In der 1. Klasse West-Mitte hat sich der SV Ratzersdorf im Heimspiel gegen den Sportclub Kirchberg an der Pielach mit einem 1:1 begnügen müssen. Aus Sicht der Gäste war vor allem die Herangehensweise des Tabellenführers auffällig. „Wir waren überrascht, dass Ratzersdorf so defensiv spielt“, sagte Jürgen Grasmann. Kirchberg nahm nach Führung, Platzverweisen auf beiden Seiten und einer turbulenten zweiten Hälfte letztlich einen Punkt mit, den der Obmann-Stellvertreter als gerecht einordnete.

Foto von Pedram Raz auf Unsplash
Grasmann schilderte eine erste Hälfte, in der Kirchberg das aktivere Team war und Ratzersdorf ungewöhnlich tief stand. „Wenn man nicht gewusst hätte, dass Ratzersdorf Tabellenführer ist, hätte man glauben können, sie sind Tabellenletzter“, sagte er und machte damit deutlich, wie überraschend die Spielanlage der Gastgeber aus seiner Sicht war. Die Kirchberger mussten das Spiel machen, kamen laut Grasmann im Mittelfeld aber immer wieder zu guten Aktionen und hatten auch die erste Riesenchance auf das 1:0. Ratzersdorf hatte vor der Pause ebenfalls eine hundertprozentige Möglichkeit, doch kurz vor dem Seitenwechsel nützten die Gäste ihre Gelegenheit: Nach einem Fehler von Alexander Köck lief David Copko in der 45. Minute alleine auf das Tor zu und brachte Kirchberg mit 1:0 in Führung.
Nach der Pause blieb die Partie nicht ruhig, sondern bekam sofort neue Wendungen. In der 51. Minute sah Tamas Tasselmajer bei Kirchberg Rot, und nur eine Minute später fiel der Ausgleich. „Aus diesem Freistoß ist dann das 1:1 gefallen“, sagte Grasmann über die Szene, nach der Milan Ferencik in Minute 52 für Ratzersdorf traf. Die Gäste mussten diese Phase in Unterzahl überstehen und hielten das Remis fest. In Minute 71 folgte auch bei den Gastgebern ein Ausschluss gegen Marvin Schulz, danach musste bei Ratzersdorf ein Feldspieler ins Tor. Gerade da sah Grasmann die verpasste Chance auf mehr: „Wir sind dann zu keinen Chancen mehr gekommen, obwohl dort ein Feldspieler im Tor gestanden ist.“ Die beste Möglichkeit war noch ein Freistoß aus rund 25 Metern, den der improvisierte Schlussmann stark hielt. Diskussionen über den Unparteiischen wollte Grasmann dabei gar nicht aufmachen: „Der Schiedsrichter hat das Spiel gut im Griff gehabt.“
Trotz des etwas eigenartigen Spielverlaufs war Grasmann mit dem Auftritt seiner Mannschaft über weite Strecken einverstanden, weil Kirchberg geschlossen auftrat und spielerisch immer wieder gute Lösungen fand. „Wir sind wieder als geschlossene Mannschaft aufgetreten und haben spielerisch teilweise sehr gut gespielt“, sagte er. Gerade deshalb blieb bei den Gästen auch das Gefühl, dass in dieser Partie vielleicht noch etwas mehr drinnen gewesen wäre, weil Ratzersdorf ihnen viel Ball überließ und sich Kirchberg lange ordentlich in die Partie hineinarbeitete. Gleichzeitig stellte Grasmann klar, dass das Ergebnis für ihn unterm Strich passt: „Es war letztendlich ein gerechtes Unentschieden.“ Erwähnenswert war aus seiner Sicht auch, dass Kirchberg mit zwei 15-Jährigen begonnen hat, die laut Grasmann „beide eine sehr gute Leistung gezeigt haben“. In der kommenden Runde gegen Eichgraben fehlt ein gesperrter Spieler, dafür kehrt Kapitän Luca Masching zurück.