In der 1. Klasse West-Mitte hat der SV Ratzersdorf das Heimspiel gegen SV Karlstetten/Neidling mit 1:0 gewonnen und damit auch in Runde fünf ein klares Zeichen gesetzt. Trainer Marc Andre Unterhuber führte den knappen Heimsieg vor allem auf die mannschaftliche Ordnung zurück. „Uns muss man erst ein Tor schießen“, sagte er nach einer Partie, in der seine Mannschaft wenig zuließ und ihre entscheidende Möglichkeit nutzte.
Es war kein Nachmittag, an dem Ratzersdorf mit viel Ballbesitz oder großem Offensivspiel glänzen musste. Unterhuber sagte offen, seine Mannschaft sei „spielerisch nicht so gut im Spiel“ gewesen. Gerade deshalb stellte er nach dem Schlusspfiff die andere Seite der Leistung in den Vordergrund. Sein Team verteidigte kompakt, arbeitete organisiert gegen den Ball und ließ den Gästen nach seiner Einschätzung „wirklich wenig bis gar nichts“ zu. So entwickelte sich eine Partie, in der jede gelungene Aktion Gewicht bekam. Die entscheidende Szene folgte dann in der 38. Minute, als Milan Ferencik zum 1:0 traf. Unterhuber beschrieb die Aktion so: „Messi hat sich einmal gut durchgesetzt, einen Lochpass auf Milan Ferencik gegeben, und der hat trocken ins lange Eck abgeschlossen.“ Mit dieser Führung ging Ratzersdorf auch in die Pause.
Dass dieses 1:0 am Ende reichen könnte, war für den Trainer kein Zufall, sondern die logische Folge dessen, was seine Mannschaft seit Wochen auszeichnet. Schon unmittelbar nach dem Führungstor habe er ein gutes Gefühl gehabt, erzählte Unterhuber. Der Grund dafür lag nicht nur im Spielstand, sondern vor allem in der Verlässlichkeit seiner Defensive. „Wir haben, glaube ich, in den letzten fünf Runden nur zwei Tore bekommen. Das ist, glaube ich, Ligabestwert und das kommt nicht von ungefähr“, sagte er. Je länger die Partie mit diesem Zwischenstand lief, desto mehr sprach der Verlauf aus seiner Sicht für seine Elf. Karlstetten gilt für ihn als einer der Titelkandidaten in dieser Liga, umso höher bewertete er es, dass seine Mannschaft die Partie „sehr gut mannschaftlich gelöst“ habe. Weil Ratzersdorf weiter wenig zuließ, brachte es die knappe Führung schließlich auch über die gesamte Spielzeit.
Die größte Stärke seines Teams sah Unterhuber klar in der Geschlossenheit. „In der mannschaftlichen Kompaktheit“, antwortete er auf die Frage nach dem entscheidenden Plus. Er begründete das damit, dass seine Mannschaft gut gegen den Ball arbeite, defensiv sehr sauber stehe und dadurch in jedem Spiel bei ihren Gelegenheiten bleibe. Auch Karlstetten, das der Trainer wegen seiner individuellen Qualität ausdrücklich hervorhob, konnte diesen Ratzersdorfer Plan nicht entscheidend aufbrechen. „Karlstetten hat individuell sehr viel Klasse im Team, aber die haben wir heute gut neutralisieren können“, sagte Unterhuber. Trotz des Erfolgs blieb er im Ton nüchtern und wollte den Sieg nicht größer machen, als er ist. „Verbessern kann man sich überall“, meinte er, auch wenn man den Moment natürlich genieße. Mit nun zwölf Punkten aus fünf Runden bleibt Ratzersdorf vorne dabei, weiß aber zugleich genau, was jetzt zählt: weiterarbeiten, weil „die Konkurrenz nicht schläft“ und schon in der nächsten Woche wieder „das nächste schwere Spiel“ wartet.