Mit Rang sieben und 50 Punkten hat SC Obersiebenbrunn die Saison in der 2. Klasse Marchfeld im oberen Mittelfeld beendet. Im Rückblick fällt Rudolf Kolar ein klares Urteil: Vorne hat der SC Obersiebenbrunn viel richtig gemacht, hinten und in der Balance zwischen Offensive und Defensive aber zu oft Punkte liegen gelassen. Genau dort sieht der Verein nach einer wechselhaften Spielzeit den größten Hebel für den nächsten Anlauf.

Foto von (Augustin-Foto) Jonas Augustin auf Unsplash
Wer Rudolf Kolar zuhört, hört keine Schönfärberei. Er spricht sehr offen darüber, was beim SC Obersiebenbrunn funktioniert hat und was eben nicht. „Gut funktioniert hat ganz offensichtlich die Offensive“, sagt Kolar. Das ist keine leere Floskel, denn laut Kolar zählte der SC Obersiebenbrunn zu den offensivstärksten Teams der Liga. Gleichzeitig spart er die Gegenseite nicht aus. „Weniger gut funktioniert haben die Defensive, die Balance zwischen Offensive und Defensive und auch die Konstanz“, erklärt Kolar. Genau in diesem Punkt sieht er die Erklärung dafür, warum eine Mannschaft mit viel Offensivkraft am Ende zwar 50 Punkte holte, für ganz vorne aber nicht in Frage kam.
Gerade der Verlauf der letzten Wochen passt gut zu dieser Einschätzung. Der SC Obersiebenbrunn holte aus den Partien gegen SV Gänserndorf, ASKÖ Strasshof SV und SG Ulrichskirchen nur einen Punkt, legte zum Abschluss der Saison aber noch zwei deutliche Siege nach. Auf das 5:0 bei Fortuna Untersiebenbrunn folgte ein 6:1 gegen Markgrafneusiedl. Kolar beschreibt diese Ausschläge sehr direkt: „An einem guten Tag haben wir eigentlich jeden Gegner bespielen und klar schlagen können. An einem schlechten Tag haben wir gefühlt auch gegen jeden verlieren können.“ Dass es im Kader dennoch mehrere starke Leistungen gab, betont er ausdrücklich. Nach Kolars Angaben kamen Michal Janik & Denis Dizdarevic gemeinsam auf 63 Saisontore, Patrick Schillinger arbeitete sich nach einer fast komplett verpassten Hinrunde in eine gute zweite Saisonhälfte hinein, dazu hebt Kolar auch Lubos Janik, Marco Sefcik, Eddi Romanic & Patrick Klement hervor.
Im Sommer steht beim SC Obersiebenbrunn nun ein personeller Einschnitt an. Mit Christian Wegscheider, Constantin Jesina, Samuel Soltane, Maximilian Zbik, Denis Dizdarevic (Karriereende) und Adam Klacko verliert der Verein Spieler aus verschiedenen Mannschaftsteilen. Bei möglichen Neuzugängen bleibt der Verein bewusst vorsichtig. „Fix ist erst etwas, wenn die Unterschrift trocken ist“, sagt Kolar, ohne schon Namen zu nennen. Ganz grundsätzlich will er den Kader aber wieder auffüllen und konkurrenzfähig halten. „Wir werden die Abgänge numerisch und qualitativ auf alle Fälle ersetzen“, stellt er klar. Schwerer wiegt im Moment, dass mit Bogdan Kern und Dominik Pipp zwei Langzeitverletzte noch auf lange Sicht fehlen. Nach ihren schweren Knieverletzungen, so Kolar, „sind die erst 2027 wieder Thema“.
Nicht nur der Kader verändert sich, auch auf der Trainerbank beginnt beim SC Obersiebenbrunn ein neues Kapitel. Rudolf Kolar hat sein Traineramt niedergelegt, mit dem Vorbereitungsstart in der kommenden Woche wird Nachfolger Matthias Gagula an der Seitenlinie stehen. Rund um den Verein bleibt es sonst ruhig, abseits des Platzes verweist Kolar aber schon auf das traditionelle Sportfest am letzten Juliwochenende. Sportlich ist die Richtung ebenfalls klar umrissen. Kolar nennt mit SC Großengersdorf, SG Ulrichskirchen, Großschweinbarth, SC Breitensee und SC Matzen gleich mehrere Teams, die ihn in dieser Liga beeindruckt haben. Für den SC Obersiebenbrunn ist das zugleich der Maßstab für die nächsten Monate. „Das muss sich ändern, um künftig weiter vorne mitspielen zu können“, sagt Kolar über die fehlende Balance und die mangelnde Konstanz. Genau mit diesem Auftrag geht der SC Obersiebenbrunn in den Herbst.