In der 1. Klasse West hat SV Raika Essmeister Neumarkt am Samstag ein 5:1 gegen FCU SOP Winklarn gefeiert, auch wenn das Ergebnis nach Einschätzung von Trainer Patrick Gruber klarer ausfiel, als es über weite Strecken tatsächlich war. Bis weit in die zweite Hälfte hinein blieb die Partie offen, ehe Neumarkt nach dem 2:1 endgültig das Kommando übernahm und den Vorsprung spät noch deutlich ausbaute.

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Gruber sah seine Mannschaft vor allem in den ersten 45 Minuten klar in der besseren Rolle. "Wir haben die erste Halbzeit sehr gut begonnen, waren die aktivere Mannschaft und sind dann kurz vor der Halbzeit meiner Meinung nach verdient in Führung gegangen", sagte der Neumarkt-Trainer. Diese Führung fiel in der 43. Minute, als Jakub Mikula das 1:0 erzielte und die gute Phase der Gastgeber auch auf die Anzeigetafel brachte. Aus Sicht von Gruber war das ein logischer Zwischenstand, weil seine Mannschaft von Beginn an engagiert auftrat und das Spiel in dieser Phase besser kontrollierte. Mit dem knappen Vorsprung ging es dann in die Pause, ohne dass die Partie damit schon entschieden gewesen wäre.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst deutlich. "Winklarn war dann die ersten fünfzehn Minuten sehr aktiv, hat uns stark unter Druck gesetzt und in dieser Phase auch verdient den Ausgleich gemacht", ordnete Gruber die zweite Halbzeit ein. Das 1:1 durch Zoran Milutinovic in der 55. Minute passte genau zu dieser Drangphase der Gäste, die nach Wiederbeginn spürbar zulegten. Danach schlug Neumarkt laut Gruber in einer entscheidenden Phase eiskalt zu. Tobias Langthaler traf in der 71. Minute zum 2:1, und genau dort lag für Gruber der entscheidende Knackpunkt: "Mit dem 2:1 und einem Mann mehr war die Chance natürlich sehr groß, dass das Spiel in unsere Richtung kippen könnte. Und genauso hat es sich dann auch entwickelt." Neumarkt blieb danach am Drücker, suchte weiter das dritte Tor und belohnte sich. Daniel Stöger stellte in der 84. Minute auf 3:1, Lukas Kamleithner erhöhte in der 89. Minute auf 4:1, und noch einmal Daniel Stöger setzte in der 90. Minute den Schlusspunkt zum 5:1. Gruber machte aber auch klar, dass das Endergebnis den Verlauf etwas deutlicher aussehen lässt, als er lange war: "Wir haben aus vielen Torchancen noch ein sehr eindeutiges, aber insgesamt doch ein bisschen zu hohes Ergebnis erzielt."
Den Ausschlag gab für den Neumarkt-Coach nicht ein einzelner Spieler, sondern das Gesamtbild seiner Mannschaft. "In der mannschaftlichen Geschlossenheit, in der Einsatzbereitschaft und in dem unbedingten Willen, dass wir das Spiel gewinnen wollten", sah Gruber die größte Stärke seines Teams. Er hob besonders hervor, wie konsequent seine Mannschaft gegen den Ball arbeitete: "Wir waren extrem aggressiv, haben sehr hoch angepresst, als ganze Mannschaft super verteidigt und gegen den Ball gearbeitet." Gerade gegen einen Gegner wie Winklarn hatte das aus seiner Sicht besonderes Gewicht. Gruber bezeichnete die Gäste als "sehr starke Mannschaft" und sogar als "absoluten Titelkandidaten", weil vor allem offensiv "unglaublich starke Einzelspieler" und "ganz viel Tempo" vorhanden seien. Gleichzeitig glaubte Neumarkt, einen Ansatzpunkt gefunden zu haben. "Defensiv sind sie ein bisschen verwundbar. Das haben wir auch vor dem Spiel so analysiert, und das war dann auch der Schlüssel für den Sieg auf unserer Seite", sagte Gruber.
So deutlich das Ergebnis am Ende auch ausfiel, Gruber nahm aus dem Spiel nicht nur das Positive mit. Gerade die Phase nach der Führung und der Beginn der zweiten Halbzeit zeigten ihm, woran seine Mannschaft weiter arbeiten muss. "Auch wenn wir in Führung sind, dürfen wir nicht zu passiv werden", sagte er und legte nach: "Wir müssen weiterhin aktiv nach vorne attackieren, entschlossener auf das zweite Tor spielen und nicht zu lang abwarten, weil wir sonst den Gegner wieder zurückholen." Genau diese Warnung passte zu dem Verlauf, in dem Winklarn nach dem 0:1 noch einmal zurückkam. Der Trainer erwartet daher, dass Neumarkt seine Überlegenheit künftig früher klarer nutzt. "Wenn wir überlegen sind, müssen wir die Spiele früher deutlicher in unsere Richtung drehen." Für Neumarkt bleiben damit nicht nur fünf Tore und drei Punkte, sondern auch die Bestätigung, dass Einsatz, Geschlossenheit und mutiges Anlaufen gegen einen starken Gegner den Unterschied machen können.