In der 2. Klasse Marchfeld hat sich Fortuna Untersiebenbrunn lange gewehrt, am Ende setzte sich SC Markgrafneusiedl aber mit 4:2 durch. Nach einem offenen Spiel bis weit in die zweite Hälfte hinein zog die Mannschaft von Trainer Richard Petrik im letzten Drittel entscheidend davon. Der Coach sah die eigene Offensivqualität, den großen Willen seiner Elf und die Phase ab der 70. Minute als die entscheidenden Punkte.

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Markgrafneusiedl kam nach den Worten von Petrik gut in die Partie und setzte gleich früh ein erstes Zeichen. Nach 15 Minuten stand es 0:1, nachdem in den offiziellen Daten ein Eigentor der Gastgeber vermerkt ist, bei dem Markus Wamser als Torschütze angeführt wird. Genau diese Anfangsphase gefiel dem Trainer. „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und früh 1:0 in Führung gegangen. Fünfzehn, zwanzig Minuten hatten wir das Spiel im Griff“, sagte Petrik. Danach änderte sich das Bild aber. Untersiebenbrunn fand besser hinein, kam in Minute 27 durch Florian Linhart zum 1:1 und nahm dieses Ergebnis auch mit in die Pause. Für den Markgrafneusiedl-Coach war das der Abschnitt, in dem seine Mannschaft den Zugriff verlor. „Dann haben wir das Spiel aus der Hand gegeben“, brachte er diese Phase knapp, aber deutlich auf den Punkt.
Auch in die zweite Hälfte starteten die Gäste wieder so, wie es sich Petrik vorgestellt hatte. Schon drei Minuten nach Wiederbeginn stellte Rade Trivunovic auf 1:2 und brachte Markgrafneusiedl erneut in Front. Lange hielt die Führung allerdings nicht, denn Fortuna antwortete schnell und glich in Minute 52 durch Lukas Gherasim zum 2:2 aus. Genau dieses Hin und Her entsprach auch der Wahrnehmung des Trainers. „In Hälfte zwei haben wir wieder das frühe Tor gemacht, dann wieder das 2:2 vom Gegner“, sagte er. Dass die Partie danach trotzdem kippte, machte Petrik vor allem an der Schlussphase fest. „Ab der 70. Minute ist es in unsere Richtung gekippt“, erklärte er. Als Gründe nannte er verletzungsbedingte Wechsel bei den Gastgebern und die Tatsache, dass diese nicht mehr dieselbe Qualität nachbringen konnten. Markgrafneusiedl nutzte diese Phase aus, Mathias Rohsmann traf in der 74. Minute zum 2:3 und Björn Lundborg legte in der 81. Minute das 2:4 nach.
Dass Markgrafneusiedl am Ende vier Tore machte und trotz zweimaligem Ausgleich noch als Sieger vom Platz ging, war für Petrik kein Zufall. Er rückte nach dem Schlusspfiff vor allem die Stärken seiner Mannschaft in den Vordergrund. „Wir spielen guten Offensivfußball. Das ist einfach unsere Stärke. Wir haben viel Qualität vorne und das hat den Unterschied gemacht“, sagte der Trainer. Gleichzeitig stellte er den Einsatz seiner Mannschaft heraus. „Der Wille der Mannschaft ist unglaublich. Wir wollen einfach unbedingt jedes Spiel gewinnen und das sieht man am Platz.“ Petrik wollte den Gegner dabei nicht kleinreden, sondern ordnete die 90 Minuten durchaus respektvoll ein. Untersiebenbrunn habe „ordentlich mitgespielt“ und gute Fußballer in seinen Reihen gehabt. Erst mit den Wechseln habe sich aus seiner Sicht gezeigt, dass bei den Gastgebern nicht mehr dieselbe Qualität von der Bank kam wie in der Startelf. So entstand jene Schlussphase, in der Markgrafneusiedl das bis dahin offene Spiel endgültig auf seine Seite zog.
Trotz des Auswärtssieges und trotz der vier Treffer wollte Petrik nach dem Schlusspfiff nicht alles schönreden. Gerade gegen den Ball sieht er bei seiner Mannschaft noch klares Verbesserungspotenzial. „In der Defensivarbeit müssen wir schneller zurückrücken. Da haben wir auf jeden Fall noch Handlungsbedarf“, sagte er. Diese Einschätzung passt auch dazu, dass seine Elf zweimal in Führung lag und beide Male den Ausgleich hinnehmen musste. Rund um das Spiel selbst sprach Petrik von einer ruhigen Partie. „Es war kein hitziges Spiel, der Schiedsrichter hatte es unter Kontrolle“, meinte der Trainer. In der Tabelle bleibt Markgrafneusiedl mit nun 12 Punkten aus fünf Spielen damit ganz vorne dabei. Der Auftritt in Untersiebenbrunn hat gezeigt, dass die Offensive Spiele entscheiden kann. Petrik weiß aber ebenso, dass seine Mannschaft noch stabiler werden muss, wenn sie diese starke Ausbeute auch in den kommenden Runden bestätigen will.