In der 1. Klasse Waldviertel hat 1. SV Appel Vitis am Samstagabend mit 3:1 gegen USV Gastern gewonnen und dem bisherigen Tabellenführer damit die ersten Punkte abgenommen. Co-Trainer Kevin Fasching sprach danach von einer „richtigen Werbung für den Unterhausfußball“, betonte aber auch, dass seine Mannschaft die Partie schon vor der Pause klarer hätte auf ihre Seite ziehen können.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Der Beginn gehörte zunächst den Gästen, jedenfalls was die erste große Möglichkeit betraf. Fasching verhehlte nach dem Schlusspfiff nicht, dass seine Mannschaft in den ersten Minuten auch das nötige Glück auf ihrer Seite hatte. „Da hatte Gastern eine sehr gute Möglichkeit zum 1:0“, sagte der Co-Trainer, ehe er schilderte, wie Vitis danach besser in die Partie fand. Genau in dieser Phase fiel dann auch die Führung: Raphael Binder traf in der 9. Minute per Kopf zum 1:0, nachdem die Gastgeber laut Fasching „durch eine schöne Kombination über die linke Seite“ zum Abschluss gekommen waren. Ganz beruhigt war die Lage damit aber nicht, weil Gastern im Spiel blieb und wieder mehr Zugriff bekam. In der 33. Minute glich Martin Jasansky zum 1:1 aus. Fasching bezeichnete die Szene aus seiner Sicht als „sehr fragwürdig“, schob aber sofort nach, dass das 1:1 „zu diesem Zeitpunkt definitiv verdient“ gewesen sei. Es war genau diese Mischung aus Tempo, offenen Räumen und Chancen auf beiden Seiten, die den Co-Trainer später von einer Werbung für den Unterhausfußball sprechen ließ.
Wirklich entscheidend war für Fasching nicht ein einziger Augenblick, sondern eher die Art, wie sich das Spiel ständig hin und her bewegte. Trotzdem gab es vor der Pause eine Phase, in der Vitis viel richtig machte. Kurz vor der Pause nützten die Hausherren einen Standard zur neuerlichen Führung. Stefan Flicker stellte in der 38. Minute auf 2:1, nachdem Vitis den Freistoß in den Strafraum brachte und zum Kopfballtreffer kam. Damit hatte der SV das Spiel zwar wieder auf seine Seite gezogen, erledigt war die Sache aber noch lange nicht. „Wir hätten das 3:1 machen müssen in der Halbzeit. Dann wäre es vielleicht wesentlich einfacher gewesen beziehungsweise wäre das die Vorentscheidung gewesen“, sagte Fasching. Gerade darin lag aus seiner Sicht der Knackpunkt, denn die Gastgeber ließen noch vor dem Pausenpfiff mehrere gute Möglichkeiten liegen und nahmen deshalb nur ein knappes 2:1 mit in die Kabine. So blieb ein Spiel offen, das nach Meinung des Vitis-Co-Trainers bis zum Schluss spannend blieb.
Nach dem Seitenwechsel war das ganz hohe Anfangstempo laut Fasching nicht mehr in derselben Form zu sehen, attraktiv blieb die Partie für ihn trotzdem. Vitis musste dabei nicht nur das Ergebnis verwalten, sondern auch weiter viel Arbeit gegen den Ball leisten. Gastern durfte in dieser Phase nochmals auf seine Chance hoffen. Gerade in dieser Phase gefiel Fasching die Haltung seiner Mannschaft besonders gut. „Die Disziplin, die mannschaftliche Geschlossenheit gegen den Ball, aber auch das Spiel nach vorne, das temporeiche Spiel nach vorne, das wir hatten“, nannte er als größte Stärken seines Teams. Weil Vitis defensiv fast alles wegverteidigte und sich nicht aus der Ruhe bringen ließ, blieb der Vorsprung bis in die Schlussphase bestehen. Erst in der 89. Minute sorgte Kapitän Thomas Veith durch einen Weitschuss ca. ab der Mittellinie ins leere Tor mit dem 3:1 und damit für die endgültige Entscheidung. „Da war dann endgültig der Deckel drauf“, sagte Fasching, der den Gegner trotzdem ausdrücklich stark einordnete: „Natürlich eine spielerisch sehr starke Mannschaft. Sie stehen nicht umsonst dort, wo sie stehen.“ Umso höher war der Heimsieg aus Sicht der Vitiser einzuschätzen. Gegen einen Gegner, der davor noch keinen Punkt abgegeben hatte, zeigte der SV über weite Strecken ein reifes und geschlossenes Spiel. Mit dem 3:1 rückt Vitis in der Spitzengruppe weiter nach vorne und nimmt aus einem intensiven Abend nicht nur drei Punkte, sondern auch viel Selbstvertrauen mit.