Im Derby der 1. Klasse West trennten sich SV Raika Scheibbs und ÖTSU Steinakirchen mit 0:0. Für Steinakirchen fühlte sich der Punkt nach dem Schlusspfiff dennoch nicht nur nach einem Achtungserfolg an, sondern auch nach einer verpassten Gelegenheit. Trainer Daniel Lehner sah seine Mannschaft nach schwieriger Anfangsphase im Laufe der Partie immer besser im Spiel und am Ende sogar näher am Sieg.

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Lehner sprach nach dem Abpfiff von einem Spiel, das genau das gehalten hat, was man sich von einem Nachbarschaftsduell erwartet. „Es war ein klassisches Derby, in dem sehr viel über Kampf und Zweikämpfe passiert ist“, sagte der Trainer. Gerade zu Beginn hatte er seine Mannschaft aber noch nicht auf Augenhöhe gesehen. Scheibbs sei in der Anfangsphase „sicher die bessere Mannschaft“ gewesen und habe auch „ein, zwei Möglichkeiten“ vorgefunden. Für Steinakirchen war das eine heikle Phase, weil ein frühes Gegentor die Aufgabe noch schwieriger gemacht hätte. Genau das blieb aber aus, und damit änderte sich für die Gäste auch das Bild der Partie. „Nach fünfzehn Minuten sind wir immer besser in das Spiel gekommen“, schilderte Lehner. Von da an habe sein Team nicht nur besser dagegengehalten, sondern auch selbst klare Möglichkeiten vorgefunden. Deshalb fiel seine Einordnung der ersten Halbzeit trotz des 0:0 zur Pause deutlich aus: „Es hätte zur Halbzeit sicher 2:2 oder 2:1 für uns stehen können.“
Besonders im zweiten Durchgang sah Lehner seine Mannschaft dann im Vorteil. Steinakirchen sei „eigentlich die bessere Mannschaft“ gewesen und immer wieder über Umschaltmomente in gute Abschlusspositionen gekommen. Genau darin lag aus seiner Sicht auch der Kern des Spiels. Die Gäste hätten die Situationen gehabt, um aus dem Derby einen Auswärtssieg mitzunehmen, schafften es aber nicht, diesen einen Treffer zu erzwingen. „Wir hatten in Summe die besseren Tormöglichkeiten und hätten vor allem in der zweiten Halbzeit durch zwei, drei Großchancen das 1:0 machen können“, sagte Lehner. Daraus leitete er auch seine klare Einschätzung ab, wie dieses 0:0 zustande kam. „Es war ein typisches Spiel: Wer das erste Tor macht, geht sicher als Sieger vom Platz.“ Dass dieser Treffer aus Steinakirchner Sicht nicht fiel, führte der Trainer nicht auf mangelnden Einsatz oder fehlende Spielkontrolle zurück, sondern auf ein Thema, das ihn schon länger begleitet. „Wie auch schon in den letzten beiden Spielen ist momentan beim Verwerten der Großchancen ein bisschen der Wurm drin.“
So sehr Lehner dem verpassten Sieg nachtrauerte, so deutlich hob er auch jene Dinge hervor, die bei seiner Mannschaft funktioniert haben. Vor allem gegen den Ball habe Steinakirchen ordentlich gearbeitet. „Die Defensivaufgaben wurden wirklich gut erfüllt“, betonte der Trainer und sprach dabei bewusst von der gesamten Mannschaft. Gerade in der zweiten Hälfte, als die Kräfte nachließen und durch die größeren Räume mehr Umschaltsituationen entstanden, habe sein Team die Ordnung nicht verloren. „Wir haben es geschafft, dass wir in der letzten Kette sehr gut stehen und taktisch sehr diszipliniert verteidigen“, sagte Lehner. Der Gegner sei „kampfstark“ gewesen, umso mehr wertete er das stabile Verhalten seiner Elf. Auch zur Leitung des Spiels äußerte er sich sachlich. Zwar sei „die eine oder andere gelbe Karte“ aus seiner Sicht nicht ganz passend verteilt worden, insgesamt sei der Schiedsrichter aber „in Ordnung“ gewesen. Unterm Strich bleibt für Steinakirchen damit ein Punkt, der der erste der jungen Saison ist, aber zugleich auch das Gefühl, dass in diesem Derby mehr möglich gewesen wäre.
Das 0:0 in Scheibbs lässt sich aus Steinakirchner Sicht deshalb in zwei Richtungen lesen. Einerseits konnte die Mannschaft nach einer schwierigen Anfangsphase in ein intensives Derby hineinwachsen, defensiv stabil bleiben und über weite Strecken zeigen, dass sie mithalten und sogar mehr holen kann. Andererseits bleibt die Erkenntnis, dass genau diese Spiele kippen können, wenn man die eigenen guten Phasen nicht in Tore ummünzt. Lehner formulierte das ohne große Umschweife: Hätte Steinakirchen eine seiner Topchancen genutzt, „dann wären wir an diesem Tag auch als Sieger vom Platz gegangen“. So bleibt ein torloses Remis, das auf der einen Seite Stabilität gebracht hat, auf der anderen aber wieder jenes Thema auf den Tisch legt, das in den kommenden Wochen entscheidend werden könnte: Aus guten Momenten muss am Ende auch Zählbares werden.