In der 1. Klasse West setzte sich Union Haag bei SU Weise Raika Aschbach mit 2:1 durch. Nach einer 0:2-Pausenführung der Gäste kam Aschbach spät heran, verpasste aber den Ausgleich. Trainer Frane Zefi ärgerte sich vor allem über zwei individuelle Ausrutscher: „Die ersten fünfzig Minuten waren wir nicht im Spiel. Haag war präsenter und williger. Über neunzig Minuten hatten sie aus meiner Sicht keine Torchance – und wir schenken zwei Treffer her.“

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Die Partie nahm früh die Richtung der Gäste. Bereits nach zehn Minuten traf Tobias Wahringer zum 0:1, Aschbach fand in dieser Phase kaum Zugriff. „Die ersten fünfzig Minuten waren wir nicht im Spiel. Haag war präsenter, williger“, fasste Frane Zefi zusammen. Kurz vor der Pause wurde es noch bitterer: In Minute 44 erhöhte Lukas Jaronek auf 0:2, mit diesem Rückstand ging es auch in die Halbzeit. Nach gut fünfzig Minuten kippte das Bild: „Dann waren wir besser, dominanter, haben viele Chancen kreiert“, sagte Zefi. Seine Mannschaft drückte, vergab aber mehrere gute Möglichkeiten. Der Anschlusstreffer durch Roland Caprnka in der 80. Minute brachte nochmals Schwung, doch der Ausgleich wollte trotz Dauerdruck nicht mehr fallen. „Uns hat in dieser Phase nur das Glück gefehlt“, so Zefi.
Aus Trainersicht lag der Schlüssel zur Niederlage in zwei klaren Fehlern, die die Haager eiskalt nutzten. Zum 0:1 erklärte Zefi: „Ein Pass in die Tiefe über rechts, der Gegner ist schon fast an der Eckfahne – und unser Tormann geht raus. Er berechnet die Situation falsch, der Ball wird am Ende ins leere Tor geschoben. Da musst du besser verteidigen, der Tormann hat dort nichts zu suchen.“ Vor der Pause folgte das 0:2 durch Jaronek – ebenfalls nach einem Blackout: „Unser Innenverteidiger hat eine klare Kugel, spielt kurz. Der Stürmer nimmt den Ball und geht allein aufs Tor. Bitter, aber solche Sachen passieren.“ Zefi ließ keinen Zweifel daran, was aus seiner Sicht den Ausschlag gab: „Der Gegner hatte über neunzig Minuten keine Torchance, und wir machen zwei Fehler. Das sind die entscheidenden.“
Während Zefi mit seiner Elf hart ins Gericht ging, bekam das Schiedsrichterteam ein klares Lob: „Der Schiri hat mit dieser Niederlage überhaupt nichts zu tun. Er hat das Spiel sehr gut geleitet. Es gab Entscheidungen wie Abseits oder nicht, aber das hat für beide Seiten gepasst.“ Den Unterschied machte für ihn an diesem Abend vor allem die Haltung aus – vor allem in der ersten Stunde: „Haag wollte mehr. Sie waren kompakter, energischer und aggressiver in den Zweikämpfen, haben die zweiten Bälle geholt. Sie brauchen die Punkte.“ In der Tabelle halten die Gäste bei 15 Zählern und rangieren auf Platz 13, Aschbach steht mit 23 Punkten auf Rang 9. Zefi brachte es grundsätzlicher auf den Punkt: „In dieser Liga kannst du es nicht kompensieren, wenn jeder zehn Prozent weniger gibt. Dann fehlt dir am Feld ein Mann.“
Trotz der Enttäuschung nahm der Aschbach-Coach seine Spieler in Schutz und richtete den Blick nach vorne: „Da müssen wir uns für nächste Woche aufrichten. Es nützt nichts. Wir sind Menschen, Fehler passieren.“ Inhaltlich war er mit der Schlussphase zufrieden – allein die Ausbeute stimmte nicht. „Geht es mit 0:0 in die Halbzeit, machen wir unser Tor und gewinnen 2:0 – mit ein bisschen mehr Glück“, meinte Zefi. Der Plan für die kommenden Aufgaben ist klar: an der Aufmerksamkeit zu Beginn arbeiten, die Dominanz der letzten halben Stunde über neunzig Minuten zeigen und vor allem die Möglichkeiten konsequenter verwerten. Denn die Chancen sind da, das hat dieser Abend trotz des 1:2 gezeigt.