Wind, tiefer Rasen und viele Zweikämpfe prägten den Nachmittag, an dem in der 2. Klasse Marchfeld der SC Obersiebenbrunn auf ATSV Weikendorf traf. Am Ende stand ein 4:0, doch im Mittelpunkt standen weniger die Zahlen als die Art, wie dieses Spiel zustande kam. Trainer Rudolf Kolar ordnete den Charakter klar ein: „Relativ unspektakulär, eher kampfgeprägt, mit wenigen taktischen Momenten und vielen Leerläufen – auch dem starken Wind und den Platzverhältnissen geschuldet.“ Seine Mannschaft legte früh die Richtung fest, musste in einer lange offenen ersten Hälfte aber wachsam bleiben; zur Pause hieß es 1:0. Nach dem Seitenwechsel zog Obersiebenbrunn an, wirkte griffiger und dominanter – der Vorsprung wuchs, und die Partie kippte merklich auf die Seite der Hausherren.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Kolar sprach von einem Auftakt nach Maß, der das Geschehen „recht eindeutig“ sah – dennoch blieb Durchatmen zunächst aus: „Die erste Halbzeit war durchaus knapp. Die zweite Halbzeit war dann deutlich besser von unserer Seite, da haben wir den Sack zugemacht.“ Auch beim Ballbesitz drehte sich das Bild: „Zur Pause hätte ich es bei etwa 55 zu 45 für uns gesehen. Nach der Pause ging es eher in Richtung 65 zu 35, phasenweise 70 zu 30.“
Entsprechend veränderte sich die Statik: In Durchgang eins prägten enge Duelle und viele zweite Bälle das Geschehen, danach gab es mehr Kontrolle, Tempo in den Umschaltmomenten und klarere Endaktionen.
Bei der Chancenverwertung sah Kolar Fortschritte, blieb aber selbstkritisch: „Wir sind sehr effizient gestartet, weil wir mit der ersten Chance in der ersten Minute gleich in Führung gegangen sind (Torschütze: Denis Dizdarevic). In der zweiten beziehungsweise dritten Minute hätten wir das 2:0 nachlegen können, das gelang nicht. Danach taten wir uns bis zur Pause schwer, Situationen konsequent zu Ende zu spielen.“ Nach Wiederbeginn wurde es zwingender – untermauert von den Torschützen: Denis Dizdarevic traf doppelt, Lubos Janik legte nach, das vierte Tor fiel als Eigentor von Valentin Kowatschitsch. Standards spielten insgesamt eine Nebenrolle, lieferten aber den Schlusspunkt: „Das vierte Tor war ein gut getretener Eckball von uns, den ein gegnerischer Verteidiger (Valentin Kowatschitsch) ins eigene Tor ablenkte.“ Auf der Gegenseite deutete Weikendorf nach ein, zwei Ecken Gefahr an: „Unser Torhüter hat gut pariert, die Verteidigung anschließend sauber geklärt.“ Freistöße auf Gastgeberseite blieben hingegen Stückwerk: „Unsere Freistöße waren heute nicht gut und sind in der Mauer hängen geblieben.“
Im Kern trennte Kolar System- von Mentalitätsfragen: „Es gab gute und weniger gute Dinge. Was mir nicht gefallen hat, hatte weniger mit dem Spielsystem zu tun, sondern mit unserer allgemeinen Kampfbereitschaft und Griffigkeit – die hat uns in der ersten Halbzeit phasenweise gefehlt.“ Positiv vermerkte er das Verhalten nach Ballgewinn: „Wir haben den ein oder anderen Konter gut fertiggespielt.“ Kritisch sah er das Verhalten nach Ballverlust: „Die Rückwärtsbewegung war teilweise wirklich nicht gut und hat uns gerade in der ersten Halbzeit unnötig in Gefahr gebracht.“ Auch die Linie des Referees empfand Kolar als wechselhaft: „Der Schiedsrichter hat viel laufen lassen und dann wieder Kleinigkeiten abgepfiffen – nichts Spielentscheidendes, aber die Linie war schwer zu greifen.“ Unterm Strich erledigte Obersiebenbrunn die Pflicht unter besonderen Rahmenbedingungen: „Teilweise hat es sich aufgrund verschiedener Umstände eher wie ein Freundschaftsspiel angefühlt.“ Der Blick geht nach vorn: „Auswärts erwartet uns nächste Woche ein anderes Spiel. Einige Spieler sollten von Krankheiten zurückkommen – wir wollen wieder drei Punkte holen.“