In der 1. Klasse West hat SV Raika Scheibbs das Derby gegen SV Volksbank Haubi's Petzenkirchen-Bergland mit 4:3 gewonnen. Die Gäste lagen zur Pause 0:2 zurück, drehten die Partie nach dem Seitenwechsel aber in nur zehn Minuten auf 3:2, ehe sie den Vorsprung wieder hergaben. Sektionsleiter Robert Doppler brachte den bitteren Verlauf nach dem Schlusspfiff auf einen Nenner: „Wir haben das Spiel mit eigenen Fehlern aus der Hand gegeben.“

Für Petzenkirchen nahm das Derby zunächst einen klar unangenehmen Verlauf. Scheibbs ging schon in der 8. Minute durch Laurenz Lasselsberger in Führung und legte kurz vor der Pause durch Lukas Szabo das 2:0 nach. Damit sprach beim Seitenwechsel vieles für die Gastgeber. Nach Wiederbeginn änderte sich das Spiel dann aber schlagartig. David Schroll verkürzte in der 50. Minute auf 2:1, nur drei Minuten später stellte Andrei-Florin Dronca auf 2:2 und in der 60. Minute brachte Florian Haslauer die Gäste sogar mit 3:2 nach vorne. Genau diese Phase zeigte, dass Petzenkirchen in der Partie noch einmal komplett zurückkommen konnte. Belohnt wurde die Aufholjagd am Ende trotzdem nicht, weil Szabo in der 68. Minute zum 3:3 traf und Lasselsberger in der 84. Minute den 4:3-Endstand herstellte.
Robert Doppler wollte die Niederlage danach nicht auf einen einzigen Moment schieben. Auf die Frage nach den entscheidenden Szenen suchte der Sektionsleiter gar nicht erst nach einer isolierten Aktion, sondern sprach bewusst über das große Ganze. „Das war die Summe an eigenen Fehlern, was die Tore für Scheibbs ermöglicht hat“, sagte er. Genau dort lag für ihn der Kern dieser 90 Minuten. Petzenkirchen hatte sich nach dem 0:2 zurückgearbeitet, das Spiel sogar gedreht und damit eigentlich alles offen gehalten. Umso bitterer war aus seiner Sicht, dass die Mannschaft diese Phase nicht stabil halten konnte. „Uns hat die Konstanz gefehlt. Wir haben den Druck nicht nach Hause gespielt“, sagte Doppler. Das erklärt auch, warum ein Spiel, das nach einer Stunde auf die Gästeseite gekippt war, am Ende doch wieder an Scheibbs ging.
Trotz der Enttäuschung wollte Doppler die Leistung seiner Mannschaft nicht nur negativ bewerten. Gerade die Reaktion auf die erste Hälfte hob er ausdrücklich hervor. „Der Einsatzwille, wie sie miteinander gekämpft haben, wie sie den 0:2-Rückstand aufgeholt haben, das ist sehr positiv“, sagte er. Auch, dass bis zum Schluss weiter gearbeitet wurde, war für ihn ein Punkt, den man mitnehmen kann. Den Gegner ordnete er nüchtern ein: „Scheibbs hat unsere Fehler ausgenützt. Wir sind sofort bestraft worden.“ An der Leistung des Unparteiischen wollte er nichts festmachen. „Die Schiedsrichterleistung war für mich okay. Es war halt ein Derby“, meinte Doppler. Für Petzenkirchen bleibt damit nach sechs Runden ein Spiel, das zwei Seiten hatte: viel Moral und eine starke Aufholjagd, aber eben auch zu viele Fehler und zu wenig Konstanz, um aus dem 3:2 noch etwas Zählbares mitzunehmen. Genau dort liegt nach diesem 3:4 auch der klare Ansatz für die nächsten Aufgaben.