Als Tabellenführer der 1. Klasse Waldviertel hat SC Amaliendorf-Aalfang in den vergangenen Monaten vieles richtig gemacht. Trainer Manuel Lamp zieht deshalb eine klar positive Bilanz, spricht aber auch offen an, wo seine Mannschaft noch zulegen muss. Vor allem im letzten Drittel sieht er Verbesserungspotenzial. Dazu kommt ein ruhiger Sommer: ein Abgang, keine Neuzugänge und ein komplett fitter Kader.

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Der Rückblick von Lamp fällt entsprechend zufrieden aus. "Es ist eigentlich sehr gut gelaufen. Wir können uns nicht beschweren", sagt der Trainer, und ein Blick auf die Entwicklung in der Tabelle stützt diese Einschätzung deutlich. Amaliendorf-Aalfang war vom Start weg in der Spitzengruppe dabei, schwankte in den ersten Runden zwar zwischen Rang eins und vier, setzte sich aber im weiteren Verlauf immer klarer fest. Ab Runde 15 stand die Mannschaft durchgehend ganz oben und brachte diese Position bis zum Ende über die Linie. Auch die jüngste Phase mit Siegen gegen Waldhausen, Schwarzenau und Heidenreichstein hat diesen Lauf unterstrichen, selbst wenn die letzten beiden Partien gegen USC Hartl Haus und den ersten Verfolger SCU Koller Nondorf verloren gingen. Dass Amaliendorf-Aalfang trotzdem mit acht Punkten Vorsprung an der Spitze steht, zeigt, wie konstant die Mannschaft davor gearbeitet hat.
Gerade weil die Gesamtbilanz stimmt, spart Lamp die Punkte nicht aus, die aus seiner Sicht noch besser werden müssen. "Im letzten Drittel gibt es Verbesserungsbedarf. Das können wir besser machen, aber im Großen und Ganzen haben wir sehr gut gespielt", sagt er. Das ist keine harte Kritik, sondern eher die nüchterne Einordnung eines Trainers, der trotz Platz eins nicht einfach alles abnickt. Wer 26 Runden lang ganz vorne mitmischt und die zweite Saisonhälfte über Wochen anführt, macht naturgemäß vieles richtig. Trotzdem liegt genau in solchen Aussagen oft der Wert einer starken Mannschaft: Sie lebt nicht nur vom bisherigen Ergebnis, sondern auch davon, dass intern weiter an Details gearbeitet wird. Lamp benennt diesen Bereich offen und macht damit klar, dass sich der Tabellenführer nicht auf dem Erreichten ausruhen will.
Auch personell ist die Lage beim Tabellenführer derzeit überschaubar. Mit Stefan Teufel gibt es laut Lamp nur einen Abgang, neue Spieler sind bisher nicht dazugekommen. Dazu bleiben auch im Trainerstab und im Vereinsumfeld die Dinge unverändert, wie der Coach betont: "Im Umfeld bleibt alles so, wie es ist." Noch wichtiger ist für ihn aber, dass es intern genug Bewegung gibt. "Vor allem die jungen Spieler aus den eigenen Reihen drängen sich immer mehr auf. Das ist schon sehr gut. Man hat oft die Qual der Wahl", sagt Lamp. Diese Aussage sagt viel über die aktuelle Situation aus. Amaliendorf-Aalfang muss den Kader nicht künstlich aufblasen, weil aus den eigenen Reihen Druck entsteht. Dass dazu noch alle Spieler fit sind, verschafft dem Trainer eine sehr angenehme Ausgangslage für die nächste Phase.
Den Blick auf die Liga verliert Lamp trotz der starken eigenen Entwicklung nicht. Besonders SV Kirchberg/Walde ist ihm in den vergangenen Wochen aufgefallen. "Kirchberg hat einen sehr guten Lauf gehabt und sich im Sommer gut verstärkt. Die werden sicher nächste Saison eine gute Rolle spielen", meint der Trainer. Das ist einerseits Anerkennung für einen Konkurrenten, andererseits aber auch ein Hinweis darauf, dass die Spitze in der 1. Klasse Waldviertel eng und lebendig bleibt. Für Amaliendorf-Aalfang spricht trotzdem vieles für einen stabilen weiteren Weg. Die Mannschaft kommt von Platz eins, hat über lange Zeit bewiesen, dass sie ganz vorne bestehen kann, verliert kaum Personal und hat junge Spieler, die sich aufdrängen. Genau deshalb passt Lamps Bilanz so gut zu diesem Sommer: zufrieden, aber nicht selbstzufrieden.