In der 2. Klasse Mostviertel musste sich SV Erlauf am Samstag bei Wieselburg II mit 1:2 geschlagen geben. Trainer Christoph Groissböck sah seine Mannschaft zwar lange ohne echten Zugriff, haderte nach dem Schlusspfiff aber vor allem mit der Chancenverwertung. Denn trotz der spielerischen Vorteile der Gastgeber lagen für die Gäste vor der Pause und in der Schlussphase Möglichkeiten auf zumindest einen Punkt bereit.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Christoph Groissböck machte gleich in seinem ersten Fazit deutlich, warum Wieselburg II am Ende nicht unverdient als Sieger vom Platz ging. „Wieselburg war 70 Minuten spielbestimmend, hat sehr gute Kombinationen gezeigt, die Mitte gut übernommen und sehr guten Fußball gespielt“, sagte der Trainer des SV Erlauf. Das zeigte sich auch früh im Spielstand, denn schon in der 7. Minute brachte Jonas Rrudhani die Hausherren mit 1:0 in Führung. Aus Sicht von Groissböck war Wieselburg II damit zwar auf Kurs, sein eigenes Team blieb aber trotzdem im Spiel. Nach 22 Minuten gelang Fabian De Monte der Ausgleich zum 1:1, und genau in dieser Phase sah der Erlauf-Trainer trotz der Feldvorteile der Gastgeber durchaus Möglichkeiten für seine Mannschaft.
Gerade rund um das 1:1 lag für den SV Erlauf laut Groissböck mehr drin, als das Ergebnis zur Halbzeit letztlich aussagte. „Wieselburg II ist sehr schnell in Führung gegangen und hat dann noch ein, zwei Chancen gehabt, aber die zwingenden Torschancen haben wir gehabt“, erklärte er. Der Coach erinnerte an eine Situation, in der Wieselburg II noch auf der Linie rettete, und an eine weitere große Möglichkeit, bei der ein Erlaufer aus rund zehn Metern über das Tor schoss. Deshalb fiel seine Einschätzung zur ersten Hälfte trotz des 1:1 klar aus: „Obwohl es gegen den Spielverlauf gewesen wäre, hätten wir mit einem 2:1 oder 3:1 in die Pause gehen können.“ Genau dort sah er im Nachhinein eine verpasste Chance, weil seine Mannschaft aus wenigen, aber guten Möglichkeiten zu wenig gemacht habe.
Nach dem Seitenwechsel bekam Wieselburg II die Partie laut Groissböck wieder besser in den Griff. „Nach der Pause ist Wieselburg besser ins Spiel gekommen“, sagte er, und das spiegelte sich auch im zweiten Treffer wider. In der 57. Minute erzielte Leon Wagner das 2:1 für die Heimischen. Damit war die Partie aber aus Sicht des SV Erlauf noch nicht entschieden, weil die Gäste gerade in der Schlussphase noch einmal zulegen konnten. Groissböck schilderte, dass seine Mannschaft in den letzten 20 Minuten besser gewesen sei als Wieselburg II und auch noch „zwei sehr, sehr gute Möglichkeiten“ auf das 2:2 gehabt habe. Für ihn war daher klar, wo die Partie letztlich verloren ging: „Der Punkt war, dass wir die Chancen, die wir gehabt haben, nicht genutzt haben.“ Aus seiner Sicht wäre ein 2:2 in dieser Phase durchaus gerecht gewesen.
Bei aller Enttäuschung über die knappe Niederlage fand der Trainer des SV Erlauf auch anerkennende Worte für den Gegner. „Wieselburg ist eine sehr, sehr starke, junge, spielerische Mannschaft, die sehr guten Fußball spielt“, sagte Groissböck. Später sprach er noch von einer „sehr jungen, starken, hungrigen Truppe“, gegen die es noch einige Mannschaften schwer haben würden. Gleichzeitig verschwieg er nicht, was seiner eigenen Mannschaft gefehlt hatte: „Wir haben 70 Minuten lang keinen Zugriff auf das Spiel bekommen.“ Positiv blieb für ihn dennoch, dass sich der SV Erlauf nie aufgegeben habe. „Wir haben 90 Minuten gekämpft und gerackert“, hielt Groissböck fest, schob aber auch nach: „Es ist noch Luft nach oben im spielerischen Bereich.“ Für den SV Erlauf bleibt es damit im ersten Saisonspiel bei null Punkten, während Wieselburg II die Führung konsequent über die Zeit brachte.