In der 1. Klasse West stand SG Ardagger/Neustadtl II am Freitagabend gegen SV Union Raika Blindenmarkt lange auf Augenhöhe, gewann am Ende aber klar mit 3:0. Für Blindenmarkts Sportlichen Leiter Stefan Teufel lag der Knackpunkt nicht in der ersten Hälfte, sondern direkt nach dem Seitenwechsel. "Mit dem Ankick nach der Pause" sei seine Mannschaft praktisch in Rückstand geraten, und von diesem Doppelschlag habe man sich nicht mehr erholt.

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Dass es zur Pause 0:0 stand, passte für Teufel gut zum Bild eines offenen Spiels. "Prinzipiell war es ein sehr ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Darum war das Unentschieden zur Halbzeit meiner Meinung nach gerecht", sagte der Sportliche Leiter. Blindenmarkt habe die Gastgeber vor allem im ersten Durchgang gut neutralisiert und sich selbst ordentlich in die Partie gearbeitet. "Wir waren wirklich gut in der Partie drinnen und haben von hinten sehr gut aufgebaut", so Teufel. Ganz ohne brenzlige Momente blieb es aber nicht, denn zweimal musste Blindenmarkts Tormann stark eingreifen. Dazu erinnerte Teufel an einen "leichten Elfmeteralarm" nach einem Foul an Gabriel Hornyak, betonte aber zugleich, dass die Schiedsrichterleistung "sicher okay" gewesen sei.
Nach dem Seitenwechsel bekam die Partie dann sehr schnell eine klare Richtung. In der 47. Minute brachte Richard Aigner Ardagger/Neustadtl II mit 1:0 in Führung, und genau dieser Moment war für Teufel der Anfang vom Ende. "Wir haben die zweite Halbzeit denkbar schlecht gestartet", sagte er. Das erste Gegentor ordnete er sogar "eher in der Kategorie Slapstick" ein. Nur fünf Minuten später legte Kilian Hehenberger mit einem Distanzschuss das 2:0 nach. Auch dieses Tor blieb hängen. "Das war ein richtig guter Distanzschuss, den wir nicht gut verteidigt haben", meinte Teufel. Beim Stand von 0:2 sei es für seine Mannschaft dann "natürlich sehr schwer" geworden. Blindenmarkt habe danach zwar noch alles versucht, entscheidend zurück in die Partie fand die Mannschaft aber nicht mehr. Den Schlusspunkt setzte erneut Hehenberger in der Nachspielzeit mit dem 3:0.
Warum die Gäste trotz ordentlicher erster Hälfte am Ende ohne Treffer blieben, erklärte Teufel vor allem mit den Problemen im Spiel nach vorne. "Uns hat mit Sicherheit die Durchschlagskraft in der Offensive gefehlt", sagte er deutlich. Bis ins Mittelfeld habe Blindenmarkt vieles "ganz brav" gespielt, danach sei die Mannschaft aber zu ungenau geworden. Genau dort lag für ihn der Unterschied. "Wir haben sehr viele Fehler im Spiel nach vorne gemacht und waren oft sehr ungenau. Das müssen wir schleunigst abstellen", forderte Teufel. Weil so zu wenige klare Möglichkeiten entstanden, konnte Blindenmarkt den frühen Rückstand nach der Pause auch nicht mehr auffangen. Gleichzeitig sah der Sportliche Leiter die Qualität des Gegners bestätigt. Ardagger/Neustadtl II sei als gute Mannschaft bekannt gewesen und habe die Gäste in der zweiten Hälfte "eiskalt bestraft".
Trotz der klaren Niederlage wollte Teufel die erste Hälfte nicht komplett ausblenden. "Die können wir auf alle Fälle positiv mitnehmen", sagte er mit Blick auf das 0:0 und die Phase, in der Blindenmarkt ordentlich im Spiel war. Viel Trost spendet das Ergebnis für ihn trotzdem nicht. "Das bringt uns im Endeffekt leider auch nichts, weil am Schluss wieder das 0:3 und null Punkte dastehen", stellte er nüchtern fest. Für Ardagger/Neustadtl II bedeutet der Heimsieg nach sechs Runden zwölf Punkte und Rang zwei. Blindenmarkt bleibt nach der sechsten Partie bei drei Zählern im hinteren Tabellenbereich. Gerade deshalb ist für Teufel klar, wo angesetzt werden muss: mehr Genauigkeit im letzten Drittel und ein stabilerer Start nach der Pause.