Beim 2. Klasse Ybbstal-Klub SV Gaflenz überwiegt nach Rang sechs mit 40 Punkten nicht die Zufriedenheit, sondern der nüchterne Blick auf eine schwierige Frühjahrssaison. Trainer Josef Bichlbauer sagt klar, dass seine Mannschaft an die starke Herbstrunde nicht anknüpfen konnte. Verletzungen, Ausfälle und viele Umstellungen waren für ihn die Hauptgründe, warum der Aufschwung zu spät kam und am Ende weniger Punkte herausschauten als erhofft.

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Josef Bichlbauer machte im Rückblick keinen Hehl aus den Problemen der vergangenen Monate. „Wir konnten an die Herbstsaison nicht anschließen, die an sich sehr gut war“, sagte der Trainer und sprach damit genau jenen Punkt an, der die Saison des SV Gaflenz aus seiner Sicht geprägt hat. Während im Herbst vieles funktionierte, war das Frühjahr von Brüchen gekennzeichnet. „Zahlreiche Verletzungen und Ausfälle haben uns gezwungen, viel auszuprobieren“, erklärte Bichlbauer. Gerade diese ständigen Anpassungen verhinderten laut dem Trainer, dass sich eine klare Linie über längere Zeit entwickeln konnte. Für den sechstplatzierten SV Gaflenz blieb damit das Gefühl, dass in dieser Phase mehr möglich gewesen wäre.
Entsprechend richtet sich der Blick beim SV Gaflenz nun klar nach vorne. Bichlbauer hofft vor allem darauf, dass sich die personelle Lage über den Sommer entspannt und jene Spieler zurückkommen, die im Frühjahr gefehlt haben. „Wir hoffen jetzt natürlich, im Sommer wieder einige Spieler zurückzubekommen“, sagte er. Besonders konkret wurde der Trainer bei Julian Englisch, der laut Bichlbauer das gesamte Frühjahr ausfiel und im Mittelfeld wieder eine Option werden soll. Bei einem Außenverteidiger rechnet er ebenfalls mit einer Rückkehr, schränkte aber ein: „Bei Brenn Benedikt wird es wahrscheinlich noch ein bisschen dauern.“ Auf dem Transfermarkt kündigte der Verein vorerst keine größere Bewegung an. „Prinzipiell bleibt der Kader, der mittlerweile größer geworden ist, so wie er ist“, sagte Bichlbauer. Ein fixer Abgang im Mittelfeld steht allerdings fest. Der Grundtenor ist trotzdem klar: Der SV Gaflenz setzt eher auf Stabilität und darauf, mit einem breiteren Aufgebot in den Herbst zu starten, so wie man es intern schon im Winter eingeplant hatte.
Neben den sportlichen Themen sprach Bichlbauer auch ein Projekt an, das im Vereinsalltag viel Energie gebunden hat. Große Veränderungen im Trainerstab oder auf Funktionärsebene gibt es beim SV Gaflenz laut ihm nicht. „Es gibt kaum Veränderungen“, sagte der Trainer. Dafür steht mit der Platzeröffnung des neuen Trainingsplatzes am Freitag, 3. Juli, ein wichtiger Punkt im Vereinsumfeld an. Bichlbauer machte keinen Hehl daraus, dass in dieses Projekt in der letzten Halbsaison viel Arbeit geflossen ist. „Wir nutzen diesen Platz mit voller Freude“, betonte er und ergänzte, dass sich dieser Aufwand auch in der Frühjahrssaison bemerkbar gemacht habe. Jetzt, da das Projekt abgeschlossen sei, verbindet der Trainer damit ganz klar die Hoffnung, dass der Alltag wieder ruhiger wird und der Verein den neuen Trainingsplatz „in vollem Umfang nutzen“ kann. Gerade für eine Mannschaft, die im Frühjahr oft improvisieren musste, ist das ein Punkt, der für die nächste Phase nicht unwichtig ist.
Trotz der enttäuschenden Rückrunde hob Bichlbauer auch einzelne positive Entwicklungen hervor. Einen Spieler – Josef Dusek – stellte er dabei besonders heraus, weil er „über die ganze Saison sehr regelmäßig getroffen – ein Top-Stürmer – eigentlich der Spieler der Saison“. Auch Thomas Englisch bekam vom Trainer ein klares Lob. Nach dem absolvierten Wehrdienst habe er im Frühjahr „gut performen“ können und überzeugt. Den Blick über die eigene Mannschaft hinaus, ließ sich Bichlbauer ebenfalls nicht nehmen. Beeindruckt habe ihn „die Kehrtwende von Strengberg“, sagte er über FCU Strengberg. Für den SV Gaflenz ist die Richtung trotzdem eindeutig. Wenn die verletzten Spieler zurückkommen, der Kader wieder jene Breite hat, die im Winter schon erwartet wurde, und die Unruhe der letzten Monate abnimmt, dann soll der Anschluss an das starke Herbstniveau wieder gelingen.