In der 1. Klasse West musste sich SCU Günther St.Georgen/Y am Freitagabend bei SCU Euratsfeld trotz einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung noch mit 2:3 geschlagen geben. Co-Trainer Markus Vondrak haderte danach vor allem mit der Phase nach der eigenen Führung. Für ihn war mehr drin, weil seine Mannschaft nach schwachem Beginn zurückkam, das Spiel drehte und am Ende doch ohne Zähler heimfuhr.

Foto von Joshua Hoehne auf Unsplash
Die Partie begann aus Sicht der Gäste denkbar ungünstig. Schon in der 2. Minute brachte Richard Lasik Euratsfeld mit 1:0 in Führung, genau diesen schnellen Rückstand hob Vondrak später als ersten Knackpunkt hervor. St. Georgen brauchte danach Zeit, fand aber besser hinein und belohnte sich noch vor der Pause. Martin Klabnik stellte in der 35. Minute auf 1:1, womit es auch in die Halbzeit ging. Als Klabnik in der 60. Minute noch einmal traf und die Gäste mit 2:1 nach vorne brachte, schien die Partie in ihre Richtung zu kippen. Doch Euratsfeld antwortete rasch: Peter Sladek glich in der 67. Minute aus und legte nur drei Minuten später das 3:2 nach.
Gerade diese Phase nach dem 2:1 ließ Vondrak nicht los. Der Co-Trainer formulierte es klar: "Wir sind nach zwei Minuten 0:1 hinten gewesen, haben das Spiel auf 2:1 gedreht und dann noch zwei Tore bekommen, die wir besser verteidigen hätten können." Aus seiner Sicht lag dort der Hauptgrund dafür, dass St. Georgen am Ende mit leeren Händen dastand. Er sah seine Mannschaft nach einer schwierigen Anfangsphase nämlich durchaus im Spiel. "In den ersten 20 Minuten war Euratsfeld aktiver", sagte Vondrak, ergänzte aber auch, dass seine Elf danach mehr Zugriff bekam. Umso bitterer war für ihn, dass aus der gedrehten Partie nichts Zählbares mitgenommen wurde.
Vondrak sprach dabei weniger von fehlender Moral als von fehlender Cleverness. "Wenn wir das ein bisschen anders oder cleverer verteidigt hätten, hätten wir einen Punkt mitgenommen oder sogar drei", meinte er. Gleichzeitig wollte er seiner Mannschaft nicht alles absprechen. Positiv sei gewesen, "dass wir immer weitergespielt haben, immer probiert haben, ein Tor zu schießen". Auch nach dem 2:3 hatte er also noch das Gefühl, dass etwas möglich gewesen wäre. "Mit ein bisschen mehr Glück hätten wir noch das 3:3 machen können", sagte er. Gerade deshalb fiel sein Gesamturteil klar aus: Für ihn wäre ein Remis in Euratsfeld kein unpassendes Ergebnis gewesen.
Auch den Gegner ordnete Vondrak fair ein. Euratsfeld sei "aktiv im Spiel" gewesen, man habe gesehen, dass die Gastgeber die Partie ebenfalls unbedingt gewinnen wollten. Besonders Peter Sladek hob er hervor: "Der Stürmer hat seinen Job gut gemacht." Dazu sprach er von guten jungen Spielern bei Euratsfeld und einer Mannschaft, die gekämpft habe. An der Spielleitung gab es von ihm nichts auszusetzen: "Der Schiedsrichter war in Ordnung. Er hatte seine Linie und hat sie das ganze Spiel durchgezogen." Für St. Georgen richtet sich der Blick nun schnell nach vorne. "Wir haben jetzt zwei Heimspiele und da müssen wir punkten", sagte Vondrak – nach einem Abend, an dem aus seiner Sicht mehr möglich gewesen wäre.