In der 2. Klasse Ybbstal hat sich FC Sonntagberg mit Rang vier und 50 Punkten eine starke Ausgangslage für die neue Saison erarbeitet. Sportlicher Leiter Nikolaus Egger blickt deshalb mit viel Zufriedenheit auf das Frühjahr zurück, redet aber nicht alles schön: Nach dem Karriereende von Marcel Pfaffenbichler, einem Trainerwechsel und der langen Pause von Maximilian Seisenbacher warten im Sommer trotzdem ein paar wichtige Aufgaben.

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Der Blick auf die letzten Wochen der Saison stützt die positive Einschätzung. FC Sonntagberg beendete das Spieljahr mit vier Siegen und einem Remis aus den letzten fünf Partien, gewann bei Union Wolfsbach mit 5:0, setzte sich bei SV Opponitz mit 4:0 durch, holte gegen SV Scheibbs ein 1:1, feierte bei FCU Strengberg ein 7:0 und legte zum Abschluss noch ein 2:0 gegen SV Gaflenz nach. Egger spricht deshalb ganz bewusst von einem starken Frühjahr und sagt: "Wir sind mit der Frühjahrssaison natürlich sehr zufrieden, waren bei den besten Mannschaften dabei in der 2. Klasse und haben gesehen, dass wir da wirklich mit der Spitze mithalten können." Dass am Ende Rang vier zu Buche steht und der Abstand auf Platz drei nur einen Punkt beträgt, passt gut zu dieser Einordnung. Sonntagberg hat sich über die Rückrunde in der Spitzengruppe festgesetzt und sich diesen Platz mit konstanten Ergebnissen erarbeitet.
Ganz ohne Baustellen geht FC Sonntagberg aber nicht in den Sommer. Egger macht kein Geheimnis daraus, dass vor allem ein Abgang schwer wiegt. "Verbesserungspotenzial gibt es sicher wie in jeder Mannschaft. Man kann überall ein bissel was verbessern, aber wir sind schon sehr zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft", sagt der sportliche Leiter zunächst grundsätzlich. Dann wird er konkreter: "Das Karriereende von Marcel Pfaffenbichler müssen wir ersetzen. Das ist die größte Aufgabe, die auf uns in der nächsten Saison zukommt." Mit Pfaffenbichler verliert FC Sonntagberg einen Innenverteidiger, dazu verlassen mit David Suhajda und Michael Pfeiffer zwei weitere Spieler den Verein. Gleichzeitig gibt es mit Alex Balogh, Zsolt Tamasi und Rückkehrer Markus Stockner bereits einige Neuzugänge, die dem Kader neue Möglichkeiten geben. Auch wenn Egger insgesamt zufrieden ist, zeigt gerade dieses Thema, wo der Verein in den kommenden Wochen genau hinschauen muss.
Verändert hat sich auch auf der Trainerbank etwas. Andreas Knoll hat nach der vergangenen Saison eine neue Aufgabe übernommen, deshalb musste FC Sonntagberg reagieren. Egger beschreibt den Schritt offen und ohne große Umwege: "Wir waren gezwungen, einen Trainerwechsel vorzunehmen, sind aber sehr zufrieden, dass wir mit Pren Zefi einen unserer Wunschkandidaten bekommen haben." Weitere Unsicherheitsfaktoren gibt es im Kader derzeit kaum, denn bei den Verletzungen ist die Lage laut Egger recht ruhig. "Momentan sind wir Gott sei Dank von Verletzungen weitgehend verschont", sagt er. Nur bei Maximilian Seisenbacher bleibt Geduld gefragt. Der junge Spieler hat erneut eine Kreuzband-Operation hinter sich, eine Rückkehr ist noch nicht absehbar. Egger formuliert das vorsichtig, aber mit Hoffnung: "Wir hoffen natürlich, dass er noch einmal Fußball spielen kann. Es wäre schade, wenn er es nicht schaffen würde, aber ich bin optimistisch, dass er sich noch einmal zurückkämpft."
Auffällig ist, dass Egger seine Bilanz nicht auf einzelne Namen zuspitzen will. Für ihn war gerade die Entwicklung des gesamten Kaders ein wichtiger Grund dafür, dass FC Sonntagberg über weite Strecken so stabil unterwegs war. "Ich will aus dem ganzen Team jetzt keinen wirklich hervorheben. Die ganze Mannschaft hat sich fußballerisch sehr gut präsentiert", sagt er. Besonders wichtig findet er dabei das Zusammenspiel der Generationen: "Die Jungen haben wieder etwas dazugelernt. Die arrivierten Spieler schauen auch, dass sie die Verantwortung übernehmen." Dazu komme ein gutes Innenleben der Mannschaft. "Das Teamgefüge rückt immer weiter zusammen. Es ist echt eine gute Stimmung in der Mannschaft." Auch auf die Konkurrenz schaut Egger genau. Für ihn bleibt FC Ertl trotz des knapp verpassten Meistertitels "eine der stärksten Mannschaften in der Liga", und auch Göstling hat ihn beeindruckt, weil dort über die letzten Jahre eine sehr starke Mannschaft gereift ist. Für FC Sonntagberg ist die Richtung damit klar: Die Basis passt, der vierte Platz ist eine ordentliche Bestätigung, und wenn Anfang August die neue Saison beginnt, soll an die starke Frühjahrslinie angeknüpft werden.