In der 1. Klasse West-Mitte hat FCU Gerersdorf/E. gegen USC Markersdorf trotz 1:0-Führung noch 1:2 verloren. Markersdorfs Trainer Christian Hasenberger nannte den Auswärtssieg einen "moralischen Gewaltakt", weil seine Mannschaft nach schwachem Beginn, Rückstand und Gelb-Rot noch zurückkam. Entscheidend war für ihn die Reaktion seiner Elf, die in Unterzahl präsenter wurde und das Spiel spät drehte. Mit 12 Punkten bleibt der USC vorne dabei.

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Hasenberger machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft nur schwer in die Partie kam. "Wir haben uns das anders vorgenommen, sind aber sehr holprig reingekommen", sagte der Trainer. Gerersdorf war aus seiner Sicht zunächst das aktivere Team und suchte immer wieder mit hohen Bällen den Weg nach vorne. Richtig brenzlig wurde es dann rund um die 20. Minute, als der Unparteiische auf Elfmeter entschied. Hasenberger sah die Szene klar anders und meinte: "Für mich war das kein Elfmeter." Der Markersdorfer Tormann hielt jedoch, und damit blieb das Spiel offen. Danach entwickelte sich eine sehr lebhafte Phase, in der beide Mannschaften zu ihren Möglichkeiten kamen. "Zur Halbzeit hätte es 3:3 stehen können", ordnete Hasenberger den ersten Durchgang ein. Dazu passte seine Einschätzung, dass der Tormann der Gastgeber stark hielt, während Gerersdorf trotz guter Ansätze ohne Treffer in die Pause ging. Das 0:0 war für den Markersdorfer Coach deshalb in Ordnung, auch wenn er Gerersdorf bis dahin als die aktivere Mannschaft sah.
Nach Wiederbeginn sprach zunächst noch mehr für die Hausherren. In der 48. Minute brachte Chibuzo Oguegbu Gerersdorf mit 1:0 in Führung, und Hasenberger störte dabei weniger das Ergebnis als vielmehr die Art und Weise, wie es zustande kam. "Wir machen einen individuellen Fehler und arbeiten nicht gegen den Ball", sagte er. Danach plätscherte die Partie aus seiner Sicht eine Zeit lang dahin, weil Markersdorf nicht die richtigen Lösungen fand. Dazu kam eine Szene, in der Gerersdorf schon das vermeintliche 2:0 machte, der Treffer aber wegen Abseits nicht zählte. Hasenberger sprach selbst von Glück für seine Mannschaft und ließ offen, ob die Entscheidung tatsächlich richtig war. Noch schwieriger wurde die Lage, als Zoran Marinovic mit Gelb-Rot vom Platz musste. Gerade in dieser Phase reagierte der USC-Coach mit drei Wechseln – und aus seiner Sicht begann dort die Wende. "Ab diesem Zeitpunkt ist es für uns besser geworden. Wir waren präsenter, obwohl wir einen weniger waren", erklärte Hasenberger. Das war für ihn der Moment, in dem seine Mannschaft wieder an das Spiel glaubte.
Die bessere Phase der Gäste zahlte sich schließlich auch am Spielstand aus. Beim 1:1 in der 66. Minute war es laut Hasenberger Florian Luger, der die Aktion mit einem gewonnenen Zweikampf im Mittelfeld stark einleitete. "Luger gewinnt den Zweikampf im Mittelfeld, kommt rein und steckt für Grilz durch", schilderte der Trainer die Szene, die Christopher Grilz mit dem Treffer ins lange Eck abschloss. Danach sah Hasenberger seine Mannschaft trotz Unterzahl sogar mit Vorteilen. Gerersdorf habe nicht mehr die richtigen Lösungen gefunden, während Markersdorf Druck machte und noch zu weiteren guten Aktionen kam. Der entscheidende Treffer fiel dann in der 84. Minute durch Musa Mustafi. Der Trainer beschrieb das Tor als "einen Spitz ins lange Eck, von der Stange rein" und betonte, dass sich Mustafi den Treffer mit seiner Leistung verdient habe. Insgesamt sprach Hasenberger von "schwerster Arbeit" und fasste den Auftritt seiner Mannschaft ehrlich zusammen: "Spielerisch haben wir viel mehr drauf. Aber die Moral war in Ordnung." Genau diese Moral gab für ihn den Ausschlag, auch wenn er den Sieg nüchtern einordnete: "Vom Einsatz her vielleicht verdient, obwohl er ein bisschen glücklich war." Für den Gegner fand er trotzdem anerkennende Worte und meinte, Gerersdorf habe die Qualität, in dieser Liga ganz vorne mitzuspielen.