In der 1. Klasse West-Mitte hat SV Karlstetten/Neidling das Dorfmarktspiel gegen USV Eichgraben mit 3:1 gewonnen und sich nach einem frühen Gegentor noch vor der Pause in eine starke Position gebracht. Sportlicher Leiter Johannes Schelberger sprach von einem "verdienten Sieg" gegen einen Gegner, den er spielerisch und technisch zu den stärksten der Liga zählt. Entscheidend war für ihn, dass Karlstetten nach dem 1:1 nicht nachließ.
Das Spiel hatte früh Tempo. In der 9. Minute brachte Rufi Jusufi die Gastgeber mit 1:0 in Führung, nur zwei Minuten später glich Andreas Haas für Eichgraben zum 1:1 aus. Gerade diese Phase hob Schelberger hervor, weil seine Mannschaft nach dem Rückschlag nicht unruhig wurde. "Wir sind gut reingestartet gegen einen sehr starken Gegner", sagte der sportliche Leiter und erinnerte daran, dass er Eichgraben zu den besten Teams der Liga zählt. Noch vor der Pause holte sich Karlstetten die Führung zurück, als Thomas Baumann in der 23. Minute das 2:1 erzielte. Für Schelberger war das einer der Schlüsselmomente des Nachmittags: "Wichtig war, dass wir nach dem Gegentor nicht aufgesteckt haben, sondern weitergespielt und die Pausenführung mitgenommen haben. Der Einsatz von Baumann an diesem Nachmittag war besonders wertvoll und konnte der Mannschaft viel Sicherheit und Stabilität verleihen. Wir hoffen, dass er noch viele weitere Einsätze in unseren Farben bestreiten kann."
Dass es am Ende beim 3:1 für Karlstetten blieb, erklärte Schelberger vor allem mit der Art, wie seine Mannschaft die zweite Hälfte anging. "Danach sind wir ruhig geblieben, haben sehr gut verteidigt", sagte er und beschrieb damit genau jene Linie, die den Gastgebern nach der Pause Sicherheit gab. Gegen einen guten Gegner setzte Karlstetten auf Kompaktheit und darauf, körperlich robust dagegenzuhalten. Eichgraben blieb damit im Spiel, doch die Gastgeber ließen sich nicht aus der Ordnung bringen. In der 81. Minute machte Mathias Luger schließlich das 3:1, nachdem Karlstetten laut Schelberger die sich bietenden Konter mit den Wechselspielern gut ausgespielt hatte. Besonders schön dürfte dieser Treffer für Mathias Luger gewesen sein: Erst am Freitag zuvor hatte er seiner Vanessa das Ja-Wort gegeben – nun setzte er seinem besonderen Wochenende noch sportlich die Krone auf. "Noch einmal herzliche Glückwünsche auch auf diesem Wege von der ganzen USVKN-Familie!“
Ein wesentlicher Punkt war für Schelberger auch die personelle Breite in seinem Aufgebot. Nach der Enttäuschung der Vorwoche hatte Karlstetten rotiert und bekam laut dem sportlichen Leiter genau das, was man sich davon versprochen hatte. "Der Trumpf war die Breite des Kaders und die Geschlossenheit der Mannschaft", sagte er. Von der Bank seien frische Kräfte gekommen, die noch einmal Druck machen konnten. Für Schelberger war das kein Nebenaspekt, sondern ein zentraler Grund dafür, warum Karlstetten den Gegner über 90 Minuten beschäftigen konnte. Gerade gegen ein Team aus dem vorderen Drittel sei es wichtig gewesen, nicht nur ordentlich zu beginnen, sondern das Niveau und die Intensität auch über die gesamte Spielzeit zu halten.
Trotz des klaren Heimsiegs beließ es Schelberger in seiner Analyse nicht beim Lob. Die Ziele in Karlstetten sind hoch, zumindest ein Platz in den Top fünf soll es am Ende werden, im besten Fall sogar mehr. Defensiv sieht er seine Mannschaft nach dem ersten Saisonspiel inzwischen gefestigt, offensiv erwartet er aber noch einen Schritt nach vorne. "Über die Flügel erwarte ich mir mehr Druck, mehr Gefährlichkeit vor dem Tor und eine bessere Chancenauswertung", sagte er. Gerade deshalb stufte er diesen Erfolg als "sehr, sehr wichtig" ein, weil ein weiterer Rückschlag für mehr Unruhe gesorgt hätte. So steht Karlstetten nach sechs Runden bei zehn Punkten auf Platz sechs und fährt laut Schelberger "mit breiter Brust" nach Schönfeld. Auch das Schiedsrichterteam bekam noch ein klares Lob mit auf den Weg: Strittige Szenen habe es nicht gegeben, die Leistung sei "sehr gut" gewesen.