In der 2. Klasse Marchfeld hat SC Obersiebenbrunn ein wildes Heimspiel gegen SC Matzen nach 0:2-Rückstand noch mit 4:3 gewonnen. Trainer Matthias Gagula sprach danach von einer „großen Herausforderung“ und hob vor allem die Mentalität seiner Mannschaft hervor. Entscheidend war aus seiner Sicht, dass sich sein Team nach dem Fehlstart fangen konnte, noch vor der Pause zurückkam und nach dem Seitenwechsel sofort wieder vorlegte.

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Die Partie begann aus Sicht der Gastgeber genau so, wie man es sich nicht wünscht. Matzen war sofort im Spiel, legte mit viel Intensität los und nutzte die Anfangsphase konsequent. Schon in der 8. Minute brachte Emirhan Ates die Gäste mit 1:0 in Führung, nur zwei Minuten später legte Julian Schmid das 2:0 nach. Gagula beschrieb diese Phase sehr deutlich: „Matzen hat einen sehr guten Start erwischt. Sie waren ab Minute eins sehr griffig, sehr laufstark und haben uns viele Zweikämpfe abgenommen.“ Für Obersiebenbrunn war dieser Auftakt sehr heikel. „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen und wurden knallhart sofort mit einem 0:2 bestraft“, so der Trainer. Dass seine Mannschaft danach nicht auseinanderfiel, sondern die Partie Schritt für Schritt annahm, war für ihn der erste wichtige Punkt dieses Nachmittags.
Nach dem 0:2 legte auch Obersiebenbrunn langsam los und wurde immer stärker. Gagula hatte dabei den Eindruck, dass seine Mannschaft die physischen Werte des Gegners nach und nach ausgleichen konnte. „Nach dem 0:2 haben wir uns sehr gut gefangen, konnten die Laufstärke, die Intensität und die Zweikampfstärke von Matzen sehr gut matchen“, erklärte er. Genau darin sah er auch den Grund, warum das Spiel kippte. Sobald diese Basis stimmte, kam für ihn die spielerische Überlegenheit seiner Elf zur Geltung. Ab dem Moment produzierte man Torchance um Torchance. Der erste sichtbare Lohn dafür war das 1:2 durch Michal Janik in der 36. Minute. Für Gagula war dieses Tor der Wendepunkt der Partie: „Wendepunkt war ganz klar der 1:2-Anschlusstreffer. Das war ein absoluter Befreiungsschlag.“ Janik legte nur drei Minuten später das 2:2 nach, und plötzlich war Obersiebenbrunn voll da. Noch vor der Pause drehte Mark Störmer die Partie mit dem 3:2 in der 44. Minute. Ganz ohne Dämpfer ging es aber auch in dieser Phase nicht. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte glich Dominik Leidner noch zum 3:3 aus, sodass eine verrückte erste Halbzeit mit einem offenen Spielstand in die Kabinen ging.
Dass Obersiebenbrunn trotz dem späten 3:3 konzentriert in die zweite Halbzeit startete, war für Gagula einer der stärksten Punkte an diesem Nachmittag. Seine Mannschaft kam aus der Pause und stellte rasch wieder die Führung her. In der 50. Minute sprang das 4:3 heraus, als Pascal Schöner im Zweikampf mit Luka Dimitrijevic den Ball ins eigene Tor beförderte. Für Obersiebenbrunn war das genau die Antwort, die es nach dem Ausgleich gebraucht hatte. Gagula nannte auch diese Szene als einen Schlüsselmoment. Danach blieb die Partie allerdings turbulent. Matzen bekam einen Strafstoß zugesprochen, den der Obersiebenbrunner Tormann Tomas Drinka parieren konnte. „Drinka hat den Elfmeter sensationell pariert“, sagte Gagula und nannte auch diese Aktion ausdrücklich als spielentscheidend. Parallel dazu wurde das Spiel durch mehrere Ausschlüsse unruhig. In der 56. Minute sahen Andreas Ressl auf Seiten der Gäste und Petrut-George Epure bei Obersiebenbrunn Rot, wodurch beide Mannschaften zu zehnt auf dem Feld standen. In der 86. Minute verlor Matzen mit Julian Schmid noch einen weiteren Spieler. Obersiebenbrunn musste den Vorsprung also in einem Spiel verwalten, das auch personell völlig aus dem gewohnten Rahmen fiel.
Unter dem Strich war Gagula mit dem 4:3 natürlich zufrieden. Für ihn war es ein Erfolg, der vor allem über Widerstandskraft und Mentalität zustande kam. „Die größte Stärke meiner Mannschaft war heute definitiv die Mentalität“, sagte der Trainer, und genau darauf kam er mehrmals zurück. Seine Mannschaft konnte „sehr viele Herausforderungen“ und „sehr viele Widerstände“ überwinden und machte immer weiter. Gerade nach dem frühen 0:2 sei das nicht selbstverständlich gewesen. „Großes Lob und wirklich Hut ab an die Mannschaft, dass man nach 0:2 noch so zurückkommt. Das schafft auf jeden Fall nicht jeder“, betonte Gagula. Matzen bescheinigte er trotz der Niederlage einen starken Auftritt, vor allem zu Beginn. „Matzen war sehr bemüht und hat sich bis zur allerletzten Sekunde nicht aufgegeben“, so Gagula. Umso höher bewertete er es, dass seine Mannschaft diese Anfangsprobleme abstreifen, das Spiel drehen und die drei Punkte in Obersiebenbrunn behalten konnte.