In der 1. Klasse West-Mitte hat sich der ATSV Schönfeld/T. gegen den SV Ratzersdorf lange gewehrt, am Ende aber doch 1:3 geschlagen geben müssen. Nach dem 0:1 zur Pause drehte Ratzersdorf die Partie im zweiten Durchgang, auch weil Trainer Marc Andre Unterhuber mit einer Umstellung auf zwei Stürmer den richtigen Hebel fand. Der Coach sprach danach von zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten seiner Mannschaft.

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Ratzersdorf kam in Hälfte eins nur selten sauber in die Partie. Unterhuber sprach offen davon, dass seine Mannschaft „nicht wirklich ins Spiel gefunden“ habe und die Staffelung nicht gepasst habe. Dazu kamen aus seiner Sicht der kleine Platz und ein schwieriger Untergrund, auf dem die Gäste nur schwer ihren Rhythmus fanden. Schönfeld arbeitete laut dem Trainer gut, war in vielen Situationen einen Schritt schneller und ging in der 31. Minute durch Amir El-Damanhoury mit 1:0 in Führung. Ganz ohne Antworten blieb Ratzersdorf allerdings nicht: Ein Stangenschuss und kurz vor der Pause noch ein Abschluss nach einem Stanglpass von Messi Ibrahim waren die besten Möglichkeiten vor dem Seitenwechsel.
In der Pause reagierte Unterhuber, tauschte personell und stellte auf zwei Stürmer um. „Mit Beginn der zweiten Halbzeit hat man eine ganz andere Mannschaft von mir gesehen“, sagte der Coach, und genau das spiegelte sich dann auch im Spiel wider. Ratzersdorf wurde aktiver, gewann mehr Zweikämpfe und übernahm Schritt für Schritt das Kommando. Einen weiteren Einschnitt gab es in der 62. Minute, als Blerim Sulimani die Rote Karte sah. Die Szene selbst wollte Unterhuber nicht groß bewerten, weil er nach eigenen Worten zu weit weg war. Für den weiteren Verlauf war der Ausschluss aus seiner Sicht aber wichtig, weil Schönfeld dadurch zusätzlich geschwächt wurde.
Nur zwei Minuten nach der Roten Karte fiel der Ausgleich, als Milan Ferencik in der 64. Minute das 1:1 erzielte. Für Unterhuber war genau dieses Tor besonders wichtig: „Vor allem beim 1:1 ist noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft gegangen.“ Danach blieb Ratzersdorf am Drücker, erspielte sich deutlich mehr gute Situationen und kam immer wieder gefährlich vor das Tor. In der 72. Minute drehte Lucas-Nicola Sunk die Partie mit dem 2:1, in der 85. Minute legte er auch noch das 3:1 nach. Unterhuber sprach danach davon, dass seine Mannschaft in dieser Phase noch mehrere Chancen liegen gelassen habe. Gerade deshalb sei der Sieg über die gesamten 90 Minuten für ihn „vollkommen in Ordnung“ gewesen.
Trotz des Auswärtssiegs beließ es der Ratzersdorf-Trainer nicht bei Lob. Ihn störte vor allem, dass seine Mannschaft in der ersten Hälfte zu viele Spielanteile hergab und in den Zweikämpfen nicht an das Niveau der Vorwoche herankam. „Wir waren nicht so konsequent wie letzte Woche“, sagte Unterhuber, der Schönfeld zugleich ein gutes erstes Auftreten attestierte: „Sie haben ganz gut gearbeitet, gekämpft und sind in Führung gegangen.“ Umso zufriedener war er mit der Reaktion nach der Pause, als seine Elf laut seiner Einschätzung viel Ballbesitz hatte und die besseren Chancen auf ihrer Seite vereinte. Mit dem 3:1 hält Ratzersdorf nach vier Runden nun bei neun Punkten und bleibt damit ganz vorne in der 1. Klasse West-Mitte dran.