In der 1. Klasse West-Mitte hat FC Kapelln das Heimspiel gegen SV Ratzersdorf mit 2:1 gewonnen und sich damit in einer schwierigen Phase ein wichtiges Erfolgserlebnis geholt. Nach Rückstand antworteten die Gastgeber rasch, hielten ein intensives Spiel offen und legten nach der Pause nach. Obmann Peter Wurm sah den Unterschied vor allem darin, dass seine Mannschaft „diesmal besser aufgestellt“ war.

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Kapelln musste zunächst einem Rückstand nachlaufen, doch genau diese Reaktion hob Wurm nach dem Schlusspfiff hervor. „Es war von Beginn an eine sehr ausgeglichene und spannende Partie“, sagte der Obmann, der über weite Strecken ein offenes Spiel gesehen hatte. In Minute 32 brachte Marcus Andrei Cacau die Gäste mit 1:0 in Führung, doch lange hielt dieser Vorsprung nicht. Schon drei Minuten später stellte Tomas Palka auf 1:1 und sorgte damit dafür, dass die Partie wieder ganz neu begann. Für Wurm war das ein ganz wichtiger Moment, weil der Ausgleich „relativ bald nach der Führung“ fiel. Danach sei das Spiel „auf einem sehr hohen Niveau hin und her“ gegangen. Kurz vor der Pause musste Kapelln dann aber noch einmal tief durchatmen, als Ratzersdorf laut Wurm zu einer Großchance kam, die Kapellns Tormann mit einer starken Parade entschärfte und seine Mannschaft damit im Spiel hielt.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie eng, intensiv und umkämpft. Einen klaren Bruch gab es aus Sicht des Kapellner Obmanns nicht, vielmehr setzte sich das fort, was schon in der ersten Hälfte zu sehen gewesen war. „Nach der Pause ging es wirklich auf gutem Niveau hin und her, mit leichten Vorteilen auf unserer Seite“, sagte Wurm. Genau daraus zog Kapelln dann den entscheidenden Ertrag. In der 82. Minute traf Yasin Sukapan zum 2:1 und brachte die Gastgeber erstmals an diesem Nachmittag in Führung. Wurm beschrieb die Szene so, dass Sukapan nach einem idealen Pass die Ruhe bewahrte und den Ball schließlich ins Tor schob. Dass danach noch längst nichts entschieden war, passte zum Charakter dieses Spiels. Umso höher bewertete er, dass seine Mannschaft die Führung „mit einer kämpferisch wirklich guten Leistung über die Ziellinie gebracht“ habe.
Für Wurm lag ein wesentlicher Grund für den Sieg nicht nur in den beiden Toren, sondern schon in der personellen Ausgangslage. Nach einer längeren Phase mit vielen Verletzten konnte Kapelln mit Markus Schwarz und Oleksii Nihdorii wieder zwei wichtige Spieler von Beginn an bringen. „Wir waren von Anfang an optimistisch, dass wir diesmal besser aufgestellt sind“, erklärte Wurm. Gerade Nihdorii habe dem Spiel sehr gutgetan und sich sofort wieder als stabiler Faktor gezeigt. Wurm machte keinen Hehl daraus, dass dessen Fehlen in den vergangenen Wochen nur schwer zu ersetzen gewesen sei. Trotz der angespannten Tabellensituation habe man sich intern dennoch etwas ausgerechnet. „Wir haben von Anfang an dagegengehalten“, sagte er. Gegen eine Mannschaft wie Ratzersdorf, die laut Wurm nicht umsonst weit oben zu finden sei, sei das keine Selbstverständlichkeit. Deshalb ordnete er den Erfolg auch entsprechend ein: Kapelln sei am Ende vielleicht die glücklichere, aus seiner Sicht aber auch die Mannschaft mit „dem Tick mehr an Spielanteilen und Chancen“ gewesen.
Passend zu einem Spiel, das lange auf Messers Schneide stand, wollte Wurm nach dem Abpfiff keinen Einzelnen über alles stellen. „Ich würde sagen, im Kollektiv“, antwortete er auf die Frage nach der größten Stärke seiner Mannschaft. Vom Tormann bis zu Philipp Grassl hätten alle ihren Beitrag zu diesen drei Punkten geleistet, und genau das sei gegen einen Gegner wie Ratzersdorf notwendig gewesen. Gleichzeitig machte der Obmann aber auch klar, dass dieser Sieg für ihn kein Anlass ist, sich zurückzulehnen. „Wir müssen einfach stabiler werden. Wir müssen in der einen oder anderen Situation ruhiger und abgeklärter werden“, sagte Wurm. Vor allem offensiv sieht er noch Luft nach oben, auch wenn Kapelln schon zu Saisonbeginn gezeigt habe, dass in diesem Bereich mehr möglich ist. Der 2:1-Erfolg ist für die Gastgeber deshalb mehr als nur ein Ergebnis. Er ist ein Zeichen dafür, dass mit besserer Besetzung, einer kompakten Teamleistung und der nötigen Ruhe wieder Punkte möglich sind, die im unteren Tabellenbereich besonders schwer wiegen.