Spielberichte

„Das Spiel war viel eindeutiger, als es das Ergebnis aussagt“ – SG Waldhausen/Gloxwald schreibt mit 4:3 erstmals an

SV Neumarkt
Waldhausen/Gloxwald

In der 1. Klasse West hat sich SV Raika Essmeister Neumarkt gegen SG Waldhausen/Gloxwald ein wildes 3:4 geliefert. Aus Sicht von Trainer Michael Naderer fiel der Auswärtssieg allerdings klarer aus, als es die knappe Schlussphase vermuten lässt. Seine Mannschaft geriet zwar in Rückstand, drehte die Partie aber noch vor der Pause und stellte nach dem Seitenwechsel auf 4:1, ehe die Gastgeber am Ende noch einmal herankamen.

Ersatzspieler auf der Bank am Spielfeldrand

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Frühe Chancen vergeben, Rückstand weggesteckt

Michael Naderer zeichnete nach dem Schlusspfiff ein sehr klares Bild vom Beginn der Partie. „Wir sind von Start weg gut in die Partie gekommen und haben zu Beginn zwei hundertprozentige Chancen vergeben“, sagte der Trainer von SG Waldhausen/Gloxwald. Seine Mannschaft habe den eigenen Plan von Anfang an gut umgesetzt, viel Tempo auf den Platz gebracht und die Abwehrreihe von SV Raika Essmeister Neumarkt immer wieder in Bewegung gebracht. Auch eine dritte große Möglichkeit blieb zunächst ungenützt. Umso ärgerlicher war aus Sicht der Gäste, dass dann auf der anderen Seite Jakub Mikula in der 30. Minute das 1:0 für SV Raika Essmeister Neumarkt erzielte. Naderer sprach dabei von einem Treffer „gegen den Spielverlauf“, weil ein kleiner Fehler seiner Mannschaft sofort bestraft worden sei. Beeindrucken ließ sich SG Waldhausen/Gloxwald davon aber nicht. „Uns hat das Tor nicht wirklich berührt, weil wir gewusst haben: Wenn wir unseren Matchplan weiter umsetzen, kommen wir wieder zu Chancen.“ Genau so kam es dann auch. Elias Sponseiler glich in der 41. Minute aus, und noch vor dem Seitenwechsel brachte ein Eigentor von Benedikt Grünberger SG Waldhausen/Gloxwald mit 2:1 in Führung.

Nach der Pause auf 4:1 gestellt, dann wurde es noch einmal eng

Dass SG Waldhausen/Gloxwald nach dem Seitenwechsel weiter das aktivere Team blieb, war für Naderer keine Überraschung. Der Trainer verwies auf die Bedingungen und auf die Art, wie seine Mannschaft das Spiel angelegt hatte. „Die Temperaturen waren extrem hoch, 36 Grad, kein Wind, komplett trockene Hitze“, sagte er. Gerade deshalb sei es für SV Raika Essmeister Neumarkt immer schwieriger geworden, die vielen Angriffe zu verteidigen. Naderer hatte den Eindruck, dass das dritte und vierte Tor „nur eine Frage der Zeit“ seien. In der 69. Minute sorgte Elias Sponseiler mit seinem zweiten Treffer des Abends tatsächlich für das 3:1, nur drei Minuten später erhöhte SG Waldhausen/Gloxwald durch ein weiteres Eigentor, diesmal von Matthias Stöger, auf 4:1. Damit schien die Partie entschieden. Naderer meinte sogar, in dieser Phase hätte seine Mannschaft „viele weitere Tore erzielen können oder auch müssen“. Weil diese Chancen liegenblieben, blieb SV Raika Essmeister Neumarkt aber im Spiel. Lukas Kamleithner verkürzte in der 82. Minute auf 2:4 und traf in der Nachspielzeit noch einmal zum 3:4. So wurde es auf der Anzeigetafel knapp, obwohl der Trainer der Gäste die Partie anders eingeordnet hat: „Das Spiel war viel eindeutiger, als es das Ergebnis aussagt.“

Der Plan ging auf, vor dem Tor fehlte trotzdem die letzte Kaltschnäuzigkeit

Besonders zufrieden war Michael Naderer mit der Art, wie SG Waldhausen/Gloxwald den eigenen Matchplan umgesetzt hat. Er beschrieb, dass fast alle vier Treffer aus sehr ähnlichen Situationen entstanden seien. „Unsere Tore waren fast ident. Das waren lange Bälle in die Tiefe, flach oder hoch, wo wir drauflaufen können, und dann Steckpässe in den Sechzehner“, sagte er. Genau darauf habe man gesetzt, weil SG Waldhausen/Gloxwald mit Tempo und Bewegung Vorteile habe. Der Trainer lobte, dass seine Mannschaft über weite Strecken sehr kontrolliert geblieben sei und nach der Niederlage unter der Woche diesmal über 90 Minuten ein höheres Niveau gehalten habe. „Wenn wir die Schwächephasen so kurz wie möglich halten, können wir gegen jeden Gegner in der Liga gewinnen“, erklärte Naderer. Gerade offensiv sieht er viel Potenzial, weil seine Mannschaft regelmäßig zu Chancen kommt. Gleichzeitig sprach er aber auch ein Thema offen an, das sich durch den ganzen Abend zog. „Da fehlt uns aktuell ein bisschen die Kaltschnäuzigkeit vorm Tor.“ Obwohl SG Waldhausen/Gloxwald viermal traf, war für den Trainer klar, dass die Partie schon früher und deutlicher hätte entschieden werden können.

Viel Lob für den Auftritt, aber vorne und hinten bleibt Arbeit

So zufrieden Michael Naderer mit den drei Punkten auch war, ganz ohne Kritik kam seine Analyse nicht aus. „Ganz vorne und ganz hinten haben wir sehr viel Arbeit. In der Mitte sind wir perfekt aufgestellt“, sagte er. Vorne gehe es darum, die vielen Möglichkeiten besser zu nutzen, weil es auch Spiele geben werde, in denen SG Waldhausen/Gloxwald nicht zu so vielen Abschlüssen komme. Hinten sieht der Trainer ebenfalls Aufgaben, zumal die Mannschaft derzeit personell gefordert ist und ein Innenverteidiger nach einem Handbruch länger ausfallen wird. Dass SV Raika Essmeister Neumarkt mit den späten Treffern noch einmal Druck machte, passte in dieses Bild. Gleichzeitig fand Naderer für den Gegner auch anerkennende Worte. SV Raika Essmeister Neumarkt habe alles versucht, gut gekämpft und werde „noch sehr viele Punkte machen“. Auch rund um die Spielleitung blieb der Trainer sachlich. Es habe „gar keine strittigen Szenen“ gegeben, und den Schiedsrichter habe man „über weite Strecken gar nicht wahrgenommen“. Für SG Waldhausen/Gloxwald überwog am Ende ohnehin das Positive: Der erste Sieg ist da, und Naderer brachte es passend auf den Punkt: „Wir sind glücklich über die drei Punkte und freuen uns, dass wir jetzt endlich angeschrieben haben.“

1. Klasse West: SV Neumarkt : Waldhausen/Gloxwald - 3:4 (1:2)

  • 93
    Lukas Kamleithner 3:4
  • 82
    Lukas Kamleithner 2:4
  • 72
    Eigentor durch Matthias Stöger 1:4
  • 69
    Elias Sponseiler 1:3
  • 45
    Eigentor durch Benedikt Grünberger 1:2
  • 41
    Elias Sponseiler 1:1
  • 30
    Jakub Mikula 1:0