabe erfüllen, „um als Team erfolgreich zu sein“. Dieses Denken passt auch zu seiner Einschätzung der Liga. Besonders beeindruckt hat ihn Meister Amaliendorf, dem er eine „kompakte Mannschaft“, „sehr viel individuelle Klasse“ und ein „sehr gutes Teamgefüge“ zuschreibt. Für USC Schweiggers geht der Blick aber klar nach innen. Die Richtung ist vorgegeben: Hinten die Stabilität halten, vorne deutlich zulegen, Rückkehrer wieder integrieren und die offenen Kaderfragen sauber lösen. Dann soll aus einer durchwachsenen Saisonhälfte wieder ein ruhigerer und erfolgreicherer Abschnitt werden.