In der 2. Klasse Mostviertel hat sich SV CEMIX Pöchlarn-Golling gegen SKV St. Oswald mit 4:1 durchgesetzt, auch wenn es lange nach deutlich mehr Arbeit als nach einem klaren Heimsieg aussah. Trainer Wolfgang Reissner sah seine Mannschaft über weite Strecken klar am Drücker, aber zunächst ohne die nötige Belohnung. „Das 2:1 hat das Spiel in unsere Richtung gekippt“, sagte er nach einem Abend, an dem Geduld und Konsequenz am Ende den Unterschied machten.

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Für Reissner war die Richtung der Partie von Beginn an klar. „Wir waren von Anfang an die tonangebende Mannschaft“, sagte der Trainer, der seine Elf gefühlt bei einem Ballbesitz von „fünfundsiebzig zu fünfundzwanzig“ sah. Das Problem lag für ihn nicht im Zugriff aufs Spiel, sondern in den Räumen, die St. Oswald kaum anbot. Die Gäste standen sehr tief, kämpften um jeden Ball und blockten viele Abschlüsse weg. Pöchlarn hatte laut Reissner zwar gute Möglichkeiten, musste sich diese aber hart erarbeiten. Deshalb brauchte es bis unmittelbar vor der Pause, ehe die Überlegenheit auch auf der Anzeigetafel zu sehen war. In der 45. Minute trat Mahmut Harmanci einen Eckball von der linken Seite hinein, Richard Frank setzte den Kopfball zum 1:0. Für Reissner war das „ein wichtiges Tor vor der Pause“, weil es die bis dahin drückende, aber noch nicht belohnte Leistung endlich greifbar machte.
Direkt nach dem Seitenwechsel hätte Pöchlarn früh nachlegen können, doch gerade in dieser Phase zeigte sich, warum Reissner von einer Geduldsprobe sprach. Schon in der 47. Minute lief Andre Zauchinger allein auf das Tor zu, schoss den Ball aber über das Gehäuse. Kurz darauf kam er nach einem weiteren Pass erneut zu einer Möglichkeit, setzte den Abschluss diesmal neben das Tor. Statt des möglichen 2:0 fiel in der 59. Minute der Ausgleich, als Rene Kriska sich im Strafraum drehte und ins lange Eck zum 1:1 traf. Reissner ärgerte sich über diesen Zwischenstand, weil seine Mannschaft aus seiner Sicht zu diesem Zeitpunkt längst höher hätte führen können. Das zeigte sich auch in den nächsten Minuten: Richard Frank setzte eine gute Chance nach einem Zuspiel von Zauchinger über das Tor, in der 65. Minute landete ein Freistoß von Benjamin Schlöglhofer an der Stange, und auch der Nachschuss wurde vom Tormann stark gehalten. Dazu kam noch eine weitere große Möglichkeit für Harmanci. „Es ist schwierig, gegen so einen tief stehenden Gegner zu spielen“, sagte Reissner, „die kommen fast nicht raus und warten nur auf unsere Fehler.“ Gerade deshalb war für ihn das 2:1 der Knackpunkt. In der 73. Minute traf Zauchinger nach einem langen Pass im Strafraum zur neuerlichen Führung, nur fünf Minuten später legte er nach einer Flanke von rechts per Kopf das 3:1 nach. „Das 2:1 war der wichtigste Moment. Andre Zauchinger hat innerhalb von fünf Minuten einen Doppelpack gemacht“, sagte Reissner, der damit genau jene Phase beschrieb, in der seine Mannschaft das Spiel endgültig auf ihre Seite zog.
Ganz erledigt war die Partie trotz des Doppelschlags noch nicht, denn auch St. Oswald kam danach noch zu einer großen Möglichkeit. In der 85. Minute vergaben die Gäste jedoch am langen Eck, und damit blieb Pöchlarn der Rückschlag erspart. Den endgültigen Deckel machte dann Leon Weselka drauf, der kurz nach seiner Einwechslung in der 90. Minute zum 4:1 traf. Reissner beschrieb die Szene so, dass sich Weselka auf der linken Seite in den Strafraum tankte, einen Haken machte und mit dem rechten Fuß ins kurze Eck abschloss. Der Trainer sah darin den passenden Abschluss einer Partie, in der seine Mannschaft lange anlaufen musste. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir wollten die drei Punkte unbedingt holen“, sagte Reissner. Es war der dritte Sieg in Serie, nach vier Runden hält Pöchlarn-Golling damit bei neun Punkten und liegt in der Spitzengruppe. Entsprechend klar formulierte der Trainer auch den Anspruch: „Wir wollen vorne mitspielen und sind auf einem guten Weg.“