In der 1. Klasse West-Mitte hat der ATSV Schönfeld/T. gegen den Sportclub Kirchberg an der Pielach trotz eines Blitzstarts mit 2:0 noch klar mit 2:6 verloren. Co-Trainer Dominik Seebacher machte vor allem den Bruch rund um das 2:3 noch vor der Pause aus: Schönfeld ließ beim 2:2 eine große Möglichkeit liegen, Kirchberg schlug im Gegenzug zu und zog danach mit viel Glauben und kaltschnäuziger Chancenverwertung davon.
Zunächst sprach aber vieles für die Gastgeber. Blerim Sulimani stellte schon in der 3. Minute auf 1:0, Gazmend Thaqi erhöhte nur fünf Minuten später auf 2:0. Seebacher sagte rückblickend: "Es war in der ersten Halbzeit ein offener Schlagabtausch." Genau so entwickelte sich die Partie dann auch weiter, denn Kirchberg ließ sich vom frühen Rückstand nicht aus dem Tritt bringen. Kilian Glitzner verkürzte in der 15. Minute auf 2:1, David Copko stellte in der 27. Minute auf 2:2. Aus Schönfelder Sicht lag genau dort die große Möglichkeit, das Spiel wieder auf die eigene Seite zu ziehen. "Beim Stand von 2:2 haben wir eine riesengroße Chance, als drei Spieler alleine auf den Tormann laufen. Das müssen wir machen", meinte Seebacher. Statt des möglichen 3:2 kassierte Schönfeld laut dem Co-Trainer noch vor der Pause durch Copko das 2:3. Für Seebacher war damit schon viel in Richtung der späteren Niederlage entschieden.
Diese Phase erklärte der Schönfelder Co-Trainer auch gleich zum Wendepunkt. "Das 3:2 vor der Halbzeit war der Knackpunkt", sagte Seebacher ohne langes Herumreden. Noch schwerer wog aus seiner Sicht, dass seine Mannschaft nach dem 2:0 nicht die richtige Linie fand. "Wir haben dann nicht dreckig Fußball gespielt", so seine klare Einschätzung. Gemeint waren vor allem die Zweikämpfe und die zweiten Bälle im Mittelfeld, bei denen Schönfeld laut eigener Analyse zu oft den Zugriff verlor. Dazu kam, dass nach dem Seitenwechsel die Kraft nachließ. "In der zweiten Hälfte haben wir die Kräfte nicht mehr mobilisieren können", erklärte Seebacher. Kirchberg blieb dagegen auf Kurs und nutzte die Möglichkeiten eiskalt. Tamas Tasselmajer erhöhte in der 54. Minute auf 4:2, Pavol Sivak legte in der 58. Minute das 5:2 nach. Schönfeld versuchte zwar noch, nach vorne etwas zu erzwingen, bekam aber keinen Anschlusstreffer mehr. Den letzten Treffer setzte Julian Sommerlechner in der 78. Minute zum 6:2.
Seebacher sah den Unterschied nicht darin, dass Kirchberg die Partie von Anfang bis Ende klar beherrscht hätte. "Kirchberg hat auf jeden Fall mehr an den Sieg geglaubt", sagte er, und genau das war aus seiner Sicht nach dem 2:2 und besonders nach dem 2:3 vor der Pause zu merken. Die Gäste blieben dran, Schönfeld verlor dagegen Schritt für Schritt den Halt in der Partie. An der Leistung des Schiedsrichters wollte der Co-Trainer diesmal ausdrücklich nichts festmachen. "Die Schiedsrichterleistung war wirklich in Ordnung, sehr solide und sehr gut", sagte Seebacher. Für Schönfeld bleibt nach diesem 2:6 daher vor allem die Aufarbeitung der eigenen Fehler. "Eine 2:0-Führung darfst du in unserer Situation nicht hergeben", stellte er klar. Nach neun Runden hält der ATSV weiter bei drei Punkten und nimmt aus diesem Spiel vor allem die Aufgabe mit, über 90 Minuten stabiler zu werden und eine gute Phase nicht wieder so leicht aus der Hand zu geben.