Samstagnachmittag empfing die SG Ortmann/Oed-Waldegg den ASV EATON Schrems. Der Erstgenannte war vor einer Woche in Ebreichsdorf abserviert worden. Nun brannte er also auf Rehabilitation. Bei der anstehenden Aufgabe durfte man sich durchaus etwas ausrechnen. Als Kontrahent reiste die Mannschaft mit der roten Laterne an. Mittlerweile bleibt nicht mehr viel Zeit, um sich vom Tabellenkeller zu entfernen. Daher sollte im besten Fall ein Triumph her. Der ging sich final trotz einer beeindruckenden Mentalität nicht aus. Aber ein Zähler wurde es immerhin.
Rund 250 Zuschauer statteten dem Sportplatz einen Besuch ab. Die lokalen Anhänger hatten sich in der Frühjahrssaison soweit noch nicht über einen Sieg ihrer Burschen freuen dürfen. Gerade nach der jüngsten Schlappe nahmen sie nur vorsichtig optimistisch Platz. Umso euphorischer fiel der Jubel aus, als Anis Balti in der vierten Minute gleich für die Führung sorgte. Sehenswert versenkte er einen Freistoß. Es kam unmittelbar sogar noch besser. Lediglich ein paar Momente später erhöhte Alperen Sahinarslan. Der wieselflinke Offensivakteur schloss eiskalt ab. Was ging da ab? Die Heimfans rieben sich ungläubig die Augen. Leider ging es aus ihrer Sicht so nicht weiter. Einen derartigen Auftakt gegen einen Nachzügler muss man nützen. Daran scheiterten die Hausherren. In der verrückten Partie entschied der Referee noch vor der Pause doppelt auf Strafstoß für die angereiste Mannschaft. Mario Desnica schnappte sich jeweils den Ball und beförderte ihn humorlos in den Kasten. Was für ein Comeback! Sensationell, und das in der schwierigen Phase! Man sieht, die Truppe lebt! Alles schien wieder möglich.
Die Konkurrenten fanden sich zur Halbzeit in der Kabine ein. Hüben wie drüben legten sie sich einen Fahrplan für den kommenden Durchgang zurecht. Das Momentum lag bei dem Spielverlauf wohl auf der Seite des Schlusslichts. Aber die Heimischen gingen professionell mit der Situation um, hakten den kassierten Ausgleich ab und konnten auch jetzt wieder vorlegen. Eine Stunde zeigte die Matchuhr, als Devran Tiskaya netzte. Die Tribüne bebte. Noch einmal wollte man nun natürlich den Nachzügler nicht zurückschlagen lassen. Soweit in der Theorie. In der Praxis dauerte es nur drei Minuten, bis er den Rückstand egalisierte. Clinton Osaro trug sich in die Schützenliste ein. Hut ab! Im Anschluss probierten die Mannschaften links und rechts des Mittelkreises die Entscheidung herbeizuführen. Keinem jedoch war der volle Erfolg vergönnt. Die größte Chance vergab noch das Auswärtsteam. In der Endphase rettete das Gebälk für Ortmann. So pfiff der Schiedsrichter das Match mit dem Remis ab. Dank ihrer kämpferischen Fähigkeiten ergatterten die Schremser einen Punkt im Fight um den Ligaverbleib. Zu befürchten ist, dass dieser Zähler nicht reicht bei der Tabellenkonstellation. Aber mal schauen, wieviel Kraft ihnen das Resultat für die weiteren Runden gibt.
Michael Scherzer (Sportlicher Leiter ASV EATON Schrems):
„Kompliment an die Burschen. Leider müssen wir uns mit dem Unentschieden begnügen. Mit etwas Glück schaut echt sogar noch der Sieg raus. Das Aluminium meinte es nicht gut mit uns hintenraus. Nichtsdestotrotz verleiht uns der Auftritt jedenfalls Mut.“
Der Beste: Gwen Malonga (Mittelfeld ASV EATON Schrems)