Spielberichte

„Wie wir aus der Halbzeit rausgegangen sind, war entscheidend“ – Waldhausen/Gloxwald legt nach der Pause zu

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Waldhausen/Gloxwald
SCU Euratsfeld

In der 1. Klasse West hat sich SG Waldhausen/Gloxwald am Freitagabend mit 3:1 gegen SCU Euratsfeld durchgesetzt und dabei laut Trainer Michael Naderer vor allem nach der Pause den Unterschied gemacht. Nach starker Anfangsphase, dem Ausgleich vor der Halbzeit und zwei Treffern in der Schlussphase stand für die Gastgeber ein Sieg, den Naderer auf Energie, Kollektiv und die bessere Chancenverwertung zurückführte.

Eine Reihe Bälle entlang der Seitenlinie

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Starker Auftakt trotz Personalnot

Schon vor dem Anpfiff war für Trainer Michael Naderer klar, dass seine Mannschaft diesmal andere Antworten finden musste. „Wir sind sehr ersatzgeschwächt in das Spiel gegangen. Vier Kaderspieler haben uns gefehlt, davon drei Stammspieler“, sagte Michael Naderer und verwies auf Verletzungen, eine Erkrankung und einen beruflich verhinderten Spieler. Gerade deshalb sei der Plan gewesen, von Beginn an die eigenen Tugenden auf den Platz zu bringen und nach der klaren Niederlage der Vorwoche eine Reaktion zu zeigen. Das gelang zunächst sehr gut. Bereits in der 4. Minute brachte Elias Sandhofer die Heimelf nach einem Angriff über die linke Seite mit 1:0 in Führung. Danach blieb Waldhausen/Gloxwald am Drücker. Sandhofer setzte kurz darauf noch einen Kopfball nach einem Eckball an die Latte, wenig später vergab Jonas Hofer eine große Möglichkeit allein vor dem Tor. Naderer brachte diese Phase klar auf den Punkt: „Wir waren in den ersten zehn Minuten sehr gut im Spiel. Aus drei Torchancen haben wir leider nur ein Tor machen können.“

Euratsfeld übernimmt mehr Ballbesitz und kommt zurück

Nach diesem Auftakt änderte sich die Partie aber Schritt für Schritt. Naderer sah den Wendepunkt etwa ab der 20. bis 25. Minute, als die Gäste mehr Kontrolle übernahmen und Waldhausen/Gloxwald nicht mehr so viele starke Pressingmomente hatte. „Euratsfeld ist dann Schritt für Schritt besser in das Spiel gekommen und hat das Spiel übernommen“, sagte der Trainer. Vor allem im Passspiel im zweiten Drittel attestierte er dem Gegner eine starke Leistung. Die Gäste ließen der Heimelf phasenweise wenig Zugriff und kamen selbst zu guten Möglichkeiten, wobei Waldhausens Schlussmann laut Naderer mehrmals stark hielt. Der Ausgleich fiel schließlich in der 30. Minute nach einem Eckball. Die Gastgeber bekamen die Situation nicht sauber geklärt, am Ende sprang der Ball unglücklich von Maximilian Winkler zum 1:1 ins eigene Tor. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause, obwohl beide Mannschaften bis dahin bereits ihre Chancen auf mehr gehabt hatten.

Nach der Pause wieder aktiver, Wurzer und Sandhofer entscheiden das Spiel

In der Kabine reagierte Waldhausen/Gloxwald auf diese Entwicklung. Naderer sprach von einigen taktischen Änderungen, um Euratsfeld im Ballbesitz besser zu stören und dem Gegner weniger Ruhe zu geben. Vor allem das Auftreten seiner Mannschaft direkt nach Wiederbeginn blieb ihm in Erinnerung. „Wie wir aus der Halbzeit rausgegangen sind, war entscheidend. Die Energie, die wir da auf den Platz gebracht haben, war das Wichtigste“, sagte er. Aus seiner Sicht wurde seine Mannschaft in der zweiten Hälfte „immer aktiver“ und „immer dominanter“. Torchancen gab es weiterhin auf beiden Seiten, doch mit Fortdauer der Partie sprach Naderer seiner Mannschaft ein kleines Plus zu: „Man hat gemerkt, dass wir noch ein bissl mehr Energie im Tank gehabt haben.“ Belohnt wurde das in der 80. Minute, als ein Angriff über die rechte Seite mit einem Stanglpass in den Rückraum bei Julian Wurzer landete, der souverän zum 2:1 verwertete. In der Nachspielzeit warf Euratsfeld noch einmal alles nach vorne, Waldhausen/Gloxwald spielte den Gegenstoß aber sauber aus, und Elias Sandhofer machte nach einem Steckpass in die Tiefe mit dem 3:1 alles klar.

Kollektiv federt Ausfälle ab, Breite bleibt ein Thema

Dass dieser Sieg für den Trainer mehr war als nur ein Ergebnis, wurde in seiner Analyse deutlich. Naderer hob hervor, wie seine Mannschaft die Ausfälle aufgefangen habe und wie geschlossen sie auftrat. „Das Kollektiv hat sehr gut funktioniert“, sagte er und betonte, dass gerade unter diesen Voraussetzungen viel zusammenpassen musste. Besonders freute ihn der Auftritt von Jonas Hofer, der bisher wenig Spielzeit in der Kampfmannschaft hatte und seine Aufgabe laut Trainer „wirklich sehr gut gemacht“ habe. Gleichzeitig zollte Naderer auch dem Gegner Respekt. Euratsfeld habe vor allem im Zentrum und mit seiner Qualität im Offensivbereich gezeigt, warum diese Mannschaft unangenehm zu bespielen sei. Der Unterschied lag für ihn letztlich in der zweiten Halbzeit und vor dem Tor: „Da waren wir die aktivere Mannschaft. Chancen waren auf beiden Seiten vorhanden, aber wir haben unsere Möglichkeiten besser ausgespielt.“ Ganz zufrieden war der Coach trotz des 3:1 nicht in jedem Punkt. Als klare Aufgabe für die kommenden Wochen nannte er die Kaderbreite. „Da müssen wir in Zukunft mehr Optionen haben“, sagte Naderer. Dass die Partie ohne große Diskussionen über die Bühne ging, passte ins Bild eines intensiven, aber fairen Abends: „Es war ein faires Spiel, und die Schiedsrichterleistung war sehr gut.“

1. Klasse West: Waldhausen/Gloxwald : Euratsfeld - 3:1 (1:1)

  • 91
    Elias Sandhofer 3:1
  • 80
    Julian Wurzer 2:1
  • 30
    Eigentor durch Maximilian Winkler 1:1
  • 4
    Elias Sandhofer 1:0