In der 1. Klasse West-Mitte hat TSU Förthof Hafnerbach am Samstag zuhause gegen FC Kapelln mit 3:0 gewonnen. Zur Pause stand es noch 0:0, danach machte die Mannschaft von Trainer Marian Kocis den Unterschied. Der Hafnerbach-Coach sah vor allem Geduld und das höhere Tempo nach dem Seitenwechsel als Schlüssel: Seine Elf blieb dran, fand die Lücken und entschied das Spiel in der letzten halben Stunde klar für sich.

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Kapelln machte Hafnerbach vor der Pause genau so das Leben schwer, wie Kocis es erwartet hatte. "Kapelln ist kompakt und tief gestanden", sagte der Trainer danach und schilderte ein Bild, das sich über weite Strecken der ersten Hälfte kaum änderte. Die Gäste verteidigten nahe am eigenen Strafraum und lauerten nach Ballgewinnen auf Konter. Hafnerbach hatte mehr vom Spiel, kontrollierte den Ball und suchte geduldig nach Räumen, kam dabei aber nur selten wirklich gefährlich vor das Tor. "Bis zum Sechzehner war es gut, aber wir sind fast zu keinen Torschancen gekommen", so Kocis. Die beste Möglichkeit vor der Pause ergab sich noch nach einer Aktion von David Frühauf, als Hafnerbach einen Handelfmeter zugesprochen bekam. Frühauf trat selbst an, doch der Torhüter von Kapelln hielt, sodass es mit einem 0:0 in die Kabinen ging.
Gerade deshalb war für Kocis klar, was nach dem Seitenwechsel nötig sein würde. "Sehr wichtig war, dass wir geduldig geblieben sind und das Tempo erhöht haben", sagte er. Genau das gelang Hafnerbach dann deutlich besser. Die Gastgeber spielten intensiver, kamen öfter über die Seiten nach vorne und wurden im letzten Drittel zwingender. Den entscheidenden Impuls brachte laut Kocis der erste Wechsel. "David Gedl ist reingekommen, war ein paar Minuten auf dem Platz und hat sofort getroffen", sagte der Trainer über den Torschützen zum 1:0, das in der 66. Minute fiel. Nur fünf Minuten später legte Hafnerbach nach: Einen Freistoß auf der rechten Seite spielten die Gastgeber kurz heraus, Thomas Gruber brachte den Ball flach auf die zweite Stange, wo Marian Kocis zum 2:0 traf. Als Kapelln danach mehr riskieren musste, bekam Hafnerbach auch die Räume, die in der ersten Hälfte kaum da gewesen waren. In der 89. Minute setzte Sebastian Pusker noch eine scharfe Hereingabe vor das Tor, Philip Nusterer machte daraus das 3:0 und damit den Endstand.
Für Kocis lag die Stärke seiner Mannschaft diesmal weniger in spektakulären Einzelaktionen als in der Art, wie sie am Plan festhielt. "Wir waren geduldig. Wir haben gewusst, dass wir zu einer oder zwei Torchancen kommen werden und dann bereit sein müssen", sagte er. Dazu kam aus seiner Sicht, dass Hafnerbach nach der Pause sauberer und schneller kombinierte. Vor allem über die Außen sah der Trainer die Verbesserung deutlich. "Unsere Außenverteidiger haben mitgespielt, und wir haben besonders in der zweiten Halbzeit viele gute Aktionen über die Seite gebracht", erklärte Kocis. Wichtig sei auch gewesen, den Ball flach und zügig laufen zu lassen. Genau damit zog Hafnerbach den tief stehenden Gegner nach und nach auseinander. Der Trainer war nicht ganz zufrieden mit der Chancenverwertung . "Die Chancenverwertung muss noch besser werden", sagte er mit Blick auf den vergebenen Elfmeter und weitere Möglichkeiten nach der Pause.
Respekt hatte Kocis nach dem Schlusspfiff trotzdem auch vor dem Gegner. Dass Kapelln als Tabellenletzter so kompakt, aggressiv und zugleich immer wieder auf Konter ausgerichtet auftrat, überraschte ihn durchaus. "Ich war ein bissl überrascht. Kapelln hat wirklich gut gespielt", meinte der Hafnerbach-Coach, der den Gästen bescheinigte, nicht nur zu verteidigen, sondern bei Gelegenheit auch selbst Ordnung ins Spiel zu bringen. Den Unterschied sah er am Ende klar bei seiner Mannschaft: "Wir haben mehrere Torchancen gehabt und fast keine zugelassen." Auch mit der Leitung des Unparteiischen war Kocis einverstanden. "Der Schiedsrichter hat das ganze Spiel unter Kontrolle gehabt", sagte er. Für Hafnerbach nimmt er aus dem 3:0 vor allem mit, dass die Entwicklung stimmt: "Man merkt, dass wir Woche für Woche besser spielen."