In der 1. Klasse West-Mitte hat USC Markersdorf das Derby gegen TSU Förthof Hafnerbach mit 2:1 gewonnen und damit die Tabellenführung untermauert. Trainer Christian Hasenberger sprach danach aber nicht von einem souveränen Abend, sondern von einem Erfolg "mit sehr viel Bauchweh und sehr viel Glück". Denn nach einer guten ersten Hälfte geriet seine Mannschaft nach dem Ausgleich stark unter Druck, ehe der späte Siegtreffer doch noch fiel.

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Hasenberger konnte mit dem Beginn seiner Mannschaft durchaus leben. "Die erste Halbzeit haben wir eigentlich sehr viel im Griff gehabt", sagte der Markersdorfer Trainer und meinte damit vor allem die Ruhe am Ball und die Kontrolle gegen einen Gegner, dessen Stärke bei Standards bekannt war. Genau dort wollte er wenig zulassen, und das gelang über weite Strecken auch. Nach vorne blieb es aus seiner Sicht zwar zu harmlos, weil die Angriffe nicht sauber genug zu Ende gespielt wurden. Trotzdem ging Markersdorf in Minute 33 verdient in Führung: Ein Pass in die Tiefe fand Christopher Grilz, der sich im Eins-gegen-Eins durchsetzte und zum 1:0 ins kurze Eck abschloss. Für Hasenberger war das die passende Belohnung für eine erste Hälfte, in der seine Mannschaft vieles ordentlich machte, ohne sich schon entscheidend abzusetzen.
Mit Wiederbeginn änderte sich das Bild allerdings deutlich. Markersdorf kam laut Hasenberger schlecht aus der Pause, und ausgerechnet ein eigener Freistoß wurde zum Ausgangspunkt für den Bruch im Spiel. "Wir kommen raus und machen aus einem Freistoß für uns einen riesigen Schnitzer. Dann kriegen wir einen Konter, das 1:1, und auf einmal war Hafnerbach richtig präsent", sagte er. David Frühauf glich in der 51. Minute aus, und danach hatten die Gäste die klar bessere Phase. Hasenberger redete nicht lange um den heißen Brei: "Sie haben uns das Leben richtig schwer gemacht, sie haben uns auch die Grenzen aufgezeigt." Markersdorf wirkte nervös, machte Fehler, fand kaum mehr Entlastung und wusste nach Einschätzung des Trainers lange keine Antwort auf den Druck der Hafnerbacher. Dass die Gäste trotz ihrer Qualität nur bei neun Punkten stehen, konnte er ohnehin kaum glauben: "Für mich ist unvorstellbar, dass Hafnerbach so weit hinten ist, weil sie extreme Qualität in der Mannschaft haben."
Gerade deshalb fiel die Entscheidung spät und eher unerwartet. In der 70. Minute reagierte Hasenberger, stellte um und ging volles Risiko. "Wir haben auf Hop oder Trop probiert, haben auf ein 4-4-2 umgestellt", erzählte er. Viel Sicherheit brachte das zunächst nicht, umso größer war die Wirkung des zweiten Treffers. Ein langer Freistoß kam auf Fabian Köberl, der eigentlich selbst abschließen wollte, den Ball aber nicht richtig traf und damit in die Mitte brachte. Dort stand Valerian Hörmann frei im Fünfer und schob in Minute 82 zum 2:1 ein. "Das war eigentlich aus dem Nichts, weil wir in der zweiten Halbzeit wirklich sehr wenig auf die Reihe gebracht haben", sagte Hasenberger offen. Genau deshalb war dieses Tor für ihn auch der Schlüsselmoment des Abends, weil es ein Spiel auf die Markersdorfer Seite zog, das längst in eine andere Richtung gekippt war.
Dass am Ende dennoch drei Punkte stehen, erklärt der Markersdorfer Trainer weniger mit spielerischer Überlegenheit als mit Mentalität. "Wir haben das Spiel mit Gewalt gewonnen, haben nie aufgegeben und immer daran geglaubt, obwohl es sehr schwierig war", sagte Hasenberger. Dazu passte auch sein Lob für die Kulisse. Vor 500 bis 600 Zuschauern sei das Stadion "pumpgefüllt" gewesen, und das Derby habe ein gutes Niveau gehabt. Eine Abseitsentscheidung nach dem 1:1 wollte er nicht bewerten, meinte aber, dass man auf seiner Seite natürlich froh gewesen sei. Viel wichtiger war ihm der Blick auf die eigene Mannschaft, die erneut Ausfälle im Offensivbereich, unter anderem Florian Luger und Lukas Lahmer, kompensieren musste. "Hut ab vor der Mannschaft", sagte Hasenberger. Dass der Aufsteiger nach acht Runden mit 21 Punkten ganz vorne steht, sei "sehr lobenswert", auch wenn dieser Sieg einer war, den Markersdorf mit viel Arbeit und noch mehr Erleichterung ins Ziel brachte.