In der 1. Klasse West hat FCU SOP Winklarn am Freitag ein 0:1 zur Pause noch in einen 3:2-Heimsieg gegen SV Volksbank Haubi's Petzenkirchen-Bergland gedreht. Damit bestätigte die Mannschaft von Trainer Stefan Nestl ihren starken Start. Der Coach sprach nach dem Abpfiff von einem Spiel auf Augenhöhe, sah den Unterschied aber in der zweiten Halbzeit: Dort habe sein Team mehr an die Wende geglaubt und seine Chancen genutzt.
Zur Halbzeit sah es für FCU SOP Winklarn noch nicht nach einem perfekten Abend aus. SV Volksbank Haubi's Petzenkirchen-Bergland ging in der 35. Minute durch Mate Kantor mit 1:0 in Führung und nahm diesen Vorsprung auch mit in die Pause. Stefan Nestl ordnete die Partie danach zwar insgesamt als ausgeglichen ein, verschwieg aber nicht, dass seine Mannschaft vor allem in den ersten 45 Minuten Probleme hatte. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe, in dem wir das bessere Ende gehabt haben“, sagte der Trainer. Gleichzeitig hob er hervor, dass der Gegner „eine dynamische Mannschaft“ sei, „die auch Qualität hat, vor allem im Mittelfeld“. Genau dort bekam FCU SOP Winklarn die Schwierigkeiten zu spüren. „Sie hat uns das Leben schwer gemacht mit ihrer Schnelligkeit und ihren Vorstößen. Das war vor allem in der ersten Halbzeit etwas, womit wir nicht umgehen konnten“, erklärte Nestl.
Dass FCU SOP Winklarn das Spiel noch drehen würde, war zur Pause alles andere als selbstverständlich. Umso klarer beschrieb Stefan Nestl, was in der Kabine Thema war. „Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, anders aufzutreten und daran zu glauben, das Spiel noch zu drehen, so wie wir es schon in der Vergangenheit bewiesen haben. Und das haben wir dann auch aufs Feld gebracht“, sagte er. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. In der 59. Minute glich Hussain Haji Gul Sayad zum 1:1 aus. Nur fünf Minuten später legte derselbe Spieler nach und brachte FCU SOP Winklarn mit 2:1 in Führung. Die Partie blieb aber offen, weil SV Volksbank Haubi's Petzenkirchen-Bergland in der 68. Minute durch László Géringer wieder auf 2:2 stellte. FCU SOP Winklarn verlor den Faden diesmal jedoch nicht, sondern antwortete erneut. In der 74. Minute traf Simon Stachura zum 3:2 und stellte damit den Endstand her.
Gerade diese zweite Halbzeit passte genau zu jener Erklärung, die der Winklarn-Trainer nach dem Schlusspfiff lieferte. Für Nestl lag der Unterschied nicht in einer klaren Überlegenheit, sondern vor allem im Glauben an die Wende und in der besseren Nutzung der Möglichkeiten. „Wir haben vor allem in der zweiten Hälfte mehr an den Sieg geglaubt und daran, dass es möglich ist, das Spiel noch zu drehen“, sagte er. Dazu kam aus seiner Sicht ein Punkt, der diesmal aufging: „Was gut geklappt hat, war unsere Chancenauswertung.“ Ganz zufrieden war der Trainer trotzdem nicht. „Verbesserungsbedarf gibt es auf jeden Fall gegen den Ball. Wir waren nicht klar in der Defensive“, hielt er fest. Dass er sogar einräumte, „ein Unentschieden wäre auch nicht unverdient gewesen“, machte seine Analyse noch deutlicher. Für FCU SOP Winklarn bleibt unter dem Strich dennoch der dritte Sieg im dritten Spiel und damit die Tabellenführung. Nestl brachte das Gefühl nach dem 3:2 so auf den Punkt: „Momentan haben wir auch das Spielglück auf unserer Seite, das wir uns hart erarbeitet haben. So gesehen sind wir über den Sieg überglücklich.“