In der 1. Klasse West-Mitte hat sich TSU Förthof Hafnerbach im Heimspiel gegen Sportunion Hofstetten-Grünau mit einem 1:1 begnügen müssen. Für den sportlichen Leiter Matthias Berger war der Punkt am Ende sogar eher glücklich, weil seine Mannschaft die Anfangsphase klar verschlief und in der Schlussphase noch einmal zittern musste. Dass dennoch etwas Zählbares blieb, lag auch an einer starken Parade von Jakob Seitlberger beim späten Elfmeter.

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Der Nachmittag begann für Hafnerbach alles andere als gut. Schon in der 4. Minute brachte Sebastian Hofbauer die Gäste mit 1:0 in Führung und aus Sicht von Berger war das sinnbildlich für einen Start, der seiner Mannschaft überhaupt nicht gelungen ist. „Wir haben die ersten 30 Minuten komplett verschlafen, sind mit einem 0:1 quasi in die Partie gegangen“, sagte er nach dem Schlusspfiff. Dazu passte auch, dass Hafnerbach Mitte der ersten Halbzeit selbst die große Möglichkeit auf den Ausgleich ausließ, weil ein Elfmeter ungenützt blieb. Berger meinte dazu offen, dass die Partie vielleicht eine andere Richtung genommen hätte, wenn diese Chance verwertet worden wäre. Ganz weg war seine Mannschaft aber nicht. Vor der Pause fing sich Hafnerbach, kam besser in die Partie und belohnte sich in der 44. Minute doch noch. Nach einer Ecke war es Philip Nusterer, der per Kopf zum 1:1 traf. „Dann haben wir uns vor der Pause etwas erfangen und auch den Ausgleich erzielen können. Zu dem Zeitpunkt ging der Ausgleich in Ordnung“, ordnete Berger die erste Hälfte ein.
Im zweiten Durchgang entwickelte sich laut Berger ein Spiel, in dem sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Hafnerbach hatte sich nach der schwachen Anfangsphase stabilisiert, Hofstetten blieb aber weiter unangenehm und brachte seine Qualitäten ebenfalls ein. „In der zweiten Spielhälfte hat sich aus meiner Sicht eigentlich keine Mannschaft den Sieg verdient, es war auch generell kein gutes Spiel“, sagte Berger, und genau so liest sich auch das 1:1 nach 90 Minuten. Die ganz große Szene des zweiten Abschnitts kam erst spät. Hofstetten bekam einen Elfmeter zugesprochen und hatte damit die Riesenchance auf den Auswärtssieg. Doch Hafnerbachs Tormann Jakob Seitlberger parierte glänzend und hielt den Punkt fest. Berger machte daraus auch gar kein Geheimnis: „Im Endeffekt muss man sagen, dass der Punkt für uns in Summe etwas glücklich war, da Hofstetten zum Schluss noch den Elfmeter hatte.“ Gerade deshalb bekam der Zähler auf Hafnerbacher Seite einen leicht schmeichelhaften Anstrich.
In seiner Analyse sprach Berger vor allem zwei Punkte an. Einerseits sieht er seine Mannschaft gegen den Ball derzeit auf einem guten Weg. „Defensiv stehen wir aktuell ganz gut“, sagte der sportliche Leiter, und diese Einschätzung passt auch dazu, dass sich Hafnerbach nach der misslungenen Anfangsphase wieder gefangen hat und über weite Strecken kein offenes Spiel mehr zuließ. Andererseits sieht Berger klar, wo es noch fehlt. „Das Offensivspiel ist sicherlich ausbaufähig“, meinte er, wobei er auch auf die personelle Situation verwies: „Allerdings haben wir aktuell auch viele verletzte oder gesperrte Spieler.“ Besonders kritisch war sein Blick auf die erste Hälfte. „Wir hätten von Anfang an entschlossener auftreten müssen. Uns hat in der ersten Halbzeit die notwendige Aggressivität gegen den Ball gefehlt.“ Auch den Gegner ordnete er ähnlich gelagert ein. Hofstetten sei eine kompakte Mannschaft mit offensiven Qualitäten, zugleich sei es Hafnerbach gelungen, den aus seiner Sicht gefährlichsten Angreifer der Gäste weitgehend aus dem Spiel zu nehmen.
So blieb unter dem Strich ein Remis, mit dem Hafnerbach leben kann, das aber gleichzeitig auch die offenen Baustellen sichtbar machte. Die Gastgeber haben Moral gezeigt, nachdem sie früh in Rückstand geraten waren, und sie haben sich vor der Pause noch in die Partie zurückgearbeitet. Gleichzeitig blieb der Eindruck bestehen, dass ein besserer Beginn womöglich mehr möglich gemacht hätte. Berger fand dafür eine klare und ehrliche Einordnung, ohne sich hinter dem Ergebnis zu verstecken. Selbst die Diskussion um den zweiten Elfmeter des Spiels und die dabei ausgesprochene Gelb-Rote bewertete er zurückhaltend. „Die Gelb-Rote beim zweiten Elfmeter war sehr hart, beziehungsweise der Elfmeter generell. Ansonsten hat der Schiedsrichter ein sehr gutes Spiel gemacht“, sagte er. Für Hafnerbach bleibt damit vor allem die Erkenntnis, dass die defensive Basis stimmt, der Start in die Spiele aber konsequenter und mutiger werden muss, wenn aus solchen engen Partien künftig mehr als ein Punkt werden soll.