In der 1. Klasse West trennten sich USV Intersport Winninger Ferschnitz und ÖTSU Steinakirchen in Runde sechs mit 1:1. Nach einem torlosen ersten Durchgang brachte Matthias Lehner die Gastgeber in der 60. Minute voran, Sebastian Käfer glich zehn Minuten später aus. Steinakirchen-Trainer Daniel Lehner sprach danach von einem emotionalen, kampfbetonten Derby und nannte vor allem den Grund, warum es nicht für mehr reichte: "Uns hat die letzte Konsequenz und Überzeugung im Abschluss gefehlt."

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Dass es kein einfacher Nachmittag werden würde, hatte sich früh abgezeichnet. Lehner erlebte "ein sehr emotionales Derby mit vielen Zweikämpfen", dazu komme kämpferisch "teilweise auch ein wenig Krampf ins Spiel". Genau so entwickelte sich auch der erste Durchgang. Beide Mannschaften arbeiteten viel, schenkten einander wenig und blieben über weite Strecken auf Augenhöhe. Das 0:0 zur Pause passte daher gut ins Bild. Steinakirchens Trainer sprach von einer "insgesamt relativ ausgeglichenen" Partie, in der sich keine Seite wirklich entscheidend lösen konnte und in der lange vor allem die Defensivreihen dafür sorgten, dass es kaum klare Vorteile gab.
Nach dem Seitenwechsel kam dann Bewegung in den Spielstand. Ferschnitz ging in der 60. Minute durch Matthias Lehner mit 1:0 in Führung, Steinakirchen musste also reagieren und tat das wenig später. In der 70. Minute stellte Sebastian Käfer auf 1:1 und brachte die Gäste damit wieder zurück. Gerade diese Reaktion passte aus Sicht von Daniel Lehner zur eigenen Leistung, die er insgesamt ordentlich bewertete. "Defensiv war unser Auftreten wieder schwer in Ordnung", sagte der Trainer. Gleichzeitig machte er aber keinen Hehl daraus, dass seiner Mannschaft wegen personeller Probleme nach vorne einiges fehlte: "Wir haben in der Offensive heute sehr wenig Durchschlagskraft gehabt. Da wäre sicher das eine oder andere Mal noch mehr gegangen."
Richtig offen wurde es noch einmal in der Schlussphase. Nachdem Ferschnitz ab der 86. Minute nach der Roten Karte gegen Vladyslav Marchuk in Unterzahl weiterspielen musste, bekam Steinakirchen in den letzten Minuten noch einmal die Chance, mehr als nur einen Punkt mitzunehmen. Vor allem Standards sorgten noch für Druck. Lehner erinnerte dabei besonders an eine Szene in der Nachspielzeit: "Nach einer Standardsituation ist der Ball noch einmal reingeköpft worden. Da hat ein Spieler von uns knapp verpasst, und wir waren vielleicht ein bisschen zu wenig entschlossen. Da wäre der Siegtreffer noch möglich gewesen." Für den Steinakirchen-Coach war genau dort zu sehen, was seiner Mannschaft an diesem Tag gefehlt hat.
Weil Steinakirchen hinten wieder stabil stand, konnte Lehner dem Auftritt trotz des verpassten Dreiers einiges abgewinnen. "Insgesamt war die Leistung und der Einsatz schwer in Ordnung", meinte er, und auch den Gegner stufte er als unangenehm ein: "Ferschnitz war wie erwartet sehr kampfstark, vor allem die Legionäre waren in einer sehr guten Verfassung." Dazu kamen auf beiden Seiten mehrere Strafraumszenen, die nicht sauber zu Ende gespielt wurden. "Oft war noch ein gegnerisches Bein dazwischen oder der Ball ein bisschen zu weit vorgespielt", sagte Lehner. Diskussionsstoff gab es aus seiner Sicht noch bei einer Rückpass-Szene um die 75. Minute, gleichzeitig hielt er fest, dass es "für den Schiedsrichter definitiv nicht leicht" gewesen sei. So bleibt für Steinakirchen nach dem 1:1 ein Punkt aus einem intensiven Derby und die Erkenntnis, dass die defensive Basis stimmt, vorne aber mehr Spritzigkeit und Überzeugung nötig sind.