Freitagabend traf der SC Raika TTI Group Wieselburg auf den SC Retz. Endlich legte der Erstgenannte auch in der Meisterschaft los. Im ÖFB-Cup war er ja bereits aktiv gewesen und beim 0:6 gegen Wattens schon ganz schön unter die Räder gekommen. Beim letzten Test in Melk hatte die Mannschaft dann selbst ein halbes Dutzend an Toren genetzt und so die richtige Antwort abgeliefert. Daher ging man nun durchaus selbstbewusst in das Kräftemessen mit dem Absteiger. Die Zuschauer sahen einen ordentlichen Fight ihrer Jungs, der schließlich mit einem Punkt belohnt wurde.
Rund 250 Besucher machten sich auf den Weg in die Arena. Die lokalen Anhänger wussten natürlich ganz genau, dass da zum Auftakt in der Meisterschaft gleich ein ordentlicher Brocken wartete. Das Gesehene auf dem Rasen bestätigte in weiterer Folge auch die Annahme. Das Auswärtsteam bestach mit seiner Physis und auch dem Tempo, welches es beim Aufbau seiner Angriffe zu berücksichtigen versuchte. Der Hausherr fokussierte zunächst einmal vor allem auf eine Stabilisierung der Abwehr. Absolut weise, denn nur so schien es möglich, den drohenden Rückstand zu verhindern. Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung vereitelte man tatsächlich den erfolgreichen Abschluss von Möglichkeiten der Weinstädter. Nach rund einer halben Stunde landete der Ball im Kasten der Heimischen. Der Referee sah jedoch ein Handspiel, wodurch er das Goal nicht anerkannte. Zehn Minuten später lagen die Heimischen trotzdem hinten. Der Flachschuss von Manuel Maurer stellte die Führung her. Bald darauf pfiff der Schiedsrichter zur Pause.
Die Retzer mussten sich in der Kabine vorwerfen, nur 1:0 in Front zu sein. Ärgerlich! Andererseits hatten sie eindrucksvoll bewiesen, mit welcher Dominanz sie agieren können. Nun lautete das Credo, an die Leistung anzuknüpfen. Dann sollten über kurz oder lang sicher auch weitere Treffer fallen. Der Kontrahent andererseits durfte sich zu dem Zeitpunkt darüber freuen, noch in der Verlosung zu sein. Das knappe Ergebnis ließ nach wie vor alles möglich erscheinen. Die Jungs von Coach Rainer Hudler kehrten topmotiviert auf den Rasen zurück und wie so oft im modernen Fußball machte ein Standard das Kräftemessen echt wieder komplett offen. Marcel Doppler nickte eine Hereingabe mit seinem Haupt ein. Die Tribüne bebte. Nicht wirklich beeindruckt reagierten die Gäste. Nach einem Eckball und einer etwas unübersichtlichen Aktion landete der Ball im Kasten der Hausherren. Äußerst bitte aus ihrer Sicht. Würden sie jetzt nochmals zurückkommen? Ja, sie taten es. Sensationell! Marco Talir nämlich nahm sein Herz in die Hand, zog aus der Distanz ab und drosch das Runde ins Eckige. Wieselburg atmete durch und ließ sich den Punkt jetzt tatsächlich nicht mehr entreißen.
Rainer Hudler (Trainer SC Wieselburg):
„Gerade zu Beginn hatten wir schon etwas Probleme, uns gegen die Retzer zu stemmen. Diese sind hoch einzuschätzen. Für mich gehören sie wohl zu den Top Five. Mit dem Seitenwechsel sah ich uns besser in der Partie. Schön, die Moral der Jungs zu sehen. Ich denke, dass die Punkteteilung in Ordnung geht.“
Der Beste: Marco Talir (Mittelfeld SC Wieselburg)