In der 2. Klasse Mostviertel hielt SKV St. Oswald gegen Wieselburg II eine Halbzeit lang gut mit, musste sich am Ende aber klar mit 0:4 geschlagen geben. Trainer Dieter Wimmer sah sein Team bis zur Pause ordentlich im Spiel, sprach danach aber von zu vielen Ballverlusten, fehlender Kompaktheit und einem Gegner, der seine Vorteile nach dem Seitenwechsel konsequent ausnutzte.

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Dass der Sieg der Gäste verdient war, stellte Wimmer nach dem Schlusspfiff gar nicht erst in Frage. "Wieselburg ist verdient als Sieger aus dem Duell hervorgegangen. Sie waren die bessere Mannschaft", sagte der St. Oswald-Coach offen. Trotzdem wollte er die erste Hälfte seiner Mannschaft nicht kleinreden. "Wir haben es in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht und hatten auch die eine oder andere Konterchance", so Wimmer. Zur Pause stand es 0:0, und genau das passte zu seiner Einschätzung, dass die Gastgeber zunächst sauber dagegenhielten. Auch Wieselburg hatte laut Wimmer vor dem Wechsel schon die Möglichkeit, in Führung zu gehen, doch St. Oswald blieb im Spiel. Der Trainer sprach in dieser Phase auch von etwas Glück für sein Team, weil die Gäste da schon hätten vorlegen können.
Richtig gekippt ist die Partie aus Sicht des Heimtrainers erst nach dem Seitenwechsel. Kurz vor dem 0:1 hatte St. Oswald noch selbst eine große Möglichkeit. "Kurz vor dem 0:1 haben wir einen Stangenschuss gehabt. Wenn der drinnen ist, wer weiß, wie das Spiel dann verläuft", sagte Wimmer. Statt einer möglichen Führung für die Gastgeber brachte in der 56. Minute Andreas Schluder Wieselburg in Front. "Das erste Tor war ein sehr gut geschossener Freistoß aus guter Distanz", meinte Wimmer, der die Entstehung des Standards als "ein bisschen unglücklich" bezeichnete. Danach zog Wieselburg davon. Luca Biber traf in der 65., 71. und 84. Minute noch dreimal.
Wimmer machte den Unterschied zwischen den beiden Mannschaften vor allem an den einfachen Dingen fest, die seiner Elf nach der Pause nicht mehr gelungen sind. "Nach den Balleroberungen haben wir die Bälle sehr schnell wieder verloren", sagte er. Gerade die kurzen Pässe seien zu selten angekommen, und genau dadurch habe St. Oswald kaum mehr Ruhe ins eigene Spiel gebracht. Dazu kam aus seiner Sicht ein zweites Problem. "In der zweiten Halbzeit hat ein bisschen das Stellungsspiel gefehlt. Wir waren nicht mehr so kompakt im Verschieben", erklärte der Trainer. Weil die Abstände nicht mehr gepasst hätten, seien Räume aufgegangen, und die habe Wieselburg sehr gut genutzt. Auch den Gegner beschrieb Wimmer recht konkret: "Sie haben sehr gut in die Breite und Tiefe gespielt." Dazu habe Wieselburg gut umgeschaltet, im Mittelfeld rotiert und mit wenigen Kontakten den Weg nach vorne gesucht. Für den St. Oswald-Coach war klar: "Das hat schon Hand und Fuß gehabt."
Bei aller Anerkennung für den Gegner verwies Wimmer aber auch auf die schwierige Personalsituation seiner Mannschaft. St. Oswald musste laut Trainer mit vielen Ausfällen leben, sowohl krankheits- als auch verletzungsbedingt. Dazu standen sogar zwei Spieler in der Startelf, die nicht wirklich fit waren. Als Ausrede wollte er das trotzdem nicht verstanden wissen, eher als Teil der Ausgangslage, mit der seine junge Mannschaft derzeit umgehen muss. "Wir sind trotzdem auf einem guten Weg", sagte Wimmer. Er erinnerte auch daran, dass St. Oswald schon in der vergangenen Saison Letzter war und nun in einer aus seiner Sicht stärkeren Klasse antritt. Gerade deshalb ordnete er die klare Niederlage nüchtern ein. "Natürlich ist eine Niederlage nie gut, aber wir haben es zumindest in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht", meinte er. Und obwohl die zweite Hälfte deutlich an Wieselburg ging, blieb sein Ausblick ruhig: "Wir werden noch besser werden."