In der 1. Klasse West-Mitte hat USC Mank gegen Sportclub Kirchberg an der Pielach ein wildes 3:4 hinnehmen müssen. Für die Gäste war der Auswärtssieg weit mehr als nur das nackte Ergebnis, denn Kirchberg reiste mit vier kurzfristigen Ausfällen an, begann mit drei sehr jungen Spielern und schlug trotzdem noch in der Nachspielzeit zu. Genau deshalb sprach Obmann-Stellvertreter Jürgen Grasmann nach dem Schlusspfiff von einem "sehr emotionalen Sieg in Mank".

Foto von Emilio Garcia auf Unsplash
Schon vor dem Anpfiff war die Ausgangslage aus Sicht der Gäste alles andere als einfach. Grasmann berichtete von vier kurzfristigen Ausfällen wegen Verletzung und Krankheit, dazu musste Kirchberg ohne den eigentlichen Tormann auskommen. "Wir haben mit drei Jugendspielern begonnen, die fünfzehn, sechzehn und achtzehn Jahre alt sind", sagte er, und allein dieser Satz erklärt schon, warum der Abend für die Gäste so besonders war. Auf dem Platz erwischte zunächst Mank den besseren Start und ging in der 13. Minute durch Elias Thomas Luger 1:0 in Führung. Laut Grasmann fiel der Rückstand nach einem Weitschuss. Kirchberg ließ sich davon aber nicht aus der Bahn werfen und kam in der 22. Minute zurück. Der erst 16-jährige Johannes Pfaffenlehner erzielte das 1:1 und setzte damit früh jenes Zeichen, das aus Kirchberger Sicht durch den ganzen Abend tragen sollte. Mit dem 1:1 zur Pause war die Partie wieder völlig offen.
Auch nach dem Seitenwechsel musste Kirchberg erst wieder einem Rückstand nachlaufen. Christopher Kerschner brachte Mank in der 51. Minute mit 2:1 nach vorne, doch erneut fand Kirchberg eine Antwort. In der 59. Minute verwandelte Pavol Sivak einen Elfmeter zum 2:2, nachdem es zuvor ein Foul an Johannes Pfaffenlehner gegeben hatte. Für Grasmann war das eine wichtige Szene, weil sich die Gäste in dieser Phase wieder zurück ins Spiel holten. Dazu kam aus seiner Sicht wenig später eine Unterzahl bei Mank. "Dann ist das Spiel ein bisschen auf unsere Seite gekippt", schilderte er den Verlauf. In der 78. Minute nutzte Kirchberg diesen Moment und ging erstmals in Führung. Michael Bertl traf nach einem abgewehrten Freistoß zum 3:2. Für Grasmann war das ein Moment, in dem seine Mannschaft wirklich an den Auswärtssieg glaubte. "Da haben wir gesagt: Das wird jetzt unser Tag." Ganz entschieden war die Partie aber noch nicht, auch weil der 15-jährige Gabriel Zagler danach zwei große Möglichkeiten auf das vierte Tor vorfand und diese ungenützt blieben.
Dass dieses Spiel noch einmal eine scharfe Wendung nehmen würde, zeichnete sich aus Kirchberger Sicht erst spät ab. Grasmann sagte offen, dass seine Mannschaft die Überzahl "nicht ganz ausnutzen" konnte. Genau das wurde beinahe bestraft. In der 90. Minute kam Mank nach einem Eckball noch zum 3:3, Torschütze war Christoph Niederer. Für Kirchberg war das natürlich ein Nackenschlag, weil die Gäste nach dem 3:2 und den ausgelassenen Chancen schon sehr nahe am Sieg gewesen waren. Grasmann ordnete das ehrlich ein und meinte auch: "Es hätte genauso unentschieden ausgehen können." Doch die Antwort der Gäste kam sofort. In der 92. Minute spielte Johannes Pfaffenlehner noch einmal den entscheidenden Pass auf David Copko, und der machte das 4:3. Damit bekam dieses Spiel genau jenen Schlusspunkt, den Grasmann später als "emotionalen Siegestreffer" beschrieb. Zwischen spätem Ausgleich und spätem Siegtor lagen nur Augenblicke, aber genau diese Augenblicke machten den Abend für Kirchberg unvergesslich.
Nach dem Schlusspfiff drehte sich bei den Gästen vieles um die mannschaftliche Geschlossenheit, aber auch um einzelne Spieler, die an diesem Abend besonders auffielen. Grasmann hob vor allem Johannes Pfaffenlehner heraus. "Herauszuheben ist sicher Johannes Pfaffenlehner, unser sechzehnjähriger Spieler, der bei drei Toren beteiligt war", sagte er. Tatsächlich stand der junge Spieler beim 1:1 selbst als Torschütze im Mittelpunkt, holte danach den Elfmeter zum 2:2 heraus und bereitete in der Nachspielzeit den Siegtreffer von Copko vor. Ebenso deutlich sprach Grasmann über Tobias Vorlaufer, der kurzfristig einsprang. Der bereits zurückgetretene Tormann habe, obwohl er laut Grasmann rund ein Jahr kein Match mehr gehabt habe, "eine sehr gute Partie gespielt". Dazu kam aus seiner Sicht, dass sich Kirchberg auch von den Entscheidungen des Schiedsrichters nicht aus dem Tritt bringen ließ. "Wir haben uns von den Entscheidungen des Schiedsrichters nicht aus der Bahn werfen lassen, sondern immer weiter gekämpft." Gerade weil Mank für ihn "auf Augenhöhe" war, fiel die Bilanz umso positiver aus. Kirchberg nimmt damit nicht nur drei Punkte aus Mank mit, sondern auch das gute Gefühl, selbst unter schwierigen Voraussetzungen bis zum Schluss an sich geglaubt zu haben.