In der 1. Klasse West-Mitte hat USG Alpenvorland gegen SV Karlstetten/Neidling lange an einem Heimsieg geschnuppert, am Ende aber noch mit 2:4 verloren. Die Gäste lagen zur Pause zurück, fanden nach dem Seitenwechsel aber besser hinein und drehten die Partie. Für den Sportlichen Leiter Johannes Schelberger war vor allem eines ausschlaggebend: Die Wechselspieler und der breite Kader brachten genau den Schwung, der den Umschwung möglich machte.

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Es war, wie Schelberger es nannte, ein "hart umkämpfter Sieg", und genau so entwickelte sich die Begegnung auch. Alpenvorland ging in der 30. Minute durch Njabulo Mpofu mit 1:0 in Führung und nahm diesen Vorsprung auch mit in die Pause. Karlstetten musste also einem Rückstand nachlaufen, blieb aber in der Partie. "Am Ende waren wir zur Halbzeit hinten, haben aber dann auch durch die gute Ersatzbank das Spiel drehen können", sagte Schelberger. Nach dem Seitenwechsel gelang zunächst Mathias Luger in der 57. Minute das 1:1. Die Antwort der Gastgeber folgte rasch, denn Michael Lasselsberger stellte in Minute 61 auf 2:1. Karlstetten ließ sich davon aber nicht aus der Bahn bringen. Nur drei Minuten später glich Thomas Marchart wieder aus, ehe Jakob Langmann in der 86. Minute erstmals die Führung für die Gäste besorgte. In der Nachspielzeit machte Antun Primorac mit dem 2:4 endgültig alles klar.
Für den Sportlichen Leiter lag der entscheidende Punkt des Abends nicht in einem einzelnen Zweikampf oder einer isolierten Szene, sondern in der Tiefe des Kaders. "Die Wechselspieler haben noch einmal frischen Wind reingebracht und das Spiel gedreht. Der breite Kader ist hier sicher von Vorteil", sagte Schelberger. Er sprach damit genau jenen Aspekt an, der für Karlstetten nach der Pause immer wichtiger wurde. Die Gäste arbeiteten sich Schritt für Schritt in die Partie hinein, auch weil von außen noch einmal neue Energie kam. Dass daraus nicht nur der Ausgleich, sondern am Ende sogar vier eigene Tore heraussprangen, passte für ihn ins Gesamtbild. "Es war eine kollektive Mannschaftsleistung. Man hat hier nicht aufgegeben. Der Wille war bis zum Ende spürbar", betonte er. Gerade weil Karlstetten nach dem 1:1 noch einmal das 1:2 hinnehmen musste, bekam diese Aussage zusätzlich Gewicht. Die Mannschaft blieb dran, erhöhte den Druck und zwang den Umschwung schließlich doch noch.
Schelberger sah im Gegner vieles von dem bestätigt, womit seine Mannschaft gerechnet hatte. "Kämpferisch ist die USG Alpenvorland immer ganz vorne dabei, sind hinten beinhart gestanden, haben die Bälle nach vorne geschossen und vorne und im Zentrum starke Legionäre, die jeder Mannschaft wehtun können", sagte er. Gerade deshalb ordnete er den Auswärtssieg auch hoch ein, weil seine Mannschaft erst einmal in dieses Spiel hineinfinden musste. "Kämpferisch waren wir vor allem zu Beginn vielleicht ein bisschen unterlegen, haben uns dann gut reingearbeitet", erklärte Schelberger. Ganz zufrieden war er trotz der vier erzielten Tore aber nicht. Vor allem bei Standards sah er klaren Verbesserungsbedarf. "Bei den Standards hat mir die Zuordnung nicht gefallen. Die müssen wir auf jeden Fall im Training ansprechen und verbessern." Dass Alpenvorland zwei Tore machte, passte für ihn auch zu dieser Einschätzung, denn im offenen Spiel habe man die gefährlichen Spieler "eigentlich gut im Griff gehabt", nur in diesen Situationen habe die letzte Konsequenz gefehlt. Auch den Schiedsrichter bewertete er nach der hitzigen Partie nüchtern: "Der Schiedsrichter war in Ordnung, hat das Spiel im Griff gehabt und eine gute, solide Leistung gezeigt."
Der 4:2-Sieg war für Schelberger deshalb nicht nur wegen des Resultats wichtig, sondern auch als weiterer Schritt in einer Phase, in der sich seine Mannschaft noch findet. "Wir haben eine Steigerung im Vergleich zu den ersten beiden Spielen hingelegt", sagte er, schob aber gleich nach, dass vor allem in der zentralen Achse noch Arbeit wartet. Karlstetten hat laut seiner Einschätzung einige neue Spieler eingebaut, spielt erstmals ohne Legionär und musste nach einer kurzen Vorbereitung vieles parallel regeln. "Die Hierarchien müssen neu aufgebaut werden, die Rollen klarer verteilt werden", meinte Schelberger. Deshalb wollte er den Erfolg auch nicht größer machen, als er ist. "Am Ende vielleicht dennoch etwas glücklich, aber die Wechselspieler haben das erzwungen und verdient den Umschwung gebracht." Zugleich klang durch, dass man in Karlstetten das eigene Potenzial noch deutlich höher einschätzt. "Wir schauen von Woche zu Woche", sagte Schelberger, und fügte an: "Ich denke, dass wir von Spiel zu Spiel stärker werden und erst gegen Mitte, Ende der Herbstsaison so richtig in Fahrt kommen." Der Auswärtssieg in Kirnberg war damit aus seiner Sicht kein fertiges Bild, sondern ein weiterer Hinweis darauf, wohin die Entwicklung gehen kann.