In der 2. Klasse Marchfeld hat Fortuna Untersiebenbrunn beim SC Matzen trotz Pausenführung noch mit 1:3 verloren. Trainer Christian Ratschka sah seine Mannschaft vor allem vor der Pause im Vorteil, fand aber auch eine klare Erklärung für den Ausgang der Partie: "Wenn du die Tore nicht schießt, dann kriegst du sie." Direkt nach dem Schlusspfiff rückte dann noch ein zweites Thema in den Mittelpunkt, weil der Coach seine Trennung vom Verein bestätigte.

Foto von Ben Hershey auf Unsplash
Aus Sicht der Gäste begann die Partie zunächst so, wie man es sich in Untersiebenbrunn vorgestellt hatte. Ratschka sprach davon, dass seine Mannschaft "ganz gut im Spiel" gewesen sei und sich auch gute Torchancen erarbeitet habe. Für ihn war deshalb auch die Führung verdient, die kurz vor dem Seitenwechsel fiel. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte brachte Lukas Gherasim die Fortuna mit 1:0 in Front, und mit diesem Vorsprung ging es auch in die Kabinen. Nach dem Wechsel änderte sich das Bild allerdings deutlich. Matzen kam zurück, Andreas Ressl glich in der 60. Minute aus und legte in der 72. Minute das 2:1 nach. Zehn Minuten vor Schluss machte Asmir Isovic mit dem 3:1 alles klar und drehte damit eine Partie, in der die Fortuna zur Pause noch vorne gelegen war.
Ratschka haderte weniger mit einzelnen Entscheidungen als mit einem Muster, das er schon seit Wochen sieht. "Wir waren sicher in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft", sagte der Trainer, schob aber gleich nach, dass seine Elf nach dem Seitenwechsel "nicht ganz ins Spiel gefunden" habe. Besonders bitter war aus seiner Sicht, dass seine Mannschaft noch vor dem 1:1 die große Möglichkeit auf das 2:0 gehabt habe. Statt einer möglichen Vorentscheidung kippte das Spiel später in die andere Richtung. Sehr deutlich wurde Ratschka auch bei der Ursachenforschung: "Mit zwei Tormannfehlern sind wir leider auf die Verliererstraße gekommen." Für ihn passt diese Niederlage damit in ein größeres Bild. "Es ist so wie die ganze Saison im Herbst. Wenn du die Tore nicht schießt, dann kriegst du sie", sagte er. Noch klarer formulierte er das Grundproblem danach: "Wir schießen leider keine Tore und machen hinten immer wieder Fehler, die uns das Spiel zusammenhauen."
Als es im Interview um die entscheidenden Szenen gehen sollte, lenkte Ratschka das Gespräch sofort auf die Nachricht des Nachmittags. "Fakt ist, dass sich der Verein gleich nach Spielschluss von mir getrennt hat und ich ab sofort nicht mehr Trainer der Fortuna bin", sagte er. Glücklich sei er mit dieser Entscheidung nicht, ergänzte aber zugleich, dass es "keinen Groll" gebe. Die Art und Weise habe ihn dennoch getroffen, weil er den Verein in den vergangenen anderthalb Jahren mit aufgebaut habe und sich einen anderen Umgang gewünscht hätte. Gleichzeitig vermied er es, nachzutreten. "Ich wünsche dem Verein alles Gute", sagte Ratschka, der auch das Miteinander mit der Mannschaft positiv hervorhob und von "super Burschen" sprach. Den Schiedsrichter nahm er ausdrücklich aus jeder Debatte heraus: "Der Schiedsrichter hat eine gute Leistung geboten." Sportlich bleibt für Untersiebenbrunn nach dem sechsten Spieltag eine unangenehme Lage mit drei Punkten, während Matzen durch den Heimsieg auf neun Zähler kommt. Bei der Fortuna wird nach diesem 1:3 nun nicht nur das Spiel aufgearbeitet werden müssen, sondern auch die Frage, wie es nach dem Trainerwechsel weitergeht.