In der 1. Klasse Waldviertel hat sich der USC Schweiggers am Sonntag mit einem 3:3 gegen den SV Waldhausen (NÖ) begnügen müssen. Die Gastgeber lagen zweimal vorne, konnten sich nach Einschätzung von Sportlichem Leiter Thomas Reif aber nie entscheidend absetzen. Genau darin sah er nach einer offenen und umkämpften Partie auch den Hauptgrund, warum am Ende nur ein Punkt auf dem Konto blieb.

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Reif sprach nach dem Schlusspfiff von einem Spiel auf Augenhöhe, in das Schweiggers besser hineingefunden habe. Das zeigte sich auch früh auf der Anzeigetafel. Bereits in der 8. Minute brachte Felix Rozliwka die Heimischen nach einer, wie Reif schilderte, "guten Kombination über links" mit 1:0 in Führung. Lange halten sollte dieser Vorsprung aber nicht, denn nur drei Minuten später glich Daniel Gutmann für Waldhausen zum 1:1 aus. Schweiggers ging in der 32. Minute durch einen von Jan Kosak verwandelten Elfmeter erneut in Führung, doch wieder hatte Waldhausen rasch die Antwort parat. Noch vor der Pause stellte erneut Daniel Gutmann auf 2:2. Reif bezeichnete diesen Treffer als glücklich, weil eine abgerissene Flanke immer länger wurde und schließlich im Tor landete, womit es auch in die Kabinen ging. Nach dem Seitenwechsel drehte Waldhausen die Partie sogar, als Gutmann in der 61. Minute seinen dritten Treffer zum 2:3 erzielte. Schweiggers musste also wieder reagieren und kam in der 75. Minute zum 3:3. Martin Eremiáš nutzte dabei einen Fehler des Waldhausener Tormanns, wie es Reif schilderte, und rettete den Gastgebern damit zumindest noch einen Zähler.
Dass Schweiggers aus diesem Spiel nicht mehr machte, lag für Reif nicht an fehlendem Einsatz nach vorne. Im Gegenteil: "Bei uns hat der Druck nach vorne und das Tempo nach vorne sehr gut funktioniert. Das hat uns auch einige Chancen eingebracht." Gerade dieser Punkt war aus seiner Sicht einer der positiven Aspekte des Nachmittags, weil seine Mannschaft in der Offensive diesmal deutlich aktiver wirkte. "Wir konnten endlich einmal in der Offensive Akzente setzen", sagte Reif, der seine Mannschaft insgesamt mit etwas mehr Spielanteilen gesehen hat. Gleichzeitig nannte er aber auch klar, warum ein Heimsieg trotz zweier Führungen ausblieb. "Was weniger funktioniert hat, waren teilweise individuelle Fehler, die zu Toren führten, und hin und wieder das Defensivverhalten, das nicht so strukturiert war, wie wir es von uns kennen." Genau diese Mischung aus guter Vorwärtsbewegung und unnötigen Gegentoren zog sich durch die 90 Minuten. Schweiggers hatte Ballbesitz, Schweiggers hatte Phasen mit Druck, aber Schweiggers brachte keine Ruhe in die Partie, weil Waldhausen immer wieder zurückkam.
So fiel auch Reifs Gesamturteil entsprechend nüchtern aus. "Über die 90 Minuten geht das Unentschieden in Ordnung", sagte der Schweiggers-Funktionär, auch wenn er ergänzte, dass seine Mannschaft "ein bisschen mehr vom Spielanteil" und mehr Ballbesitz gehabt habe. Aus Sicht der Chancen sei das 3:3 aber fair gewesen. Reif wollte dem Gegner dabei nichts absprechen. "Waldhausen war definitiv ein Gegner auf Augenhöhe. Sie haben gekämpft, sind gelaufen und haben die Rückstände mit Erfolg aufgeholt", meinte er. Dazu passte auch seine Einschätzung zum Spiel insgesamt: "Es war eine offene Partie mit einigen Chancen auf beiden Seiten, eine flotte und sehr umkämpfte Partie." Diskussionsstoff rund um den Unparteiischen gab es laut Reif nicht, auch dessen Leistung bewertete er als gut und ruhig. Für Schweiggers bleibt damit nach vier Runden zwar weiter Luft nach oben, doch der erste Punkt ist zumindest angeschrieben. Trotzdem klang bei Reif durch, dass man sich gerade nach diesem Spiel mehr erhofft hatte: "Wir hätten schon ganz gerne die ersten drei Punkte zu Hause holen wollen." Gerade weil die Chancen da waren und weil wir zweimal vorlegte, wird das Gefühl bleiben, dass an diesem Nachmittag durchaus mehr möglich gewesen wäre.