Samstagnachmittag empfingen die SKU Amstetten Amateure die SG Ortmann/Oed-Waldegg. Der Erstgenannte schaffte es nicht wirklich, den Schwung vom Aufstieg mitzunehmen. Er stand vor der Partie tatsächlich mit noch keinem einzigen Punkt am Tabellenende. Vor einer Woche hatte das Team in Zwettl verloren. Der Kontrahent andererseits war in der vorigen Runde Ebreichsdorf unterlegen, aber insgesamt immerhin doch schon zu drei Körnern gekommen. Lange schaute es nach dem zweiten Triumph aus, ehe die Hausherren noch die ihnen drohende Pleite abwendeten. Ein Last-Minute-Goal bescherte dem Schlusslicht den Premierenzähler.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Rund 90 Zuschauer verfolgten das Kräftemessen im Ertl-Glas-Stadion. Die lokalen Fans wünschten sich so innig den Befreiungsschlag in der Form eines vollen Erfolgs. Es ging ja darum, mit einem positiven Resultat in der Liga so richtig anzukommen und den Rückstand auf das Mittelfeld im Klassement nicht zu groß werden zu lassen. Der Umstand schien den Heimischen bewusst gewesen zu sein. Sie legten ambitioniert los. Der Start gab Hoffnung, dass der Auftritt zum Ziel führt. Bis zur elften Minute, da unterlief ihnen ein billiger Fehler in der Verteidigung. Zum Nutznießer avancierte Patrick Häupl, der sich die Chance eiskalt nutzte. Nur Momente später folgte das nächste Missgeschick. Wieder passierte eine Unkonzentriertheit. Melih Kaya erhöhte humorlos. So lag das Team mit der roten Laterne plötzlich klar zurück. Immerhin schmissen sie nicht die Nerven weg und vermieden ab dem Zeitpunkt Aussetzer. Ohne weitere Treffer pfiff der Referee zur Pause.
Ortmann durfte sich in der Kabine also über ein tolles Zwischenergebnis freuen. Auf der Gegenseite fiel das Fazit sicher ernüchternd aus. Gleichzeitig stellte ein Aufgeben klarerweise keine Option dar. Das tut ein Sportsmann maximal mit einem Brief. Für die Hausherren lautete das Credo, auch die Hälfte mit viel Energie zu beginnen. Dieses Mal jedoch musste man sich unbedingt die Selbstfaller sparen, wenn noch ein Comeback gelingen sollte. Bei dem Resultat war schon fast ein Husarenstück gefragt, um was mitzunehmen. Mit dem Glauben daran kehrten die Heimischen auf den Rasen zurück. Und tatsächlich, es dauerte nur wenige Sekunden bis zum Anschlusstreffer. Nico Zellhofer trug sich in die Schützenliste ein. Damit meldeten sich die Hausherren, wie von ihnen erhofft, unmittelbar zurück. Das Goal gab ihnen Zuversicht und führte dazu, dass sie das Geschehen bestimmten. Für den Ausgleich reichte es zunächst nicht, der finale Pass wollte nicht gelingen. Die Minuten verstrichen. Da auch die Auswärtstruppe ihre Umschaltsituationen zu ungenau aufzog, blieb die Spannung bis ins Finish hinein hoch. Da packten die SKU Amateure die Brechstange aus. Zahlreiche hohe Bälle flogen in den Sechzehner. Einer davon landete auf dem Haupt von Paul Grandl, der unter dem Jubel der Anhänger einnickte. Amstetten sicherte sich einen Punkt und atmet durch, dass der Bann gebrochen ist.
Gernot Krimberger (Trainer SKU Amstetten Amateure):
„Schön, dass sich die Burschen noch einen Zähler erkämpften. Wie wir das Remis noch retteten, muss uns Kraft geben. Nichtsdestotrotz müssen wir das Verteilen von Geschenken schleunigst einstellen. Das kann man sich auf dem Niveau nicht leisten.“
Der Beste: Paul Grandl (Verteidigung SKU Amstetten Amateure)