In der 1. Klasse West hat SG Ardagger/Neustadtl II gegen SU Weise Aschbach 3:3 gespielt. Für die Gäste fühlte sich der Punkt nach dem Verlauf fast wie ein kleiner Sieg an, weil sie nach einem 1:3 noch zurückkamen. Obmann-Stellvertreter Engelbert Mayr sprach von einem gerechten Ergebnis und führte das Comeback vor allem auf Willenskraft, bessere Zweikämpfe nach der Pause und zwei sauber herausgespielte Treffer zurück.

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Aus Aschbacher Sicht begann das Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Bildern. Mayr schilderte, dass Neustadtl von Beginn an "sehr offensiv und sehr konsequent nach vorne gespielt" habe und gleich zeigen wollte, in welche Richtung der Abend laufen soll. Trotzdem lag zunächst Aschbach vorne. Schon in der 1. Minute setzte die Mannschaft einen Konter, Konstantin Platzer verwertete einen schönen Pass zum 0:1 und gab den Gästen damit einen perfekten Start. Lange Sicherheit brachte dieser Treffer aber nicht. Mayr sagte offen, dass das eigene Mittelfeld "nicht so präsent" gewesen sei und Neustadtl das Spiel mit Fortdauer immer mehr übernommen habe. In der 13. Minute glich Manuel Leitgeb zum 1:1 aus, in der 27. Minute legte derselbe Spieler das 2:1 nach. Aus Aschbacher Sicht war das die Phase, in der der Gegner mehr vom Spiel hatte, im Zentrum zulegte und die Partie Stück für Stück in seine Richtung schob.
Direkt nach der Pause schien sich der Abend für Aschbach zunächst noch schwerer zu entwickeln. Mario Günther erhöhte in der 50. Minute auf 3:1 für die Gastgeber, und damit stand Neustadtl plötzlich mit zwei Toren Vorsprung da. Genau an diesem Punkt begann das Spiel aus Sicht von Mayr aber noch einmal zu kippen. "Das Unentschieden geht so in Ordnung", sagte er später, auch weil seine Mannschaft nach diesem Rückschlag nicht auseinanderfiel. Schon zwei Minuten nach dem 3:1 verkürzte Julian Neudorfhofer auf 3:2, und damit war Aschbach wieder im Spiel. Mayr sprach davon, dass Neustadtl sich in der zweiten Hälfte "zu weit zurückgezogen" und den Gästen die Offensive überlassen habe. Aschbach gewann nun mehr Zweikämpfe, kam häufiger in gute Zonen und blieb am Drücker. In der 80. Minute fiel dann der Ausgleich durch Mark Mayr, den der Funktionär gemeinsam mit dem Treffer von Neudorfhofer als "zwei wunderbare Tore" hervorhob. Aus einem 1:3 wurde so tatsächlich noch ein 3:3.
Besonders wichtig war Mayr, dass seine Mannschaft nach dem Rückstand nicht aufsteckte. "Wir haben nicht aufgegeben", sagte er, und genau das war für ihn der Punkt, der am Ende den Ausschlag dafür gab, dass Aschbach noch einmal zurückkam. Er sprach von Engagement, von gewonnenen Zweikämpfen und davon, dass seine Mannschaft dadurch wieder besser ins Spiel gefunden habe. Gleichzeitig redete er den Auftritt nicht schön. Gerade im Mittelfeld sieht er weiterhin Luft nach oben, weil dieser Bereich aus seiner Sicht diesmal nicht so funktionierte, wie er sich das vorgestellt hatte. In einigen Phasen habe Aschbach dort zu wenig Zugriff gehabt und den Gegner zu leicht ins Spiel kommen lassen.
Unterm Strich nahm Aschbach aus einem schwierigen Auswärtsspiel also noch einen Zähler mit, und der könnte im weiteren Verlauf der Saison noch wichtig werden. Nach vier Runden halten beide Teams nun bei acht Punkten, Neustadtl liegt damit in der Tabelle knapp vor Aschbach. Mayr ordnete den Gegner trotz aller Kritik an einzelnen Phasen respektvoll ein. Er lobte das Tempo der Gastgeber in der ersten Halbzeit, die Verlagerungen nach vorne und hielt fest, dass Neustadtl "letztendlich auch fair gespielt" habe. Gerade deshalb wertet er das Remis nicht als Zufallsprodukt, sondern als Ergebnis eines Spiels mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften. Für Aschbach soll dieser Punkt nun Rückenwind geben. "Wir freuen uns auf unseren nächsten Gegner und das nächste Heimspiel", sagte Mayr zum Schluss, ehe er den Anspruch seiner Mannschaft klar formulierte: "Das Ziel ist klar: Ein weiterer Sieg muss her."