Mit einem 3:0 gegen SC Kirchberg/P. hat SV Karlstetten/Neidling die Saison in der 1. Klasse West-Mitte auf Rang sechs beendet. Sportlicher Leiter Gerhard Scherner blickt trotzdem weniger auf das letzte Ergebnis als auf die ganze Halbserie. Sein Fazit fällt gemischt aus: Die jungen Spieler hätten in einer heiklen Kadersituation viel aufgefangen, gleichzeitig habe die geringe Kaderdichte den Verein immer wieder spürbar gebremst.

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Wer nur auf den Endstand schaut, sieht bei SV Karlstetten/Neidling zunächst einmal einen ordentlichen sechsten Platz mit 36 Punkten. Der Weg dorthin war aber alles andere als gerade. Nach Runde eins lag die Mannschaft noch auf Rang zwölf, im Laufe der Saison arbeitete sie sich Schritt für Schritt nach vorne und pendelte lange im Bereich um Platz neun. Gerade die Schlussphase zeigt, warum Scherner die Entwicklung nicht kleinreden will. Auf das 1:1 gegen 1. SV Maria Anzbach und das 0:0 gegen USG Alpenvorland folgte ein 1:0 gegen SKVg Pottenbrunn. Nach der Niederlage gegen ATSV Schönfeld/T. gab es zum Abschluss noch das 3:0 gegen SC Kirchberg/P. – eine Serie, mit der sich die Mannschaft noch auf Rang sechs schob.
Genau darin sieht Scherner den wichtigsten positiven Punkt der vergangenen Monate. „Gut funktioniert hat die Einbindung der jungen Spieler aufgrund der prekären Kadersituation, weil wir im Winter etliche Stammkräfte abgegeben haben. Das haben die Jungen relativ gut gemacht“, sagt der Sportliche Leiter. Dass er dabei keine einzelnen Namen hervorheben will, sagt ebenfalls viel über die Sicht des Vereins aus. „Einzelne Namen brauchen wir nicht nennen. Das lädt ihnen zu viel Druck auf“, erklärt Scherner. Die Entwicklung soll also bewusst als Leistung einer Gruppe gesehen werden. Nicht ein einzelner Spieler stand im Mittelpunkt, sondern die Tatsache, dass mehrere junge Kräfte in einer schwierigen Phase eingesprungen sind und die Mannschaft mitgetragen haben.
So klar Scherner den Einsatz der jungen Spieler lobt, so offen spricht er auch über das größte Problem. „Negativ war die geringe Kaderdichte aufgrund von Verletzungen. Da könnte es von der Kadersituation her natürlich besser sein“, sagt er. Zeitweise fiel laut Scherner auch ein Legionär aus, wodurch die Möglichkeiten noch kleiner wurden. Dazu kamen die Winterabgänge mehrerer Stammkräfte. Aus dem bisherigen Aufgebot werden im Sommer mit Roman Sabler, Erik Chval, Patrick Jeannin und Marcel Zuser weitere Spieler abgegeben. Insgesamt beschreibt Scherner die Lage als deutlichen personellen Einschnitt. Reagiert wurde bereits am Transfermarkt: Mit Serkan Demirbas vom SC Hainfeld, der im offensiven Mittelfeld, auf dem Flügel oder als zweiter Stürmer spielen kann, sowie mit Toni Primorac vom FC Ratzersdorf und Stürmer Dusan Majkic vom FC Oberndorf sollen neue Optionen dazukommen.
Im Rückblick spricht Scherner nicht nur über Engpässe, sondern auch über Personen, die der Mannschaft in dieser Phase Stabilität gegeben haben. Besonders hebt er Marcel Zuser hervor: „Positiv entwickelt hat sich natürlich auch der Spielertrainer Marcel Zuser, der die Mannschaft extrem gut geführt hat.“ Im Trainerteam gab es inzwischen ebenfalls eine Veränderung, gleichzeitig ist die aktuelle Lage personell wieder ruhiger. „Momentan haben wir keine Verletzten“, sagt Scherner. Das ist für die nächsten Wochen ein wichtiger Punkt, weil sich der Verein damit wieder breiter aufstellen kann. Als stärkste Mannschaft der Liga nennt der Sportliche Leiter den FC Ober-Grafendorf. Für SV Karlstetten/Neidling ist das ein klarer Maßstab: Die Entwicklung der jungen Spieler soll weitergehen, gleichzeitig muss der Kader insgesamt stabiler werden.