In der 1. Klasse West-Mitte musste sich der 1. SV Maria Anzbach bei der Sportunion Hofstetten-Grünau mit 0:3 geschlagen geben. Für Obmann Wolfgang Brandstätter lag der Knackpunkt dabei früh in der Partie. Maria Anzbach ließ die Möglichkeiten zu Beginn ungenutzt, geriet nach einem Elfmeter in Rückstand und fand danach laut Brandstätter nicht mehr richtig in das Spiel zurück.

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Aus Sicht der Gäste begann die Partie mit genau jener Phase, über die Brandstätter nach dem Schlusspfiff am meisten sprach. „Das Spiel ist bei der Chancenauswertung verloren gegangen“, sagte der Obmann deutlich. Gerade in den ersten Minuten habe seine Mannschaft die Möglichkeiten gehabt, die Partie in eine andere Richtung zu lenken. Besonders eine Szene blieb ihm dabei hängen: „Da war eine vergebene Chance aus fünf Metern, wo wir nicht in der Lage waren, den Ball aufs Tor zu bringen oder im Tor unterzubringen.“ Für Brandstätter war klar, was auf dem Spiel stand: „Dann hätte es 1:0 für uns stehen können und das Spiel hätte wahrscheinlich einen anderen Verlauf genommen.“ Stattdessen schlug die Partie auf die andere Seite. Nach einer Aktion der Gastgeber musste der Tormann heraus, der Unparteiische entschied auf Elfmeter, und Fezulla Sali brachte Hofstetten in der 18. Minute mit 1:0 in Führung. Genau dieser Moment war für Maria Anzbach laut Brandstätter ein spürbarer Einschnitt.
Brandstätter beschrieb den Rückstand nicht nur als Gegentor, sondern als echten Bruch im Spiel seiner Mannschaft. „Nach diesem Elfmeter war das ein Schock für uns“, sagte er, und genau so habe sich das Auftreten seiner Elf danach auch angefühlt. Maria Anzbach habe sich nicht mehr gut erfangen und in der restlichen ersten Hälfte kaum noch Akzente setzen können. Zwar sprach der Obmann davon, dass die zweite Halbzeit über weite Strecken ausgeglichener gewesen sei, doch entscheidend sei gewesen, dass seine Mannschaft die Spielzüge nicht sauber zu Ende brachte. „Wir konnten eigentlich keine Spielzüge fertig spielen, weil der Gegner sehr gut gestanden ist und wir unser Potenzial nicht ausschöpfen konnten“, sagte Brandstätter. Dazu kam aus seiner Sicht, dass Hofstetten mehr in die Partie investierte. „Der Gegner hatte mehr Laufbereitschaft und mehr Aggressivität entgegenzusetzen als wir.“ Genau dieser Unterschied habe sich für ihn im weiteren Verlauf bemerkbar gemacht, auch wenn es laut seiner Einschätzung insgesamt kein Spiel mit einer Fülle an Torchancen war.
Mit dem 1:0 zur Pause war die Partie für die Gäste noch nicht entschieden, doch nach Wiederbeginn wurde der Weg zurück immer länger. In der 58. Minute erhöhte Markus Hofbauer auf 2:0, nachdem Hofstetten nach Brandstätters Schilderung über eine Einzelaktion zum Abschluss gekommen war, der Ball zunächst nur abgewehrt werden konnte und dann im Nachsetzen im Tor landete. Spätestens da sei klar geworden, „dass es schwer werden wird, noch einmal in das Spiel zurückzukommen“. Nur fünf Minuten später legte Steven Groiß das 3:0 nach. Brandstätter schilderte auch dieses Tor als Folge einer starken Aktion über außen, bei der seine Defensive zu spät reagierte und der Angreifer nur noch den Fuß hinhalten musste. Der Obmann machte aber ebenso klar, dass er die Niederlage nicht am Schiedsrichter festmachen will. Zwar habe es „ein, zwei strittige Situationen“ gegeben, insgesamt sei dessen Leistung aber „relativ in Ordnung“ gewesen. Viel entscheidender war für ihn etwas anderes: „Am Anfang hat uns die Effizienz gefehlt, und im zweiten Spielabschnitt die körperliche Präsenz, die wir dem Gegner hätten entgegensetzen müssen.“
Allzu viel wollte Brandstätter aus Sicht von Maria Anzbach nach dem 0:3 nicht schönreden. „Positiv fällt mir nicht so viel ein“, sagte er offen. Dass seine Mannschaft trotz der klaren Niederlage am Beginn ihre Chancen hatte, blieb für ihn der einzige Punkt, an dem man ansetzen kann. Gerade deshalb war der Frust über das Ergebnis groß, weil er die Niederlage in dieser Höhe nicht als zwingend ansah. „Die 3:0-Niederlage wäre so nicht notwendig gewesen, hätten wir am Anfang unsere Chancen verwertet“, meinte Brandstätter. Selbst neue Kräfte hätten am Ende zu wenig verändert, um noch einmal Spannung in die Partie zu bringen. Für Maria Anzbach geht es nun darum, diese Niederlage sauber aufzuarbeiten. Brandstätter kündigte an, dass das Spiel im Training und in der Besprechung noch einmal genau analysiert werden soll. Die Punkte, die er angesprochen hat, liegen ohnehin offen auf dem Tisch: mehr Effizienz vor dem Tor, mehr Gegenwehr nach Rückschlägen und in den entscheidenden Phasen mehr Durchschlagskraft.